Erbschaftsteuer, Schenkungsteuer

Steueroptimierte Nachlassgestaltung und Steuererklärungen

Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer stellen eine Belastung für die Nachfolge dar. Je intensiver der Zugriff des Fiskus ist, desto größer ist die Gefahr, dass z.B. übertragene Immobilien veräußert werden müssen oder der Betriebsnachfolger das Unternehmen nicht fortführen kann. Dabei stehen dem Rechtsanwalt und Steuerberater insbesondere auch nach den letzten Reformen der Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer Instrumente zur Verfügung, die den Anfall von Steuern vermeiden helfen.

Gestaltungsmöglichkeiten bestehen bei der Erbschaftsteuer nicht nur im Vorfeld des Erbfalls, zum Beispiel durch lebzeitige Schenkungen oder steueroptimierte Testamente. Auch nach dem Erbfall gibt es "Korrekturmöglichkeiten", zum Beispiel durch die Ausschlagung der Erbschaft oder die Geltendmachung von Pflichtteilsansprüchen aus steuerlichen Erwägungen. Besondere Spielregeln bei der Erbschaftsteuererklärung sind im Übrigen für Erbengemeinschaften zu beachten.

Überblick über das Recht der Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer

Nachfolgend finden Sie häufige Fragen und Antworten zur Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer aus unserer Beratungspraxis.

Welche Freibeträge und Steuersätze gibt es?

Schenkungen und Erbschaften im Rahmen der persönlichen Freibeträge bleiben steuerfrei. Für Kinder betragen sie 400.000 Euro (von jedem Elternteil), für Ehegatten sogar 500.000 Euro. Geschwister, Neffen, Nichten und nicht verwandte Personen wie Lebensgefährten und Freunde haben dagegen nur einen Freibetrag in Höhe von 20.000 Euro. Auch bei den Steuersätzen kommt es auf das Verwandtschaftsverhältnis an. Nahe Angehörige wie Ehegatten und Kinder zahlen je nach Höhe der Schenkung oder Erbschaft zwischen 7 und 30 Prozent an den Fiskus, bei nicht verwandten Personen sind dies schon 30 bis 50 Prozent.

Welche Ausnahmen und Vergünstigungen gibt es?

Die bedeutendste Vergünstigung besteht für Erben von Betriebsvermögen. Auch das neue Erbschaftsteuerrecht bietet Unternehmern hier nach wie vor erhebliche Verschonungsabschläge und häufig weitgehende Steuerfreiheit - vorausgesetzt der Betrieb wird weitergeführt und die Arbeitsplätze bleiben erhalten.

Daneben gibt es noch zahlreiche weitere Steuerbefreiungen und Freibeträge wie z.B. für Hausrat, selbst genutzte Immobilien, Gelegenheitsgeschenke oder Zuwendungen an gemeinnützige Einrichtungen.

Welche Regeln gelten für Immobilien?

Grundstücke, Häuser, Wohnungen - Immobilien gehören wirtschaftlich regelmäßig zu den wesentlichen Nachlasswerten. Für sie gibt es zahlreiche Besonderheiten sowohl hinsichtlich möglicher Vergünstigungen bei der Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer als auch bei der Bewertung. Weitere Informationen finden Sie hier bei uns:

In welchen Fällen besteht überhaupt Handlungsbedarf?

Handlungsbedarf in Sachen Erbschaftsteuer bzw. Schenkungsteuer besteht vor allem in folgenden Konstellationen:

Immobilien: Bei Grundeigentum kommt der Bewertung und Nutzung eine erhebliche Rolle zu. Zwischen Ehegatten kann ein selbst bewohntes Haus oder eine Wohnung steuerfrei übertragen werden.

Betriebsvermögen: Für die Übertragung von Unternehmen oder einer Beteiligung gelten besondere Vorschriften. Hier gilt es, die gesetzlichen Verschonungsregeln optimal auszunutzen.

Gütertrennung: Ehegatten im Güterstand der Gütertrennung verschenken den steuerfreien Zugewinnausgleich im Erbfall. Es bietet sich der Wechsel zur (modifizierten) Zugewinngemeinschaft an.

Berliner Testament: Bei einem gemeinschaftlichen Testament mit der Einsetzung der Kinder lediglich als Schlusserben, können die Freibeträge Kinder nicht optimal genutzt werden.

Auslandsvermögen: Bei der Immobilie oder dem Konto im Ausland muss geprüft werden, ob neben dem deutschen auch das ausländische Finanzamt auf das Vermögen zugreifen will und wie eine Doppelbesteuerung vermieden werden kann.

Entfernte Erben: Bruder, Schwester, Nichte und Neffe gehören genau wie der Lebensgefährte nicht zur privilegierten Steuerklasse I und werden mit einem niedrigen Freibetrag und hohem Steuersatz besonders zur Erbschaftsteuer herangezogen. Neben Heirat und Adoption gibt es auch hier Möglichkeiten einer steuerlichen Gestaltung.

Autoren:

  • Dirk Mahler, Fachanwalt für Steuerrecht, Steuerberater
  • Helge Schubert, Fachanwalt für Steuerrecht, Steuerberater
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