Unternehmensnachfolge durch Erbschaft

Unternehmen vererben - rechtliche und steuerliche Gestaltung

Noch immer wechseln viele Unternehmen - gewollt oder ungewollt - durch Erbfall den Inhaber. Auch wer seinen Betrieb bereits zu Lebzeiten in der Familie weitergeben oder an Dritte verkaufen will, sollte für den Fall vorsorgen, dass er vor Vollzug der Unternehmensnachfolge verstirbt.

Ein Unternehmen, dass nicht richtig auf den Erbfall vorbereitet ist, läuft Gefahr, diesen nicht zu überleben. Hier einige der bedeutendsten Risiken:

  1. Handlungsunfähige Geschäftsführung aufgrund zerstrittener Erben
  2. Pflichtteilsansprüche weichender Erben
  3. Fehlende Testamentsvollstreckung trotz minderjähriger (Mit-)Erben
  4. Erbschaftsteueransprüche des Finanzamts
  5. Versilberung des Betriebsvermögens durch willkürliche Zwangsversteigerung

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Anwaltliche Leistungen bei der Vererbung von Unternehmen bzw. Betrieben

Diese und andere Risiken der Unternehmensnachfolge durch Erbschaft können ganz vermieden oder zumindest erheblich entschärft werden. Unsere Rechtsanwälte und Fachanwälte für Erbrecht, Gesellschaftsrecht und Steuerrecht beraten Mandanten in Hamburg, Berlin und München in allen Fragen rund um die Unternehmensnachfolge sowie im Erbrecht bzw. Erbschaftsteuerrecht.

Typische Themen unserer Beratung sind:

Spezialisten gemeinsam im Team

Wir beraten und vertreten Sie bundesweit. Als Spezialkanzlei für Unternehmensnachfolge ist es unser Anspruch Ihnen stets ein maßgeschneidertes Team spezialisierter Anwälte, Fachanwälte und Steuerberater für eine individuelle Gestaltung oder die Durchsetzung Ihrer Interessen im Konflikt an die Hand zu geben.

In der Unternehmensnachfolge sind besonders folgende Qualifikationen gefragt:

Wichtige Themen bei der Unternehmensnachfolge durch Erbschaft

Nachfolgend geben wir Ihnen einen kurzen Überblick über wichtige Themen rund um die Unternehmensnachfolge durch Erbschaft.

Das Unternehmertestament

Es mag Personengruppen geben, bei denen ein Testament entbehrlich ist. Unternehmer gehören definitiv nicht dazu. Wer ein Unternehmen vererbt, muss viele Dinge beachten und im Testament regeln. Nur so kann ein Erbstreit verhindert und das Unternehmen geschützt werden. Häufig wird es zum Beispiel geboten sein, eine streitträchtige Erbengemeinschaft am Betrieb zu verhindern. Das kann im Unternehmertestament durch die Auswahl der Erben bzw. Vermächtnisnehmer erfolgen. Ist der testamentarische Nachfolger bestimmt, muss sich der Erblasser in einigen Fällen über eine mögliche Testamentsvollstreckung (s.u.) Gedanken machen. Außerdem gilt es, sinnvolle Verfügungen zugunsten derjenigen Angehörigen zu treffen, die im Erbfall nicht in den Betrieb eintreten sollen.

Nachfolgeklauseln in Gesellschaftsverträgen

Das beste Unternehmertestament ist wertlos, wenn es nicht mit dem Gesellschaftsvertrag des vererbten Unternehmens abgestimmt ist. Sowohl bei GmbHs als auch bei Personengesellschaften wie die GmbH & Co. KG oder die GbR werden die Weichen bei der Erbfolge in sogenannten "Nachfolgeklauseln" im Gesellschaftsvertrag geregelt. Das ist sinnvoll, da im Erbfall etwaige Mitgesellschafter ja davon betroffen sind, ob und welcher Familienangehörige des verstorbenen Gesellschafters in das Unternehmen eintritt. Der Unternehmer muss sich daher fragen, ob der testamentarische oder gesetzliche Erbe seines Gesellschaftsanteils überhaupt ein qualifizierter Nachfolger im Sinne des Gesellschaftsvertrags ist.

Pflichtteilsprobleme bei der Betriebsnachfolge

Werden im Testament nicht alle nahen Angehörigen als Nachfolger ausgewählt, können sich Pflichtteilsprobleme ergeben. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn der Betrieb das überwiegende Familienvermögen darstellt. Dann reicht das Privatvermögen häufig nicht aus, um die gesetzlichen Ansprüche der "weichenden Erben" zu befriedigen. Außerdem ist die Bestimmung des Unternehmenswert für die Berechnung des Pflichtteils ein häufiger Anlass für einen Erbstreit.

Wer hier kein Risiko eingehen will, sollte bereits zu Lebzeiten sein Testament mit entsprechenden Absprachen flankieren. So sorgt insbesondere ein Pflichtteilsverzicht für klare Verhältnisse und schützt den Fortbestand des Familienunternehmens. In formeller Hinsicht bedar ein solcher Verzicht der notariellen Beurkundung in tatsächlicher Hinsicht in der Regel einer attraktiven Abfindung für den Pflichtteilsberechtigten.

Testamentsvollstreckung an der Firma

Bei einem plötzlichen Versterben des Unternehmers oder bei minderjährigen Erben sind die ausgewählten Nachfolger häufig noch nicht bzw. nicht sofort in der Lage, die Firma weiterzuführen. In diesen Fällen ist eine Testamentsvollstreckung am Betrieb geboten.

Der Erfolg einer solchen Maßnahme hängt dagbei ganz entschieden von der Auswahl des richtigen Testamentsvollstreckers ab. Die Anforderungen an die Person sind hoch - in unternehmerischer, rechtliche, steuerliche und nicht zuletzt menschlicher Hinsicht. Im Zusammenhang mit der Testamentsvollstreckung spielt das Gesellschaftsrecht eine bedeutende Rolle. So ist z.B. die Testamentsvollstreckung an einer GmbH (Geschäftsanteil) mit einem etablierten Fremdgeschäftsführer deutlich unproblematischer als die an einem GbR-Anteil.

Erbschaftssteuer im Auge behalten

Auch nach letzten Reformen des Erbschaftsteuergesetzes (ErbStG) gibt es zahlreiche steuerliche Begünstigungen für Erben von Betriebsvermögen. Diese sind jedoch insgesamt komplexer geworden. Das gilt auch für die Bewertung von Unternehmen zum Zwecke der Erbschaftsteuererhebung. Verschaffen Sie sich rechtzeitig einen Überblick, welche Erbschaftsteuer im Falle der Unternehmensnachfolge durch Erbschaft anfallen kann und welche Maßnahmen Sie zu Lebzeiten zur Reduzierung der Steuerlast zu ergreifen können.

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