Inflationsausgleich für Erben?

Ampel-Koalition angeblich für eine Erhöhung der Erbschaftsteuer-Freibeträge

Damit Erben Ihren Nachlass unbeschwert genießen können, sollen die Freibeträge rauf. Das sagt nicht nur die FDP. Auch der Rest der Ampel-Koalition wurde in den letzten Wochen weichgekocht.

Veröffentlicht am: 13.12.2022
Qualifikation: Fachanwalt für Erbrecht und Steuerrecht

Die peinlich-polemische Debatte um die „Erhöhung der Erbschaftsteuer durch die Hintertür“ hat endlich eine solidere Richtung eingeschlagen. Medienberichten zufolge hat sich die Ampelkoalition heute auf eine Erhöhung der Freibeträge für Erben geeinigt.

Höhere Freibeträge ein Gebot der "Fairness"

Ein Aufschlag bei den – seit 2009 unveränderten – persönlichen Freibeträgen, sei angesichts der Preissteigerungen eine Frage der Fairness, tönte es aus Regierungskreisen. Christian Linder hat schon mal eine konkrete Erhöhung um 25 Prozent in den Ring geworfen.

Und jetzt?

Mehr Initiative ist auf Bundesebene aber wohl erst mal nicht zu erwarten. Angeblich will man erst mal abwarten, ob sich eine Mehrheit im Bundesrat auf die Inflationsanpassung der Freibeträge für Erben und Beschenkte einigen kann. Und tatsächlich dürften die Bundesländer hier gerne mitmischen. Schließlich fließt die Erbschaft- und Schenkungsteuer nicht dem Bund, sondern den Ländern zu.

Was sagt Bayern?

Vielleicht freut sich sogar Herr Söder in Bayern. Der hatte immerhin vor wenigen Tagen noch Alarm geschlagen gegen die Ungerechtigkeiten der Erbschaftsteuer für Erben in Bayern, die besonders unter den enormen Wertsteigerungen ihrer Nachlässe zu leiden haben.

Söders Ansatz war jedoch nicht der Inflationsausgleich für alle Erben, sondern eine Regionalisierung der Freibeträge, sodass das Ferienhaus am Starnberger See möglichst genauso steuerfrei bleibt wie die Jagdhütte im Harz. Wie viel Verständnis dafür aus dem verarmten Rest der Republik kommt, bleibt abzuwarten. Aus Ampelkreisen gab es jedenfalls noch keine Signale in diese Richtung.