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Familienrecht

Leihmutterschaft in Israel bald auch für homosexuelle Paare

Höchstes Gericht fordert Gesetzesänderung

Ein Beitrag von Dr. Marko Oldenburger, Fachanwalt für Familienrecht und Medizinrecht

Auch nach der jüngsten Wahl in Israel bleiben die ultraorthodoxen Parteien ein wichtiger Machtfaktor im Land. Gesetzliche Änderungen zugunsten der Gleichstellung von Schulen und lesbischen bleiben daher ein schwieriges Unterfangen. Gut, dass es in Israel noch das Höchste Gericht gibt. Dieses hat Ende Februar 2020 entschieden, dass der Staat Israel in Zukunft auch gleichgeschlechtlichen Paaren ermöglichen muss, mithilfe einer Leihmutterschaft Eltern zu werden.

Leihmütter werden bisher nur für Hetero-Paare tätig

Bisher können nur heterosexuelle Paare mit unerfülltem Kinderwunsch den Weg der Leihmutterschaft in Anspruch nehmen. Diese Praxis, so das Gericht, sei diskriminierend und damit rechtswidrig. Die Verweigerung der Inanspruchnahme einer Leihmutter durch homosexuelle Paare oder alleinstehende Männer verstoße gegen die Würde der Betroffenen.

Der LGTB-Verband in Israel Spricht von einer historischen Entscheidung, weil endlich das Grundrecht auf Elternschaft für alle verwirklicht werde. Die Knesset hat nun ein Jahr Zeit, für eine Gesetzesänderung zu sorgen, die eine Benachteiligung Spooler und lesbischer Paare bei der Leihmutterschaft verhindert.

Leihmutterschaft im Ausland oft letzter Ausweg

Nicht nur in Israel ist die Möglichkeit der Leihmutterschaft bisher stark eingeschränkt. In Deutschland zum Beispiel  betrifft das entsprechende Verbot nicht nur gleichgeschlechtliche Paare, sondern grundsätzlich alle Personen. Paaren mit Kinderwunsch, bei denen eine künstliche Befruchtung erfolglos bleibt und eine Adoption nicht infrage kommt, bleibt dann als letzter Wunsch oft nur noch die Leihmutterschaft im Ausland.

Doch auch, wenn dieses Vorhaben in dem ausländischen Staat legal ist, gibt es zahlreiche rechtliche Fallstricke für eine so entstandene junge Familie, die dann als solche in Deutschland leben möchte. Daher sollten Interessierte sich bereits vor einem solchen Projekt von einem spezialisierten Fachanwalt für Familienrecht beraten lassen.