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Freibeträge bei der Schenkungssteuer

Freibeträge bei Verwandtschaft, Immobilien und im Betrieb

Wenn größere Vermögen an andere Personen übertragen werden, fällt dafür regelmäßig eine Steuer an. Erfolgt die Vermögensverschiebung unter Lebenden, nennt man sie Schenkungssteuer. Ihre Voraussetzungen sind im Erbschafts- und Schenkungssteuergesetz (ErbStG) geregelt. Aber das Gesetz kennt auch diverse Freibeträge und Ausnahmen, in denen eine Steuer nicht anfällt. Die Voraussetzungen für die Freibeträge und wie Sie diese optimal ausnutzen, stellen wir Ihnen im Folgenden vor.

Ausführliche Informationen zur Schenkungssteuer finden Sie hier:Schenkungssteuer.

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Leistungen von Anwälten und Steuerberatern im Bereich der Schenkungssteuer

Fachanwälte für Steuerrecht und spezialisierte Steuerberater betreuen Mandanten umfassend in allen Fragestellungen mit erbschafts- und schenkungssteuerlichem Bezug:

Aufgrund zahlreicher Berührungspunkte zu angrenzenden Rechtsgebieten, arbeitet der Rechtsanwalt für Steuerrecht  bei Schenkungen häufig mit Rechtsanwälten für Erbrecht, Gesellschaftsrecht, Familienrecht und Immobilienrecht zusammen.

Persönliche Freibeträge

Die Höhe der Freibeträge bei der Erbschafts- und Schenkungsteuer hängt ganz wesentlich von dem persönlichen Verhältnis von Schenker und Beschenktem ab. Sie wird in § 16 ErbStG festgelegt.

Hier ein Überblick über die bestehenden Freibeträge nach Verwandtschaftsgrad:

Verwandtschaftsgrad Freibetrag  
Ehegatten 500.000 EUR  
Kinder oder Enkel, deren Eltern verstorben sind 400.000 EUR  
Enkel 200.000 EUR  
Geschwister, Neffen, Nichten, Eltern, Großeltern, Stiefeltern, Schwiegereltern, Schwiegerkinder, geschiedene Ehegatten 20.000 EUR  
Alle übrigen Erben 20.000 EUR  

Bei Schenkungen zum Beispiel von Eltern auf Kinder, gilt der Freibetrag für pro Elternteil und pro Kind. Dabei ist in vielen Fällen durch Gestaltung zunächst für eine optimale Verteilung des Vermögens zwischen den Ehegatten  zu sorgen.

Die Freibeträge der Schenkungssteuer stehen dabei gemäß § 14 ErbStG alle 10 Jahre voll zur Verfügung.

Verhältnis zur Erbschaftssteuer

Im Todesfall des Schenkers wird die Erbschaftssteuerauf das nun anfallende Erbe für den Beschenkten unter Berücksichtigung der Schenkung errechnet. Dadurch werden Vorteile ausgeschlossen, die eventuell durch mehrere Teilübertragungen entstehen könnten.

Grundsätzlich erfolgt die Zusammenrechnung aller Erwerbe während des Zehnjahreszeitraums, auch wenn für die sogenannten „Vorschenkungen“ aufgrund der persönlichen Freibeträge bislang gar keine Steuerfestsetzung erfolgte.

Von der Steuer auf den Gesamterwerb ist die Steuer abzuziehen, die auf Vorerwerbe nach den persönlichen Vorschriften und auf der Grundlage der geltenden Vorschriften zum Zeitpunkt des Letzterwerbs zu erheben gewesen wäre (fiktive Steuer). Alternativ kann die auf den Vorerwerb tatsächlich zu entrichtende Steuer angerechnet werden, falls diese die fiktive Steuer übersteigt.

Hausrat und Kunstgegenstände

Auch für Schenkungen von beweglichen Sachen aus dem Hausstand gibt es Freibeträge. Ebenso wie die persönlichen Freibeträge und unabhängig von diesen können sie jeweils alle 10 Jahre neu ausgeschöpft werden.

Ehegatten, Kinder oder Lebenspartner können Hausrat bis zu einem Wert von 41.000 EUR steuerfrei erwerben. Hausrat ist ein Oberbegriff für eine Vielzahl beweglicher Gegenstände, die der privaten Haushalts- und Lebensführung dienen. Dazu gehört die gesamte Wohnungseinrichtung, wie beispielsweise Möbel, Bilder, Bücher, Elektrogeräte, Geschirr, Sportgeräte, Gartengeräte oder Werkzeuge und auch persönliche Gegenstände wie Wäsche, Kleidung oder Musikinstrumente. Nicht zum Hausrat zählen Fahrzeuge jeglicher Art.

Für andere bewegliche körperliche Gegenstände beträgt der Freibetrag 12.000 EUR. Hierzu zählen insbesondere Schmuck, Kunstgegenstände (die nicht Hausrat sind) und Freizeitgegenstände wie ein Rennrad, Motorboot oder Reitpferd.

Sonstige Erwerber also auch Enkel, Stiefkinder etc. können Hausrat und andere bewegliche körperliche Gegenstände bis zu einem Wert von 12.000 EUR steuerfrei erwerben.

