Bitcoin und Steuer

Sichtweise der Finanzämter auf Kryptowährungen

Kryptowährungen wie Bitcoin werfen nicht nur rechtliche, sondern insbesondere auch steuerliche Fragestellungen auf. Nachfolgend finden Sie Informationen für Unternehmer, Investoren und Anleger zu wichtigen steuerlichen Themen.

Rechtliche Aufsührungen und unsere entsprechenden Beratungsangebote im Aufsichtsrecht bzw. IT-Recht finden Sie hier: Bitcoin & Recht

Hinweis im Steuerrecht Aktuell nehmen wir keine Mandate im Bitcoin-Bereich an.

Neue Geschäftsmodelle - neue Steuerfragen

Die Anwälte im Startup- und Venture Capital-Bereich machen oft die Erfahrung, dass die Steuerthemen bei den Startups und ihren Gründern meist nur eine Nebenrolle einnehmen. Interessanterweise ist der Blickwinkel bei Startups und FinTecs im Kryptowährungsbereich größer. In diesen Geschäftsbereichen werden Steuerfragen von Gründern und Investoren große Bedeutung beigemessen. Dabei gilt das Augenmerk weniger den allgemeinen Fragen des Steuerbelastungsvergleichs zwischen Kapitalgesellschaft (UG, GmbH) und Personenhandelsgesellschaft (GmbH & Co. KG), als vielmehr der spezifischen Steuerbelastung betreffend das konkrete Geschäftsmodell auf Unternehmensebene und auf Investorenebene.

Ungeklärte Rechtsfragen

Bitcoins und Altcoins sind in Deutschland weder als gesetzliche Währungen noch als gesetzliches Zahlungsmittel anerkannt. Vor dem Hintergrund der ungeklärten Rechtsnatur von Kryptowährungen stellt sich für Kryptowährungshändler und gewerbliche Investoren die Frage, welche Steuer auf die Gewinne aus Spekulationsgeschäften anfällt. Zunächst einmal ist festzustellen, dass die Kryptowährungsgeschäfte in jedem Fall steuerpflichtig sind. Im Rahmen des Handels von Bitcoins und Altcoins unterfallen die Handelsgewinne den allgemeinen Ertragssteuern. Abhängig davon, ob eine private Person, Personenhandelsgesellschaft oder Kapitalgesellschaft handelt, fallen Einkommen-, Körperschaft- und Gewerbesteuer an.

Keine Quellensteuer

Hervorzuheben ist die Einschätzung der Finanzämter zu Spekulationsgewinnen auf der Einkommensteuerseite. Beim Aktien-, Wertpapierhandel und Zinsgewinnen fällt seit 2009 eine Quellensteuer an. Danach werden die Dividenden und Aktienkursgewinne, die über den Sparerfreibetrag hinausgehen, pauschal mit der Abgeltungssteuer von 25 % (zzgl. SolZ und ggf. Kirchensteuer) belastet.

Obgleich man Aktienhandelsgewinne mit Gewinnen aus Bitcoin- und anderen Kryptowährungsgeschäften funktional vergleichbar halten kann, sollen Bitcoinhandelsgewinne keiner Quellenbesteuerung/Abgeltungssteuer unterfallen. Anleger, die im Bitcoin- und Kryptowährungshandel aktiv sind, können nach bisheriger Meinung der Finanzverwaltung private Veräußerungsgeschäfte betreiben. Diese Spekulationsgewinne werden nach § 23 EStG besteuert. Bei den privaten Veräußerungsgeschäften haben Privatpersonen eine steuerliche Freigrenze von EUR 600,00. Hält der Privatanleger die jeweilige Kryptowährung für eine Frist von einem Jahr, sind die Veräußerungsgewinne steuerfrei. Zu berücksichtigen ist, dass der Besteuerung sowohl der Verkauf von Bitcoin gegen Euro oder andere staatliche Währungen unterfallen als auch der Verkauf von Bitcoin gegen Bezug anderer Kryptowährungen. Unbedingt beachtet werden sollte, dass steuerpflichtige Gewinne nicht nur beim Tausch einer Währung in eine andere Währung entstehen, sondern auch realisiert werden können, wenn der Anleger Kaufpreiszahlungen oder Vergütungen mit Kryptowährungen vornimmt, z.B. im Wege von eCommerce-Geschäften.

Steuerliche Rahmenbedingungen für Anleger

Die steuerlichen Darstellungen gelten für einen Handelsgewinn aus Kryptowährungsgeschäften. Investiert dagegen ein Anleger in unternehmerisch tätige Miner, Mining-Pools, Kryptowährungshändler oder sogar Kryptowährungsbörsen (Exchange), wird der Gewinn des Anlegers grundsätzlich nicht nach § 23 EStG besteuert. Es handelt sich dann nicht um private Veräußerungsgeschäfte. Die Besteuerung ist vielmehr abhängig von der konkreten Art der Investition und den Gewinnausschüttungen (Mitunternehmer, Eigen- oder Fremdkapital, etc.).

Was ist mit der Umsatzsteuer?

Ob der Bitcoin-Handel der Umsatzsteuer unterfällt, wird unterschiedlich bewertet. Jedenfalls hat der Europäische Gerichtshof 2015 Position zum Umsatzsteuerrecht von Bitcoin-Umtauschgeschäften bezogen. Das oberste EU-Gericht entschied, dass gewerbliche Umsätze aus dem Umtausch von Bitcoins in staatliche Währungen grundsätzlich die Umsatzsteuerbefreiung in Anspruch nehmen können, da Bitcoins nach der Auffassung des Gerichts den staatlichen Zahlungsmitteln gleichgesetzt wurde (sog. umsatzsteuerfreie Devisengeschäfte).

Kontaktformular für unverbindliche Mandatsanfragen

Schildern Sie uns Ihr Anliegen und/oder lassen Sie sich zurückrufen.

Hiermit willige ich in die Verarbeitung meiner Daten gemäß der Datenschutzerklärung (Ziffer VIII.) ein. Die Daten werden zur Bearbeitung meiner Kontaktanfrage benötigt und nicht an Dritte weitergegeben. Diese Einwilligung kann ich jederzeit mit Wirkung für die Zukunft durch Erklärung gegenüber ROSE & PARTNER widerrufen.