Die kleine Aktiengesellschaft

Gründung, Besonderheiten und Vorteile der kleinen AG

Die Aktiengesellschaft ist vom gesetzgeberischen Grundtypus eine große börsennotierte Gesellschaft mit einer Vielzahl von Aktionären. Die Praxis sieht indes meist anders aus. Hier dominiert die nicht börsennotierte Gesellschaft, mit einer Größe, die eher einer kleinen GmbH ähnelt als einem S-DAX-Unternehmen. Entsprechend klein ist auch der Kreis der Aktionäre. Der Gesetzgeber versucht mit einer Reihe von Regelungen den Bedürfnissen von kleinen Aktiengesellschaften gerecht zu werden.

Als bundesweit tätige Fach Anwaltskanzlei für Gesellschaftsrecht mit Spezialisierung im Aktienrecht beraten und vertreten wir Gründer, Vorstände, Aufsichtsräte und Aktionäre in allen Fragestellungen rund um die kleine Aktiengesellschaft.

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Wie wird eine kleine AG gegründet?

Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten, eine kleine Aktiengesellschaft zu werden: die Gründung und die Umwandlung. Wichtig zu wissen ist, dass beide Wege in die AG einen - gegenüber der Gründung einer GmbH - vergleichsweisen hohen formellen Aufwand hat.

1. Gründung

Zunächst kann eine AG wie jede andere Gesellschaft schlichtweg durch den Abschluss eines entsprechenden Gesellschaftsvertrages (Satzung) und der zwingend notwendigen Handelsregistereintragung gegründet werden. Ebenso wie bei einer GmbH kann eine AG auch nur durch eine einzelne Person gegründet werden („1-Mann-AG“).

Der einzelne Gründer kann entweder Mitglied des Vorstandes oder Mitglied des Aufsichtsrates werden. Er kann nicht in beiden Gremien vertreten sein. Der Vorstand kann nur aus einer Person bestehen. Der Aufsichtsrat muss sich hingegen aus mindestens drei Personen zusammensetzen. Insofern bedarf die Gründung der AG der Mitwirkung von mindesten 4 Personen.

2. Umwandlung

Eine AG kann schließlich durch einen sogenannten Umwandlungsvorgang entstehen. Das hierfür einschlägige Umwandlungsgesetz (UmwG) sieht folgende Möglichkeiten vor:

  • Formwechsel: Wechsel der Rechtsform einer bestehenden Gesellschaft in eine AG
  • Verschmelzung zur Neugründung: Verschmelzung zweier GmbHs zu einer AG
  • Abspaltung zur Neugründung: Abtrennung eines Unternehmensteils, welcher dann in AG betrieben wird

Häufigste Form der Umwandlung in der Praxis ist die Umwandlung einer GmbH in eine Aktiengesellschaft.

Vorstand und Aufsichtsrat einer kleinen AG

Hinsichtlich des Vorstandes gibt es bei der kleinen Aktiengesellschaft keine Besonderheiten. Dieser kann aus einer Person bestehen, welche den gewöhnlichen Pflichten als Vorstand einer Aktiengesellschaft unterliegt.

Entsprechendes gilt auch für den Aufsichtsrat einer kleinen AG. Erleichtert wurde die Arbeit des Aufsichtsrates dadurch, dass dieser - soweit der Aufsichtsrat dies bestimmt - nur zweimal im Jahr tagen muss.

Ausgewählte Regelungen für die Kleine Aktiengesellschaft

Das Aktiengesetz bestimmt die „Kleine AG“ nicht als besondere Form oder als besonderen Typus einer Aktiengesellschaft. Vielmehr sieht das Gesetz besondere Regelungen für Gesellschaften vor, deren Aktien nicht börsennotiert sind (d.h. deren Aktien nicht an einer Börse gehandelt werden). Zu diesen gehören unter anderem Folgende:

  • Zulässigkeit einer Ein-Personen-Gründung
  • Möglichkeit von Ausschluss / Einschränkung des Anspruchs des Aktionärs auf Aktienverbriefung
  • größerer Spielraum für Regelung der Gewinnverwendung in der Satzung
  • Möglichkeit, die Hauptversammlung mit eingeschriebenem Brief einzuberufen
  • Möglichkeit zum Verzichts auf sämtliche Einberufungsformalien bei Vollversammlung und unterbliebenem Widerspruch
  • keine notarielle Beurkundung von Beschlüssen der Hauptversammlung, wenn nicht mindestens eine Dreiviertel-Mehrheit notwendig ist
  • Freistellung von Arbeitnehmermitbestimmung bei unter 500 Arbeitnehmern

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