Familienstiftung

Familienvermögen bündeln, Versorgung der Familienmitglieder generationenübergreifend sicherstellen

Die mittlerweile anerkannte rechtlich selbständige Familienstiftung, die nicht gemeinnützigen Zwecken, sondern dem langfristigen Zusammenhalt des Familienvermögens und der Versorgung von Familienmitglieder über mehrere Generationen hinweg dient, ist eine Variante zur Gestaltung der Übertragung von Privatvermögen aber auch von Unternehmen und Unternehmensanteilen. Sie kann auch neben einer gemeinnützigen Stiftung in Form einer sogenannten Doppelstiftung zum Einsatz kommen und eignet sich dann insbesondere für die Unternehmensnachfolge von größeren mittelständischen Unternehmen.

Beratungsleistungen rund um die Familienstiftung

Als Kanzlei für Stiftungsrecht mit Fachanwälten für Gesellschaftsrecht, Erbrecht und Steuerrecht sowie Steuerberatern gründen und betreuen wir an unseren Standorten Hamburg, Berlin und München sowie bundesweit Familienstiftungen.

  1. Beratung von Stiftern bei der Gründung - von der Idee und in Betracht kommende Alternativgestaltungen, über die Konzeption bis hin zur Umsetzung.
  2. Betreuung bestehender Familienstiftungen zu Fragen der Stiftungsaufsicht, des Stiftungsvermögensund der Besteuerung
  3. Beratung und Vertretung vonStiftungsorganen, insbesonder Stiftungsvorständen und Stiftungs(bei)räten in Fragen der  Vergütung und Haftung

Für eine unverbindliche Anfrage kontaktieren Sie bitte direkt telefonisch oder per E-Mail einen unserer Stiftungsanwälte oder nutzen Sie das Kontaktformular am Ende dieser Seite.

Was ist eine Familienstiftung?

Die Familienstiftung ist kein feststehender Begriff. Definieren lässt sie sich in etwa als eine mit Vermögen ausgestattete Institution, die dauerhaft dem Interesse einer Familie dient. Übernehmer des Vermögens wird damit nicht eine bestimmte Person oder ein Personenkreis, sondern die Stiftung, die selbständig ist und sich selbst gehört. Der Stifter bringt entweder zu Lebzeiten oder beim Erbfall Privat- und/oder Betriebsvermögen in eine Stiftung ein - z.B. Bargeld, Wertpapierdepots oder Immobilien oder auch ein Unternehmen oder Anteile an einem Unternehmen. Die Erträge der Stiftung, also Kapitalerträge, Mieten oder Unternehmensgewinne werden dann an die begünstigten Familienmitglieder ausgeschüttet.

Gründe für eine Familienstiftung

Für die Errichtung einer Familienstiftung sprechen folgende Gründe:

  • Langfristiger Zusammenhalt des Vermögens: Die Familienstiftung verhindert, dass das an die Familie fallende Vermögen im Laufe der Zeit - insbesondere durch Erbgänge, Scheidungen etc. - zersplittert und auseinanderfällt.
  • Keine Versilberung des Vermögens: Die Angehörigen halten keine Anteile, die sie verkaufen oder gegen Abfindung kündigen könnten.
  • Schutz vor Gläubigern (Asset Protection): Die Familienstiftung ist ein sehr effektives Instrument des Vermögensschutzes, da es den Zugriff von Gläubigern auf das Vermögen bei richtiger Gestaltung verhindert oder jedenfalls erheblich erschwert.
  • Erbschaftsteuerliche Gestaltung: In manchen Konstellationen führen die erbschaftsteuerlichen Besonderheiten für Familienstiftungen zu einer Minderung der Erbschaftsteuer, wobei allerdings alle 30 Jahre eine Erbersatzsteuer fällig wird.
  • Ertragsteuerliche Vorteile im Vergleich zu anderen Gesellschaftsformen.

Die Versorgung der Familienmitglieder (Destinatäre)

In den meisten Fällen sind der Ehegatte sowie die Abkömmlinge des Stifters die Begünstigten (sogenannte Destinatäre) der Familienstiftung. Dieser Kreis der Begünstigten verändert sich durch das Hinzukommen (Geburt) oder Wegfallen (Tod, Scheidung) von Familienangehörigen. Die Destinatäre erhalten regelmäßig Zahlungen aus den Stiftungserträgen, wobei hierauf regelmäßig aus Gründen des Vermögensschutzes kein Anspruch gewährt wird. Hinzu können Vergütungen aus einer Tätigkeit für die Stiftung (z.B. als Vorstand) kommen. 

Beachten muss man, dass Ehegatten und Abkömmlinge gleichzeitig auch Pflichtteilsberechtigte sind und als solche beim Erbfall Anspruch auf mindestens die Hälfte ihres gesetzlichen Erbteils haben. "Schenkt" der Stifter zu Lebzeiten Vermögen an die Stiftung, können hierdurch Pflichtteilsergänzungsansprüche entstehen, die sich allerdings innerhalb einer 10-Jahresfrist ratierlich auf Null verringern. Planungssicherheit von Anfang an bringt nur der Pflichtteilsverzicht der Distinatäre.

