Französisches Erbrecht Erbschaft/Erbfall in Frankreich

Rechtsanwalt für deutsches und französisches Erbrecht

Französisches Erbrecht ist auch für viele in Deutschland lebende Personen von Bedeutung. Wenn der Erblasser Franzose war bzw. in Frankreich lebte oder wenn sich Nachlassgegenstände wie z.B. Immobilien oder Bankkonten in Frankreich befinden, sind stets die Regeln des französischen Erbrechts zu prüfen.

Als deutsch-französische Kanzlei für Erbrecht beraten und vertreten wir Mandanten aus Deutschland und Frankreich sowohl im deutschen Erbrecht als auch im französischen Erbrecht. Expertin für deutsch-französische Erbfälle ist unsere Rechtsanwältin Dr. Cécile Walzer. Sie ist zweisprachig und verfügt über eine juristische Ausbildung in beiden Ländern sowie über eine Spezialisierung im Erbrecht. Sie ist in Deutschland als Rechtsanwalt zugelassen und betreut von unserem Büro in Berlin bundesweit sowie international Mandanten.

Unsere Leistungen

  • Planung von deutsch-französischen Erbfällen durch Testamente
  • Abwicklung von Erbfällen in Frankreich, insbesondere bei Nachlasswerten in Frankreich
  • Vertretung im Erbstreit mit Bezug zu Frankreich und dem französischen Erbrecht

Deutsches Erbrecht oder französisches Erbrecht?

Hat ein Erbfall Berührungspunkte sowohl mit Deutschland als auch mit Frankreich, stellt sich die Frage, welches nationale Erbrecht überhaupt Anwendung findet. Deutsche und französische Gerichte können dies unterschiedlich sehen. Nach deutschem Recht bestimmt sich das anwendbare Erbrecht nach der Staatsangehörigkeit des Erblassers. Franzosen knüpfen dagegen bei Immobilien daran an, in welchem Land diese belegen sind und bei sonstigen Nachlasswerten an den letzten Wohnsitz des Verstorbenen.

Achtung: Für Erbfälle ab dem 15. August 2015 gilt in beiden Ländern die EU-Erbrechtsverordnung. Einziger Anknüpfungspunkt ist dann bei internationalen Erbällen grundsätzlich der letzte gewöhnliche Aufenthalt des Erblassers. In Frankreich lebende Deutsche werden dann nach französichem Erbrecht beerbt, in Deutschland lebende Franzosen nach deutschem Erbrecht. Es besteht aber die Möglichkeit einer Rechtswahl zugunsten des Heimatlandes. Wer ein Testament errichtet, sollte sich von einem Rechtsanwalt beraten lassen, welche Rechtsordnung für ihn günstiger ist.

Abwicklung des Erbfalls - Zuständigkeiten

Zumindest bis zu der Vereinheitlichung durch die EU-Erbrechtsverordnung können für die Abwicklung von deutsch-französischen Erbfällen bzw. für Entscheidungen bei einem Erbstreit grundsätzlich deutsche als auch französische Gerichte in Frage kommen. Die Wahl des richtigen Gerichts sollte durch einen Rechtsanwalt erfolgen und sich nach praktischen und taktischen Erwägungen richten.

Ein Nachlassgericht, wie man es aus Deutschland insbesondere für die Ausstellung von Erbscheinen kennt, gibt es in Frankreich nicht. Dort übernimmt der Notar wichtige Funktionen eines Nachlassgerichts.

Deutsche Erbscheine müssen von französischen Gerichten nicht anerkannt werden. Legt ein deutscher Erbschein nicht das aus französischer Sicht anwendbar Erbrecht zugrunde, besteht keine Aussicht auf Anerkennung.

Für künftige Erbfälle, in denen die EU-Erbrechtsverordnung greift, gibt es eine einheitliche internationale Zuständigkeit in dem Land, in dem der Erblasser seinen letzten gewöhnlichen Aufenthalt hatte. Außerdem wird das Europäische Nachlasszeugnis eingeführt. Inwieweit dieses die Abwicklung deutsch-französischer Erbfälle erleichtern kann, bleibt abzuwarten.

Überblick über das französische Erbrecht

Das französiche Erbrecht unterscheidet sich nicht unwesentlich zu den deutschen Vorschriften des BGB. In den letzten Jahren wurden wesentliche Bestimmungen geändert, insbesondere aus dem Pflichtteilsrecht oder auch beim Ehegattenerbrecht.

Die Erbeinsetzung durch Testament hat die Besonderheit, dass jede Erbeinsetzung rechtlich ein Vermächtnis ist. Gemeinschaftliche Ehegattentestamente wie z.B. das klassische "Berliner Testament" im deutschen Erbrecht, kennt das französiche Erbrecht nicht. Erbverträge sind nur sehr eingeschränkt möglich. Die Anordnung einer Vor- und Nacherbschaft ist inzwischen auch in Frankreich möglich. Pflichtteilsberechtigt sind die Abkömmlinge und gegebenenfalls auch der Ehegatte des Erblassers. Allerdings ist die Höhe des Pflichtteilsrechts abhänigig von der Zahl und dem Verwandtschaftsverhältnis der Pflichtteilsberechtigten. Pflichtteilsansprüche sind in Frankreich nicht auf eine Geldzahlung gerichtet, sondern gewähren ein Noterbrecht. Die Pflichtteilsberechtigten werden also Miterben. Mehrere Erben bilden eine Erbengemeinschaft. Dabei hat jeder Miterbe einen ideellen Anteil nicht nur am Nachlass, sondern auch an den einzelnen Nachlassgegenständen - ohne gesamthänderische Bindung.

Einen Überblick über das französische Immobilienrecht finden Sie hier: Immoblienrecht Frankreich

Wenn Sie eine Beratung oder Vertretung wünschen, kontaktieren Sie gerne telefonisch oder per Email Rechtsanwältin Dr. Walzer.

 

Autor: Cecile Walzer

 

 

 

 

 

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