Gesellschaftsgründung – Recht & Steuern

Gründung einer AG, GmbH, GmbH & Co. KG, GbR, KG oder OHG

Bei einem Zusammenschluss von Personen zu einer Gesellschaft werden viele Fragen aufgeworfen, deren Antworten zumeist strukturelle, d.h. gesellschaftsrechtliche, und steuerliche Aspekte tangieren, welche die Entscheidung zwischen den gesetzlichen vorgegebenen Gesellschaftsformen erforderlich macht

Die Ausarbeitung und Prüfung gesellschaftsrechtlicher und steuerlicher Gesamtkonzepte zählt zu unseren Kernkompetenzen. Dabei steht die individuelle Gestaltung einfacher aber auch höchstkomplexer Gesellschaftsverträge genauso im Fokus wie die Prüfung entsprechender Verträge. Unsere Fachanwälte für Gesellschaftsrecht verfügen außerdem über große praktische Erfahrungen mit Gesellschafterstreitigkeiten. Diese verschafft ihnen den notwendigen Weitblick bei der ausdifferenzierten Gestaltung von Regelungen im Zusammenhang mit der Gründung einer Gesellschaft.

Für eine unverbindliche Anfrage kontaktieren Sie bitte direkt telefonisch oder per E-Mail einen unserer Ansprechpartner oder nutzen Sie das Kontaktformular am Ende dieser Seite.

Anwaltliche Dienstleistungen bei der Gesellschaftsgründung

  1. Umfassende Beratung bei der Wahl der richtigen Gesellschaftsform
  2. Steuerbelastungsvergleich und Steueroptimierung
  3. Strategische Beratung und Erstellung bzw. Prüfung von begleitenden Gesellschaftervereinbarungen, VC-Verträgen, Beteiligungsverträgen und sonstigen side letters
  4. Erstellung weiterer bei der Gründung relevanter Dokumente, z.B. Geschäftsführerverträge
  5. Beratung von Start-Ups und Gründern, insbesondere auch bei der Finanzierung von Start-Ups
  6. Weitere wirtschaftsrechtliche Leistungen wie z.B. Markenanmeldungen oder Unternehmereheverträge

Übliche Gesellschaftsformen

  • GmbH – Gesellschaft mit beschränkter Haftung
  • GmbH & Co. KG – Kommanditgesellschaft mit einer GmbH als haftenden Komplementär
  • UG – Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt), UG & Co. KG
  • GbR - Gesellschaft bürgerlichen Rechts
  • AG – Aktiengesellschaft
  • Stille Gesellschaften in typischer oder atypischer Gestalt oder Unterbeteiligung (als Finanzierungsmodell)

Generell ist zwischen Kapitalgesellschaften und Personengesellschaften zu differenzieren. Während aus Sicht des Gesetzgeber bei Kapitalgesellschaften die kapitalmäßige Beteiligung im Vordergrund steht, sind für Personengesellschaften die beteiligten Personen prägend. Hieraus ergeben sich Unterschiede speziell hinsichtlich der Stellung der Gesellschafter, der ihnen (untereinander) obliegenden Pflichten, Haftungsfragen sowie der Besteuerung der Gesellschaften und ihrer Gesellschafter.

Es ist sinnvoll, bereits bei der Gründung der Gesellschaft auf die Wahl der richtigen Gesellschaftsform sowie das Treffen der entscheidenden vertraglichen Regelungen zu achten. So kann der Entstehung von Konflikten, die den Bestand der Gesellschaft oder auch die persönliche wirtschaftliche Existenz gefährden, durch frühzeitige Einflussnahme wirksam vorgebeugt werden.

Zu besonderen Gesellschaftsformen bzw. -zwecken, insbesondere der Verwaltung und Übertragung von Vermögen innerhalb der Familie stellen wir Ihnen gesondert ausführliche Informationen dar:

Vereinfachtes Gründungsverfahren bei UG und GmbH: Musterprotokoll

Als Alternative zur klassischen GmbH- und UG-Gründung ermöglicht der Gesetzgeber eine Gründung im sogenannten vereinfachten Verfahren. Hierzu wird ein sogenanntes Musterprotokoll zur Verfügung gestellt. Das Musterprotokoll darf jedoch nur dann verwandt werden, wenn es sich um eine Bargründung handelt, die Gesellschaft nicht mehr als drei Gesellschafter hat und nicht mehr als ein Geschäftsführer bestellt werden soll. Damit sehen sich durch ein Musterprotokoll gegründete Kapitalgesellschaften engen Begrenzungen ausgesetzt. Darüber hinaus wird der gesetzliche Mindestinhalt des Musterprotokolls den Interessen der Gesellschaftsgründer nicht gerecht.

