Konfliktcoaching im Erbstreit

Unterstützung für Erben und Enterbte

„Versteht Ihr Euch noch oder habt Ihr schon zusammen geerbt?“, ist eine Frage mit traurig tiefer Wahrheit. Streit um einen Nachlass ist für viele Menschen eine sehr belastende Situation, bei dem es neben dem Erbe auch um Beziehungen und familiäre Bande geht. Wir managen Konflikte rund um die Erbschaft nicht nur erbrechtlich durch unsere Fachanwälte für Erbrecht. Hand in Hand mit unseren Konfliktcoaches begleiten wir Sie u.a. auch auf emotionaler Ebene, damit alle Ihre Interessen berücksichtigt werden und Sie den Streit erfolgreich bewältigen.

Was leistet Konfliktcoaching?

Erbstreitigkeiten sind sehr unterschiedlich. Was sie gemein haben ist, dass das Thema Tod und Sterben uns Menschen berührt und das dort, wo (nahe) Angehörige versterben, auch in unserem eigenen Leben ein Kapitel zu Ende geht und ein neues beginnt. Während ein Erbe für den einen existenzsichernd ist, eröffnet es anderen einfach ganz andere Möglichkeiten. Zu jedem Erbfall gehört ein Leben und eine Vorgeschichte mit Angehörigen, Freunden und Geschäftspartnern. Konflikte, Vorlieben und Nachlässigkeiten des Erblassers im sozialen Umfeld finden sich häufig im Streit der Erben und Enterbten wieder. Daher gilt es, auch nichtrechtliche Fragen zu klären.

Mögliche Themen:

  1. Beleuchtung der rechtlichen Gestaltungsoptionen anhand Ihrer Bedürfnisse, Ziele und Werte
  2. Umgang mit Trauer, Abschied und Loslassen
  3. Perspektiven für die Beziehungen in der Erbengemeinschaft, zu den Erben bzw. den Pflichtteilsberechtigten während und nach der rechtlichen Auseinandersetzung
  4. Reflexion der eigenen Rolle und Position im Konflikt, Interessen erkennen und diese kommunizieren können
  5. bisherige Erfahrungen und Entwicklungen in Beziehungen analysieren
  6. eine tragfähige Haltung und Strategie für das weitere rechtliche und persönliche Vorgehen zu entwickeln
  7. Ressourcen für die Konfliktbewältigung aufzuzeigen, aufzubauen und die Resilienz zu stärken
  8. Gespräche und Verhandlungen praktisch vorzubereiten

Reduzierung von Konfliktkosten

Egal ob Barvermögen, Immobilien oder Unternehmen – für den einen ist eine Erbschaft existenzsichernd, für den anderen eröffnet es einfach neue Möglichkeiten. Oder man beansprucht etwas aus Gerechtigkeitsempfinden heraus, weil man dem Erblasser besonders nah stand oder auch unter ihm besonders zu leiden hatte und dafür entschädigt werden möchte. Doch die Beziehungen zu den anderen Beteiligten im Erbstreit ist vielleicht ebenso wertvoll? Durch beziehungsschonendes, beziehungserhaltendes oder gar beziehungsaufbauendes Konfliktmanagement muss die Auseinandersetzung des Erbes nicht auch das Ende der freundschaftlichen oder familiären Bande bedeuten.

Allgemeine Informationen zu den Konfliktkosten in einem Rechtsstreit finden Sie hier: Konfliktkosten

Ein Beispiel für Konfliktcoaching im Erbstreit

Die Erbengemeinschaft aus drei Geschwistern und dem besten Freund des Verstorbenen als Testamentsvollstrecker ist zerstritten, die Erben sind mit dem Vorgehen und Verhalten des Testamentsvollstreckers unzufrieden und wütend. Die Situation erfordert ein schnelles Handeln. Eines der Geschwister ist unser Mandant und sieht sich der Situation hilflos ausgeliefert. Die rechtlichen Möglichkeiten zum Vorgehen sind geklärt, der Mandant fühlt sich jedoch immer noch handlungsunfähig.

Im Coaching: In der ersten Cochingsitzung wird dem Mandanten klar, dass er seit dem Tod des Vaters keine Möglichkeit hatte seine Trauer auszuleben oder auszudrücken. Er schämt sich für den Streit um das Erbe, denn es war dem Erblasser ein großes Anliegen, die Familie zusammen zu halten. Die anderen Geschwister glauben, dass sie ihm gegenüber vom Vater immer benachteiligt wurden, der Mandant empfindet das nicht so und findet diese Überzeugung der anderen sehr ungerecht und verletzend. Die Emotionen werden reflektiert, der Mandant findet Möglichkeiten, für sich zu trauern und Abschied zu nehmen und einen Umgang mit Schamgefühlen, die ihn nicht mehr behindern. Für die Wut und Enttäuschung gegen den Testamentsvollstrecker wird eine Kommunikationsstrategie entwickelt und ein Gespräch vorbereitet.

Im Ergebnis: Abschied und Loslassen werden für alle Beteiligten möglich. Für ein Gespräch mit den Geschwistern über Bevorzugung und Benachteiligung durch den Vater wird ein Rahmen gefunden, in dem die Gefühle und Gedanken mitgeteilt werden können. Offen darüber sprechen zu können, dass er sich angesichts dieses Vorwurfs immer sehr schuldig gefühlt hat, obwohl er diesen Eindruck nie geteilt hat, ist für den Mandanten eine große Erleichterung. Für das Gespräch mit dem Testamentsvollstrecker kann dahingehend eine Kommunikationsstrategie gestaltet und geübt werden, dass dieser Details aus der Freundschaft offenlegen kann, die sein Verhalten erklären und die Geschwister Verständnis entwickeln lassen. Eine Zusammenarbeit im Sinne des Erblassers wird möglich.

Unser besonderes Angebot an Sie

Persönliche Stabilität, klärende Reflexion sowie gezielte Impulse und Anregungen geben Ihnen die Möglichkeit, einen konstruktiven Lösungsprozess und persönliche Entwicklung zu erleben und so kräftezehrenden Schlagabtausch im Erbstreit zu vermeiden. Unsere Anwältinnen und Anwälte kooperieren eng mit Coaches, die auf den Umgang mit Konflikten insbesondere in Erbstreitigkeiten spezialisiert sind. Unser Coachingteam besteht aus zertifizierten Coaches und Mediatoren, die mit Ihnen gemeinsam Ihre Handlungsfähigkeit und Konfliktfähigkeit erhalten, stärken und erweitern.

 

 

Print