Gesellschaftsrecht

Psychologische Betrachtung eines Gesellschafterstreits

Schuster bleib bei deinen Leisten?

Ein Beitrag von Rechtsanwalt Dr. Jörg Kaufmann, LL.M., Anwalt für Gesellschaftsrecht in München

Der psychologisch interessierte Rechtsanwalt findet im Gesellschafterstreit ein dankbares Betätigungsfeld. Denn jede Auseinandersetzung unter Gesellschaftern weist eine starke psychologische Komponente auf.

Die Ursachen und die Wege zur Bewältigung eines jeden Gesellschafterstreits lassen sich ohne ein gewisses psychologisches Verständnis nicht verstehen. Entsprechendes gilt für den erfolgreichen Abschluss eines Gesellschafterstreits.

Der Anwalt ist kein Psychologe

Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass Rechtsanwälte lediglich über eine juristische und keine psychologische Ausbildung verfügen. Dennoch kommen auch Anwälte – hin und wieder – mit der breitgefächerten modernen Psychologie in mehr oder minder starkem Umfang in Berührung. Dies wirft die Frage auf, inwieweit vorhandene psychologische Kenntnisse dem Anwalt im Gesellschafterstreit von Nutzen sein können.

Anwendbarkeit psychologischer Kenntnisse

Der prospektive mittelständische Mandant sucht den von ihm auserkorenen Rechtsanwalt zumeist erst dann auf, wenn er nicht mehr weiterweiß und der Gesellschafterstreit der Intervention eines Beraters bedarf, der von der Historie des Streits unbelastet ist. Der Anwalt muss den zumeist arg gebeutelten Mandanten zunächst einmal dort „abholen“, wo er geradesteht.

Anders ausgedrückt: der Anwalt trifft fast immer auf einen Mandanten, der schon gehörig unter Druck steht. Besonders wichtig ist dabei, dem Mandanten mögliche Strategien zur Lösung des Gesellschafterstreits aufzuzeigen. Gelingt dem Anwalt die Bewältigung dieser Aufgabe nicht, wird der Rechtssuchende von einer Mandatierung absehen.

Psychologische Schwächen im Gesellschafterstreit ausnutzen

Im weiteren Verlauf muss der Anwalt die Ursachen des Gesellschafterstreits einmal näher untersuchen. Zumeist liegt ein Ineinandergreifen von privaten und geschäftlichen Interessen vor, welches den Konflikt ausgelöst hat. Dies gilt nicht nur bei Familiengesellschaften, sondern auch bei allen anderen Gesellschaftern, die auch auf privater Ebene miteinander verbunden sind.

Ansonsten gilt es, die psychischen Schwächen der Gegenpartei zu erkennen und zum Vorteil der eigenen Mandantschaft zielgerichtet auszunutzen. Je fundierter die psychologischen Kenntnisse des Anwaltes sind, umso mehr kann und muss er von diesen Kenntnissen auch Gebrauch machen. Das schuldet der Rechtsberater seinem Mandanten.

Die Kehrseite der Medaille

Ein Anwalt mit fundierten psychologischen Kenntnissen muss die Beratung auch in einem erbitterten Gesellschafterstreit nicht fürchten. Dieser greifbare Mandantennutzen zeigt dem Anwalt gleichzeitig die Grenzen der juristischen Denkweise auf. Ein Handlungsansatz, der auf einer psychologischen Analyse der Situation beruht, kann schneller zum Erfolg führen als ein ausgeklügeltes juristisches Manöver.

Ein „schwerer“ Gegner zeigt vielleicht schneller menschliche Schwäche als zunächst gedacht. Der Anwalt sollte auch nicht weiter verwundert sein, dass dem Mandanten die telefonische Erreichbarkeit des Beraters wichtiger ist als langatmige juristische Ausführungen. Eine echte Beraterpersönlichkeit steht jedoch über diesen Dingen und handelt ausschließlich im Interesse des Mandanten.

Fazit für die Beratung eines Gesellschafterstreits

Wenn der Anwalt über fundierte psychologische Kenntnisse verfügt, muss er diese auch in einem Gesellschafterstreit zum Nutzen des Mandanten einsetzen. Andernfalls verfehlt er das Ziel, als berufener Rechtsberater im Interesse seines Mandanten zu agieren. Ganz grundsätzlich ist das Team von ROSE & PARTNER Ihnen bei allen Fragen rund um das Thema Gesellschafterstreit sehr gern behilflich. In unserem Büro in München und auch an den weiteren Standorten stehen Ihnen erfahrene Fachanwälte für Gesellschaftsrecht zur Verfügung.

Wir beschäftigen an allen unserer Standorte erfahrene Fachanwälte für Gesellschaftsrecht.

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