Wichtige zu regelnde Themen, die in jeden Gesellschaftsvertrag gehören (z.B. Kündigung und Ausschluss von Gesellschaftern, Erbfolge, Abfindungshöhe bei Ausscheiden) bleiben beim Musterprotokoll unberücksichtigt und können zur Rechtsunsicherheit und später zu Streit unter den Gesellschaftern führen. Eine Verwendung des Musterprotokolls ist damit nur bei Einpersonen-GmbHs oder -UGs empfehlenswert. Nur bei der Einmann-Gesellschaft ist das vereinfachte Verfahren und die damit verbundene Kostenersparnis sinnvoll.

Wichtige gesellschaftsvertragliche Regelungsaspekte

Aus den unterschiedlichen gesellschaftsrechtlichen Gestaltungsformen ergeben sich folgende Aspekte hinsichtlich derer ein dringendes gesellschaftsvertragliches Regelungsbedürfnis besteht:

  • Beiträge der Gesellschafter zur Gesellschaft (Geld, Sachgegenstände, Arbeitskraft)
  • Abgrenzung des Kompetenzbereichs zwischen Gesellschaftern und Geschäftsführern
  • Konfliktbewältigung zwischen Gesellschaftern und Geschäftsführern
  • Konfliktbewältigung unter Gesellschaftern
  • Ausscheiden und Ausschluss von Gesellschaftern und Geschäftsführern
  • Abfindungsregelungen und -beschränkungen für das Ausscheiden eines Gesellschafters
  • Wettbewerbsverbote für Gesellschafter und Geschäftsführer

Steuerliche Erwägungen bei der Gesellschaftsgründung

Beim wichtigen Thema der Steuerlast ergeben sich gerade zwischen Kapital- und Personengesellschaften einschneidende Unterschiede mit erheblichen finanziellen Auswirkungen. Die steuerliche Optimierung ist bei der Gründung einer Gesellschaft von großer Bedeutung.

Grundsätzlich unterliegen Kapitalgesellschaften einer Steuerlast von ca. 30%, wovon auf die Körperschaftsteuer ein Steuersatz von 15% und die Gewerbesteuer ein Steuersatz von 15–20% – je nach Hebesatz – entfällt. Damit empfiehlt sich die Form der Kapitalgesellschaft vor allem dann, wenn die Absicht und Erwartung hoher Gewinnthesaurierung und Reinvestition besteht. Es gilt auch, die Besteuerung sogenannter verdeckter Gewinnausschüttungen bei Kapitalgesellschaften zu vermeiden. Dabei handelt es sich – vereinfacht gesprochen - um Zuwendungen der Gesellschaft an einen Gesellschafter, welche ein ordentlicher und gewissenhafter Geschäftsleiter einer Person, die nicht Gesellschafter ist, nicht gewährt hätte und welche steuerlich unbeachtliche Gewinnverwendungen in steuerwirksame Betriebsausgaben transferieren (sollen).

Bei Personengesellschaften hat jeder Gesellschafter nach Aufteilung des Ergebnisses den Gesellschaftsgewinn anhand seiner individuellen Einkommensteuer (bis zu einem Höchstsatz von 45%) zu versteuern, wobei die zu entrichtende Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer anzurechnen ist.

Ob für ein spezielles Geschäftsmodell eine Personen -oder Kapitalgesellschaft aus steuerlichen Gründen zu bevorzugen ist, kann nicht abstrakt, sondern nur aufgrund eines konkreten Steuerbelastungsvergleichs beurteilt werden. Häufig ist aus steuerrechtlichen Gründen sogar eine Umwandlung der einen Gesellschaftsform in die steuergünstigere Gesellschaftsform angezeigt. Der Rechtsform-Mantel lässt sich entsprechend dem steuerrechtlichen Wetter wechseln.

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