Erbschaftsteuer, Schenkungsteuer

Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer stellen eine Belastung für die Nachfolge dar. Je intensiver der Zugriff des Fiskus ist, desto größer ist die Gefahr, dass z.B. übertragene Immobilien veräußert werden müssen oder der Betriebsnachfolger das Unternehmen nicht fortführen kann. Dabei stehen dem Rechtsanwalt und Steuerberater insbesondere auch nach der Reform der Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer Instrumente zur Verfügung, die den Anfall von Erbschaft- oder Schenkungsteuer vermeiden helfen.

Gerne betreuen wir sie bei der rechtlichen und steuerlichen Gestaltung Ihrer Nachfolge. Dies gilt sowohl für Erbschaften als auch für lebzeitige Schenkungen. Erben beraten wir hinsichtlich steuerlicher "Korrekturmöglichkeiten", z.B. durch Ausschlagung oder Pflichtteilsansprüche und erledigen auch die Erbschaftsteuererklärung.

Nachfolgend wollen wir Ihnen unsere Leistungen und unser Team im Bereich Erbschaftsteuer/Schenkungsteuer vorstellen und Ihnen Antworten auf wichtige Fragen aus diesem Bereich geben.

 

Leistungen und Köpfe für die Erbschaft- und Schenkungsteuer

Leistungen

  • Steueroptimierte Gestaltung von Erbfällen und lebzeitigen Vermögensübertragungen
  • Erstellung von Erbschaftsteuererklärungen und Schenkungsteuererklärungen
  • Steuervermeidungsmaßnahmen im Erbfall (Ausschlagung, Pflichtteilsgeltendmachung etc.)
  • Steuerliche Bewertung von Immobilien- und Betriebsvermögen
  • Vertretung bei Auseinandersetzungen mit dem Finanzamt

Kanzlei Berlin

  • Rechtsanwalt und Steuerberater Dirk Mahler (Steuerrecht, Erbschaftsteuer, Schenkungsteuer)
  • Rechtsanwältin Dr. Cécile Walzer (Rechtsanwältin für Erbrecht und Schenkungen)

Kanzlei Hamburg

  • Rechtsanwalt und Steuerberater Helge Schubert (Fachanwalt für Steuerrecht)
  • Rechtsanwältin Kristin Winkler (Fachanwältin für Erbrecht, Fachanwältin für Steuerrecht)


Überblick über das Recht der Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer

Nachfolgend finden Sie häufige Fragen und Antworten zur Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer aus unserer Beratungspraxis.

Wie geht es nach dem Urtail des Bundesverfassungsgerichts weiter?

Ende 2014 wurde das aktuelle Recht zur Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer vom Bundesverfassungsgericht gekippt. Grund: Die Privilegierungen für Erben von Betriebsvermögen sind in ihrer konkreten Form nicht mit dem Gleichbehandlungsgrundsatz des Grundgesetzes vereinbar. Der Gesetzgeber in Berlin hat vom Gericht eine Frist bis zum 30. Juni 2016 gesetzt bekommen. Bis dahin muss das bestehende Recht durch eine verfassungskonforme Regelung ersetzt werden. Bis dahin gilt das bisherige Recht zwar fort. Das Bundesverfassungsgericht hat jedoch klargestellt, dass dies keinen Vertrauensschutz gegenüber einer bis zur Urteilsverkündung rückwirkenden Neuregelung bedeutet, wenn die Neuregelung "einer exzessiven Ausnutzung der gleichheitswidrigen Vorschriften die Anerkennung versagt." Gestaltung sollten also möglichst umsichtig vorgenommen werden.

Welche Freibeträge und Steuersätze gibt es?

Schenkungen und Erbschaften im Rahmen der persönlichen Freibeträge bleiben steuerfrei. Für Kinder betragen sie 400.000 Euro (von jedem Elternteil), für Ehegatten sogar 500.000 Euro. Geschwister, Neffen, Nichten und nicht verwandte Personen wie Lebensgefährten und Freunde haben dagegen nur einen Freibetrag in Höhe von 20.000 Euro. Auch bei den Steuersätzen kommt es auf das Verwandtschaftsverhältnis an. Nahe Angehörige wie Ehegatten und Kinder zahlen je nach Höhe der Schenkung oder Erbschaft zwischen 7 und 30 Prozent an den Fiskus, bei nicht verwandten Personen sind dies schon 30 bis 50 Prozent.

Welche Ausnahmen und Vergünstigungen gibt es?

Die bedeutendste Vergünstigung besteht für Erben von Betriebsvermögen. Hier ist ein Verschonungsabschlag von 85 oder gar 100 Prozent möglich, wenn die Erben bzw. Übernehmer den Betrieb weiterführen, die Arbeitsplätze erhalten und es sich nicht um bloßes Verwaltungsvermögen handelt. Zur Verfassungswidrigkeit dieser Regelung s.o. Daneben gibt es noch zahlreiche weitere Steuerbefreiungen und Freibeträge wie z.B. für Hausrat, selbst genutzte Immobilien, Gelegenheitsgeschenke oder Zuwendungen an gemeinnützige Einrichtungen.

In welchen Fällen besteht überhaupt Handlungsbedarf?

Handlungsbedarf in Sachen Erbschaftsteuer bzw. Schenkungsteuer besteht vor allem in folgenden Konstellationen:

Immobilien: Bei Grundeigentum kommt der Bewertung und Nutzung eine erhebliche Rolle zu. Zwischen Ehegatten kann ein selbst bewohntes Haus oder eine Wohnung steuerfrei übertragen werden.

Betriebsvermögen: Für die Übertragung von Unternehmen oder einer Beteiligung gelten besondere Vorschriften. Hier gilt es, die gesetzlichen Verschonungsregeln optimal auszunutzen.

Gütertrennung: Ehegatten im Güterstand der Gütertrennung verschenken den steuerfreien Zugewinnausgleich im Erbfall. Es bietet sich der Wechsel zur (modifizierten) Zugewinngemeinschaft an.

Berliner Testament: Bei einem gemeinschaftlichen Testament mit der Einsetzung der Kinder lediglich als Schlusserben, können die Freibeträge Kinder nicht optimal genutzt werden.

Auslandsvermögen: Bei der Immobilie oder dem Konto im Ausland muss geprüft werden, ob neben dem deutschen auch das ausländische Finanzamt auf das Vermögen zugreifen will und wie eine Doppelbesteuerung vermieden werden kann.

Entfernte Erben: Bruder, Schwester, Nichte und Neffe gehören genau wie der Lebensgefährte nicht zur privilegierten Steuerklasse I und werden mit einem niedrigen Freibetrag und hohem Steuersatz besonders zur Erbschaftsteuer herangezogen. Neben Heirat und Adoption gibt es auch hier Möglichkeiten einer steuerlichen Gestaltung.

Autor: Dirk Mahler

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