Freiberufler: Steuern und Buchhaltung

Für Freiberufler wie z.B. Ärzte oder Künstler gelten bei der Steuer zum Teil andere Regeln als für Gewerbetreibende.

Unsere Leistungen für Freiberufler:

 

Abgrenzung zum Gewerbe (Gewerbesteuerpflicht)

Freiberuflich Tätige unterliegen nicht der Gewerbesteuer und müssen weniger Auflagen erfüllen als Gewerbetreibende. Ob eine Tätigkeit den Freien Berufen zugeordnet werden kann, entscheidet das Finanzamt je nach Einzelfall. § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG enthält einen Katalog Freier Berufe wie z.B. Journalist, Rechtsanwalt oder Arzt. Weitere Kriterien zur Abgrenzung liefert u.a. § 1 Abs. 2 PartGG sowie die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes. Schwierigkeiten bereitet die Abgrenzung insbesondere bei neu entstandenen Medienberufen. Im Zweifel kann beim Finanzamt eine verbindliche Auskunft beantragt werden, die jedoch kostenpflichtig ist.

Einkommensteuer, Freibetrag, Gewinnermittlung

Alle Einkünfte über dem Steuergrundfreibetrag in Höhe von 8.472 Euro (2015) unterliegen grundsätzlich der Einkommensteuer. Eine Steuererklärung muss jedoch jeder Freiberufler abgeben - auch wenn sein Gewinn unter dem Freibetrag bleibt.
Erleichterungen sind lediglich für die Gewinnermittlung vorgesehen: Liegen die Betriebseinnahmen unter 17.500 Euro, ist eine formfreie Einnahmeüberschussrechnung ausreichend. Bei Einnahmen über 17.500 Euro ist die Verwendung der "Anlage EÜR" (www.formulare-bfinv.de) nach Auffassung der Finanzverwaltung für die Steuererklärung zwingend. Daneben ist mindestens der Mantelbogen und die Anlage S einzureichen. Bei Verlusten, also insbesondere in der Anfangsphase der Tätigkeit, sind die Möglichkeiten der Verrechnung mit anderen Einkünften bzw. eines Verlustvortrags oder Verlustrücktrags zu prüfen.
Fehler bei der Steuererklärung kommen spätestens im Rahmen der regelmäßigen durch das Finanzamt durchgeführten Betriebsprüfungen zum Vorschein. Gegebenenfalls erläßt das Finanzamt einen neuen Steuerbescheid und verlangt den Ausgleich zu wenig gezahlter Steuern zuzüglich Zinsen. Wer Einnahmen wissentlich verschweigt oder falsche Angaben macht, begeht in der Regel eine strafbare Steuerhinterziehung.
Die Einkommensteuererklärung ist bis zum 31. Mai des Folgejahres abzugeben. Wer sich eines Steuerberaters bedient hat Zeit bis zum 31. Dezember.

Umsatzsteuer, Kleinunternehmer, Voranmeldung

Leistungen von Freiberuflern sind grundsätzlich umsatzsteuerpflichtig. Jede Rechnung muss daher die gesetzliche Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) in Höhe von i.d.R. 19% gesondert ausweisen.
Nur Kleinunternehmer, die im Vorjahr nicht mehr als EUR 17.500 eingenommen haben und im laufenden Jahr voraussichtlich nicht mehr als EUR 50.000 können selbst entscheiden, ob sie Umsatzsteuer erheben oder nicht.
Freiberufler, die Umsatzsteuer auf ihre Leistung aufschlagen, müssen diese an das Finanzamt abführen und sind gleichzeitig zum Vorsteuerabzug berechtigt - d.h. sie können die selbst z.B. an Lieferanten gezahlte Umsatzsteuer verrechnen.
Die Erklärung der Umsatzsteuer erfolgt auf dem entsprechenden amtlichen Formular. Regelmäßig ist monatlich (ggf. vierteljährlich) bis zum 10. des Folgemonats - sofern keine Dauerfristverlängerung beantragt ist - eine Umsatzsteuervoranmeldung mit dem ElsterFormular (www.elster.de) online an das Finanzamt zu übermitteln. Die "Besteuerung nach vereinnahmten Entgelten" sollte stets in Erwägung gezogen werden.

Buchhaltung, Belege, Aufbewahrung

Auch Freiberufler trifft unter Umständen eine Pflicht zur Führung von Büchern und Aufzeichnungen. In jedem Fall haben freiberuflich Tätige eine Pflicht zur Aufzeichung der Betriebseinnahmen und zur Aufbewahrung der Einnahmenbelege. Auch im Übrigen ist eine ordentliche Buchhaltung stets zweckmäßig - ist sie doch Grundlage für alle betriebswirtschaftlichen Auswertungen für Banken, Leasinggeber, Vermieter u.a. und alle Steuererklärungen und -voranmeldungen. So trägt auch der Freiberufler gegenüber dem Finanzamt die Feststellungs- und Beweislast für betriebliche Ausgaben und steuerbegünstigende Tatsachen, die seine Steuerlast mindern.

 

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte unverbindlich einen unserer Steuerberater in Hamburg oder Berlin. Spezielle steuerliche Informationen für Ärzte und Heilberufe finden Sie hier: Steuerberatung für Ärzte und Arztpraxen

 

 

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