Selbstanzeigen ohne Ende?

Steuerhinterzieher suchen weiter den Weg in die Legalität

Veröffentlicht am: 12.08.2015
Von: ROSE & PARTNER Rechtsanwälte Steuerberater
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Der Boom bei den Selbstanzeigen scheint ungebrochen. Mehr als 10.000 Selbstanzeigen aufgrund von Schwarzgeld im Ausland sollen es nach Informationen der Welt am Sonntag im ersten Halbjahr 2015 gewesen sein. Die Zeitung hatte eine entsprechende Umfrage bei den Landesfinanzministerien gemacht.

Dies ist zwar ein spürbarer Rückgang im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2014. Allerdings wurden die Voraussetzungen im Steuerstrafrecht für eine Selbstanzeige zum Jahreswechsel verschärft. Gerade Steuerberater und Rechtsanwälte für Steuerstrafrecht gingen daher davon aus, dass bis Ende 2014 der ganz überwiegende Anteil möglicher Selbstanzeigen über die Bühne gehen würde.

Hintergrund

Bereits seit 2010 beschäftigen sich Kanzleien für Steuerstrafrecht überwiegend mit Selbstanzeigen aufgrund von Schwarzgeld in der Schweiz oder in anderen Steueroasen. Losgetreten wurde die Lawine durch den gezielten Ankauf von Daten-CDs mit Informationen über Steuerhinterzieher und ihre Konten. Aufgrund der zahlreichen Aufdeckungen von Steuerhinterziehungen und Verschärfungen im Steuerstrafrecht verwundert es in der Tag, warum noch immer so viele "Kapitalanleger" mit der Selbstanzeige warten. Die Ursachen dafür sind vielfältig. So kommen z.B. immer häufiger Erben zu unseren Rechtsanwälten und Steuerberatern, die bei einem Erbfall Schwarzgeld im Nachlass entdeckt haben. Gerade bei Erbengemeinschaften oder im Falle eines Erbstreits ist dann höchste Vorsicht geboten. Dadurch, dass der Erblasser bis zum Tod entweder keine Selbstanzeige abgeben wollte oder dazu vielleicht gar nicht mehr in der Lage war, verlagern sich die steuerrechtlichen und strafrechtlichen Risiken dann auf die Erben.