21.03.2022, Aufsichtsrecht & Finanzierung

Werden Bitcoins wegen schlechter Ökobilanz verboten?

Energie sparen mit Bitcoin-Verbot

Autorin: Anna-Maria Blömer

Haben Sie je daran gedacht, dass Bitcoins schlecht für‘s Klima sein könnten? Grüne, SPD und Linke sind sich dessen jedenfalls so sicher, dass sie im EU-Parlament versuchten, ein De-facto-Verbot für die Krypto-Währung zu erwirken. Würde sie verboten werden, hätte das ungeahnte Konsequenzen für den Umgang mit Bitcoins im deutschen Recht. Naja, vielleicht müsste man dann jedenfalls keine Steuern für Bitcoins mehr bezahlen, wenn man sie veräußert? Oder genau das Gegenteil wäre der Fall…?  

Aber der steuerrechtliche Aspekt von Kryptowährungen und deren Veräußerung soll in diesem Beitrag nicht im Vordergrund stehen. Schauen wir uns lieber genauer an, inwiefern Bitcoins Energie verbrauchen und was es mit dem „Proof of Work“ auf sich hat.

Antrag auf Bitcoin-Verbot wegen schlechter Ökobilanz

Der Änderungsantrag verfolgte ein de facto Verbot des energieintensiven Konsens- und Schutzverfahrens „Proof of Work“. Bei diesem Verfahren werden hochaufwendige Rechenaufgaben gelöst. Bereits vor einigen Jahren entstand aufgrund des riesigen Energiebedarfs der Berechnungen eine intensive Debatte über die Nachhaltigkeit von Cryptos. Auslöser für den steigenden Energiebedarf und -verbrauch ist das Steigen der Bitcoin-Preise. Immer wenn der Bitcoin-Preis steigt, konkurrieren mehr von den sogenannten Bitcoin-Minern um das Gewinnen neuer Coins. Infolgedessen werden die Rechenaufgaben komplexer und verbrauchen mehr Energie.

Proof of work, Blockchain-Technologie und Bitcoins

Da Kryptos auf der Blockchain-Technologie basieren, ist es unumgänglich, dass auch der damit verbundene Proof-of-Work (PoW) eine grundlegende Rolle bei der Unterstützung der Sicherheit und Integrität der Krypto-Finanztechnologie spielt. „Proof of work“ (dt.: Arbeitsnachweis) steht konkret für einen Konsens-Mechanismus. Er soll für Einstimmigkeit im Netzwerk sorgen, indem er dort versucht, einen Konsens zu erzielen, um eine Einigung auf identische Versionen der Blockchain zu schaffen.

Wie entscheidet die EU-Kommission zum Bitcoin-Verbot?

Der Ausschuss für Wirtschaft und Währung stimmte mehrheitlich gegen den Änderungsantrag von Regeln für Krypto-Dienstleistungen (Mica), den die drei deutschen Parteien vorgeschlagen hatten. 32 Abgeordnete stimmten für und 24 gegen einen Alternativantrag ohne ein Verbot der Digitalwährung, während sich drei Abgeordnete enthielten.

Auf Vorschlag der EU-Kommission soll eine neue Richtlinie erstmals einheitliche Rahmenregelungen für Digital- und Kryptowährungen innerhalb der EU schaffen. Voraussetzung für eine Umsetzung dieses Plans wäre zunächst, dass das Europaparlament und die EU-Staaten sich auf eine gemeinsame Position einigen können.

Dem Signal der Innovationsfeindlichkeit gerade noch entkommen?

Ein Abgeordneter der CSU, Markus Ferber, freute sich über das Ergebnis. Denn seiner Meinung nach hätte "ein Verbot der `Proof of work`-Technologie die EU als Krypto-Standort komplett unattraktiv gemacht und ein Signal der Innovationsfeindlichkeit ausgesandt." Er gibt zwar zu, dass es im Bereich der virtuellen Währungen viele berechtigte Fragen gebe, aber Komplettverbote seien seiner Ansicht nach der falsche Weg, um diese Fragen aus dem Weg zu räumen.

Chance verpasst – Vorreiter in nachhaltigen Kryptos wird nun jemand anders

Ganz und gar nicht begeistert mit dem Ergebnis der Abstimmung war Rasmus Andersen, Abgeordneter der Grünen. Seiner Auffassung nach habe die EU damit die Chance vertan, ein Zeichen und vor allem Standards für nachhaltige Krypto-Assets zu setzen. Er befürchtet, dass sich nun zum Beispiel die USA diese Vorreiter-Position aneignen werden.

Weiter machte er darauf aufmerksam, dass man vor allem mit Krypto-Assets und den dahintersteckenden Blockchain-Technologien viel Potenzial zum Ausschöpfen hätte. "Wir dürfen aber die Augen vor der verheerenden ökologischen Bilanz und der ungleichen Verteilung nicht verschließen."

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