Achtung Ausnahme: Die Freibeträge gelten nicht für Gegenstände, die zum land- und forstwirtschaftlichen Vermögen, zum Grundvermögen oder zum Betriebsvermögen gehören sowie für Zahlungsmittel, Wertpapiere, Münzen, Edelmetalle, Edelsteine und Perlen.

Freibetrag bei Gelegenheitsgeschenken

Weiterhin sind auch die sogenannten „Gelegenheitsgeschenke“ steuerfrei. Hierbei geht es um Zuwendungen, die nach Art und Wert „allgemein üblich“ sind.

Wichtige vom Fiskus anerkannte Gelegenheiten sind zum Beispiel Hochzeiten, Geburtstage, Abitur, Examen oder Jubiläen. Eine gesetzlich einheitliche Definition, was allgemein üblich ist, sucht man vergeblich. Für die Frage der Üblichkeit sind daher die Verkehrsauffassung und die Vermögensverhältnisse der Beteiligten maßgebend.  

Bei Geschenken ab der Größenordnung eines Mittelklassewagens sollte zumindest nicht mit der Steuerfreiheit gerechnet werden. Im Graubereich sollte ein Fachanwalt für Steuerrecht befragt werden.

Freibeträge bei der Schenkung von Immobilien

Bei der lebzeitigen Übertragung einer Immobilie durch Schenkung zum Beispiel auf den Ehegatten oder ein Kind, gibt es steuerliche Vergünstigungen, die in Anspruch genommen werden können.

Die weitreichendste Steuerbefreiung betrifft das Familienheim bei der Schenkung unter Ehegatten oder Lebenspartnern. Eine solche von den Ehegatten bewohnte Immobilie kann zu Lebzeiten steuerfrei übertragen werden – unabhängig davon ob es sich um ein Schloss oder eine kleine Eigentumswohnung handelt. Das Familienheim bietet sich daher zur Gestaltung der Vermögenszusammensetzung bei Ehegatten oder Lebenspartnern an.

Die steuerfreie Übertragung des Familienwohnheims zwischen Eheleuten ist an folgende Bedingungen geknüpft:

  1. Das Familienwohnheim ist ein zu eigenen (Eheleute ggf. samt Familie) Wohnzwecken genutztes Haus oder Eigentumswohnung. 
  2. Der Lebensmittelpunkt ist an diesem Familienwohnheim. Zweitwohnungen, Ferien- oder Wochenendhäuser sind nicht befreit.
  3. Das Familienwohnheim muss in Deutschland sein.
  4. Die Ehe muss im Zeitpunkt der Ausführung der Zuwendung bestehen.
  5. Die Schenkung muss zu Lebzeiten der Eheleute erfolgen.

Diese Steuerbefreiung kann mehrmals genutzt werden und ist nicht auf ein Objekt oder einen bestimmten Zeitraum begrenzt.

Häufig behält sich der Schenker bei der Weitergabe eines Hauses, einer Wohnung oder einer sonstigen Immobilie ein Nießbrauchrecht oder Wohnrecht vor. Diese Belastung kann der Beschenkte bei der Schenkungssteuererklärung steuermindernd geltend machen. Die Höhe des Abzugs richtet sich dann nach dem Alter des Schenkers und der marktüblichen Miete für die Wohnimmobilie. So kann bei Schenkung einer Immobilie durch eine 55 Jahre alte Frau bei einer Jahresmiete von 10.000 €  bei der Berechnung der Schenkungssteuer ein Nießbrauchwert von 305.400 € abgezogen werden.

Hier finden Sie mehr Informationen zum Thema: Bewertung von Immobilien für die Erbschafts- und Schenkungssteuer

Freibeträge im Betriebsvermögen

Bei der Schenkung von Betriebsvermögen kennt das ErbStG derart komplizierte Befreiungs- und Verschonungsregeln, dass diese häufig Gegenstand von Gerichtsverfahren sind. Auch die Verfassungsmäßigkeit dieser Regelungen stand und steht immer wieder auf dem Prüfstand. Die entsprechenden Regelungen in §§ 13a, b ErbStG sind lang und kompliziert geraten.

In der gebotenen Kürze: Das begünstigte Betriebsvermögen bleibt von der Steuer „verschont“, wenn der Beschenkte bestimmte Kriterien (Behaltensfrist, Lohnsumme) in der Zukunft erfüllt. Als Freibetrag kommt ein sog. Abzugsbetrag von 150.000 EUR zum Tragen, wenn der Wert des begünstigten Vermögens nach Anwendung des Verschonungsabschlages die Wertgrenze von 150.000 EUR überschreitet. Die Abschmelzung erfolgt dergestalt, dass die Hälfte des übersteigenden Wertes den Abzugsbetrag verringert.

Mehr Informationen finden Sie hier zu Steuerverschonungen im Betriebsvermögen finden Sie hier: Erbschafts- und Schenkungssteuer für Unternehmen

Anzeigepflicht bei Schenkungen

Erhaltene Schenkungen sind grundsätzlich gegenüber dem Finanzamt schriftlich anzuzeigen. Die Frist für die Meldung einer Schenkung beim Finanzamt liegt bei drei Monaten. Eine Ausnahme bilden Schenkungen, die vom Notar oder gerichtlich beurkundet werden.

Mehr Informationen finden Sie hier zum Thema: Schenkungsteuererklärung

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