Auch in der Corona-Krise sind wir weiter für Sie da. Dank effizientem Homeoffice mit leistungsstarkem Server und elektronischer Akte können wir sowohl bestehende Mandate als auch neue Anfragen weiter bearbeiten.

Nutzen Sie unsere Beratungsmöglichkeiten per Telefon, E-Mail und insbesondere auch Videokonferenz.
Frankreich

Immobilienvermittlung in Frankfreich

Makler oder Notar - wer kann es besser?

Ein Beitrag von Rechtsanwältin Dr. Cecile Walzer

Wer eine Immobilie zum Kauf sucht oder verkaufen möchte wendet sich in der Regel an einen Immobilienmakler. Dies ist auch bei der Suche nach einer Immobilie in Frankreich der Fall. Was vielen aber unbekannt ist: auch Notare können über ein Immobilien-Portfolio verfügen und potentiellen Käufern oder Verkäufern bei der Vermittlung helfen.

Nicht nur Beurkundung – auch Vermittlung von Immobilien durch Notar möglich

Es ist richtig, dass der Notar in Frankreich die Beurkundung des Hauptvertrages und die Abführung der wichtigen Steuern im Rahmen eines Immobilienkaufes vornimmt. Viele Notariate bieten aber darüber hinaus die Möglichkeit an, Immobilien an Käufer bzw. für Verkäufer zu vermitteln. Während der Käufer den Notar beauftragt, eine für ihn geeignete Immobilie zu finden mandatiert der Verkäufer den Notar, einen Käufer für seine Immobilie zu gewinnen.

Wie erfolgt die Vermarktung durch den Notar?

Der Notar wird die Immobilie Dank seiner Internetpräzens auf seiner Notariatsseite bewerben und vermarkten. Ebenso existiert eine eigens für Notare gegründete Immobilienvermittlungs- Website auf welche die Immobilien platziert werden können.

Viele Notariate verfügen sogar über eigens eingerichtete Immobilienabteilungen, die auf die Bewertung und Vermittlung von Immobilien spezialisiert sind.

Darüber hinaus begleitet der Notar in Frankreich Familien über mehrere Generationen und in unterschiedlichen Lebenslagen. Er ist somit bestens über etwaige Verkaufswünsche seiner Mandanten oder etwaiger Erben informiert und kann diese Informationen für die Vermittlung nutzen.

Vermittlungsgebühr ist verhandelbar

Früher waren die Vermittlungsgebühren eines Notars landesweit festgelegt und in der Regel geringer als die von Immobilienmaklern.

Seit dem 1. März 2016 steht es den Notaren nach französischem Immobilienrecht frei ihre Gebühren für die Vermittlung von Immobilien anzugeben. Dementsprechend besteht nunmehr für ihre Auftraggeber die Möglichkeit über die Höhe der Gebühren zu verhandeln und die Konkurrenz beider Branchen – Immobilienmakler und Notare - und diejenige der Notare untereinander auszunutzen.

Der Notar ist unparteiisch

Trotz seiner Beauftragung durch einen Käufer oder Verkäufer hat der Notar seine Standesregeln zu beachten und muss – anders als es bei Immobilienmakler der Fall ist - stets unparteiisch agieren.

Ist die Vermarktung über einen Notar vorteilhafter?

Pro:

  • Der Notar hat aufgrund der Begleitung vieler Transaktionen aber auch durch die Abwicklung vieler Erbschaften eine sehr gute Kenntnis des lokalen Immobilienmarktes. Er ist bestens über die Immobilienpreise informiert und kennt sich zudem mit den Maßstäben und Handhabungen der zuständigen Finanzämter aus. Er wird daher in der Lage sein, den Wert einer Immobilie präzise einzuschätzen.
  • Wie bereits erwähnt verfügt der Notar durch seine langjährige Begleitung von Familien über ein großes Netzwerk und vielen Kontakten. Er ist über potentielle Kauf- oder Verkaufsvorhaben sowie über potentielle Objekte gut informiert.
  • Da der Notar der einzige Mittelsmann zwischen Käufer und Verkäufer ist, kann er eine zügige Abwicklung des Kaufes herbeiführen. Denn er hat bereits sämtliche Informationen über die Parteien und die Immobilie. Er kann die technischen Gutachten überprüfen und das Grundbuch einsehen. Somit kann er zeitnah Vorvertrag und Hauptvertrag entwerfen und die notwendigen behördlichen Anfragen stellen ohne auf etwaige Antworten eines Maklers zu warten.
  • Die Vermittlungsgebühren einiger Notare fallen geringer aus als die von Immobilienagenturen. Im Ergebnis bleibt somit bei gleichem Verkaufspreis mehr für den Verkäufer als bei einem Makler über.

Kontra:

Als ein bedeutender Nachteil kann die hohe Arbeitsbelastungder französischen Notare genannt werden. Wer einen Notar für die Vermittlung oder für die Recherche einer Immobilie beauftragt muss vorab sicherstellen, dass der Notar auch in der Lage ist seinen Auftrag interessengerecht zu erfüllen. Es ist deshalb wichtig vor einer Beauftragung zu fragen, ob der Notar eine eigens für die Vermittlung von Immobilien eingerichtete Abteilung besitzt oder, ob er, neben seiner vielen Notararbeit, auch die Vermittlung selbst und ohne große Unterstützung vornehmen möchte.

Makleragenturen sind möglicherweise sowohl personell als auch aus Marketingsicht besser aufgestellt. Sie verfügen neben Online-Portalen auch über eine lokale Reichweite durch Annoncen und Verkaufsplakate die an den einzelnen Objekten angebracht werden. Auch verfügen sie in der Regel über eine größere internationale Erreichbarkeit Dank größerer Internetpräsenz und gegebenenfalls über bessere Sprachkenntnisse. Zudem kennen nur wenige die Möglichkeit eine Immobilie über einen Notar vermittelt zu bekommen und wenden sich deshalb sofort an einen Immobilienmakler.

Im Ergebnis kann dennoch festgehalten werden, dass die Vermittlung einer Immobilie über einen Notar durchaus Vorteile mit sich bringt. Vor einer Beauftragung sollte jedoch sichergestellt werden, dass der jeweilige Notar hinreichend Kapazitäten für eine gute Durchführung der Vermittlung hat und hierfür hinreichend gut aufgestellt ist.