Steuerliche Besonderheiten

Anders als eine gemeinnützige Stiftung genießt die Familienstiftung keine grundsätzliche steuerliche Privilegierung. Dennoch birgt sie im Vergleich zu anderen Gesellschaftsformen Potential zur Steueroptimierung.

Bei der Übertragung von Vermögenswerten auf die Stiftung, also insbesondere bei der Gründung, fällt Schenkungsteuer oder Erbschaftsteuer an. Während bei einer "normalen" Privatstiftung hier die ungünstige Erbschaftsteuerklasse III Anwendung findet, ist bei der Familienstiftung das Verwandtschaftsverhältnis zwischen Stifter und den berechtigten Familienangehörigen (Destinatäre) entscheidend. Sind dies nur der Ehegatte und Abkömmlinge (Kinder, Enkel), ist die günstige Steuerklasse I einschlägig.

Bei der Familienstiftung wird allerdings alle 30 Jahre ein Erbfall fingiert, auf den Erbersatzsteuer anfällt. Hierbei gilt ein Freibetrag von 800.000 Euro (doppelter Kinderfreibetrag). Im Übrigen gelten die allgemeinen Regelungen zur Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer, so dass bei begünstigtem Betriebsvermögen der entsprechende Verschonungsabschlag zu einer deutlichen Steuerreduzierung führt.

Aus ertragssteuerlicher Sicht ist die Familienstiftung in mehrfacher Hinsicht interessant. Zum einen kann das Familienvermögen von den Personen getrennt werden, ohne dass gleichzeitig Gewerblichkeit - und damit Gewerbesteuerpflicht - anzunehmen wäre, da auch die Familienstiftung wie eine natürliche Person zunächst einmal Überschusseinkünfte bezieht. Als Körperschaft unterliegt sie lediglich der Körperschaftsteuer in Höhe von 15%. Im steuerlichen Belastungsvergleich ist die Familienstiftung damit anderen Gesellschaftsformen überlegen.

Steuerlich interessant ist auch die Behandlung der Ausschüttungen an die Familienmitglieder (Destinatäre). Je nach Konstellation und Meinungsstand unterliegen die Bezüge der Destinatäre gegebenenfalls der Abgeltungssteuer (25%).

Besondere ertragsteuerliche Vorteile können sich zudem bei der Familienstiftung unter dem Gesichtspunkt der Wegzugsbesteuerung ergeben.

Schutz vor Gläubigern

Die Familiengesellschaft ist auch als Instrument des Vermögensschutzes interessant. Da die begünstigten Familienmitglieder anders als bei Gesellschaften keine Anteile an der Stiftung halten, können solche auch nicht von Gläubigern der Destinatäre gepfändet werden. Ein Gläubigerzugriff auf die Ausschüttungen an die Destinatäre scheitert regelmäßig, wenn diese gegenüber der Stiftung keinen Rechtsanspruch auf Ausschüttungen erhalten, der gepfändet werden könnte. Auch Gläubigern des Stifters ist der Zugriff auf das Stiftungsvermögen verwehrt, nachdem die Fristen des Anfechtungsgesetzes oder der Insolvenzordnung abgelaufen sind.

Genehmigung und Stiftungsaufsicht

Wie jede andere selbständige Stiftung bedarf auch die Familienstiftung der staatlichen Anerkennung durch die jeweilige Landesstiftungsbehörde. Eine Familienstiftung ist nach heute ganz herrschender Meinung genehmigungsfähig.

Der Stifter möchte gerade bei der Familienstiftung allerdings regelmäßig die Einflussnahme der Stiftungsbehörde auf das Nötigste reduzieren, da diese private und nicht gemeinnützige Zwecke verfolgt. In vielen Bundesländern sind daher Familienstiftungen zumindest teilweise von der Stiftungsaufsicht freigestellt. So regelt zum Beispiel das Hamburger Stiftungsgesetz, dass private Stiftungen wie Familienstiftungen nur insoweit der Aufsicht unterliegen, als sicherzustellen ist, dass sie nicht dem öffentlichen Interesse zuwiderlaufen. In anderen Bundesländern unterliegen die Familienstiftungen dagegen der normalen Aufsicht durch die Landesstiftungsbehörden.

So entsteht die Familienstiftung

  1. Prüfung der Zweckmäßigkeit einer Familienstiftung und Vergleich mit alternativen Nachfolgegestaltungen wie beispielsweise der Familiengesellschaft oder der Dauertestamentsvollstreckung.
  2. Rechtliche und steuerliche Prüfung des Sachverhalts und Vorschlag eines Stiftungskonzepts
  3. Entwurf der Stiftungssatzung
  4. Bestimmung der Stiftungsorgane, insbesondere Stiftungsvorstand und gegebenenfalls den Stiftungsrat bzw. das Kuratorium
  5. Vermögensausstattung der Stiftung durch das Stiftungsgeschäft, d.h. Einbringung von Vermögen in die Stiftung; bei der Stiftung von Todes wegen durch testamentarische Regelung
  6. Anerkennungsverfahren bei der zuständigen Stiftungsbehörde

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