Erbschaftsteuer bei Unternehmen

Befreiungen, Bewertung und Gestaltung

Die Besteuerung von Unternehmen bzw. Unternehmensanteilen im Zusammenhang mit einer Erbschaft ist regelmäßig komplex und kann für den Betrieb bzw. die Betroffenen auch von existenzieller Bedeutung sein. Daher sollte bereits im Vorfeld des Erbfalls bei der Planung der Unternehmensnachfolge die Erbschaftsteuer angemessen berücksichtigt werden.

Außerdem gilt es, im Zusammenhang mit der Erbschaftsteuererklärung, die Möglichkeiten für Begünstigungen und Unternehmensbewertungen zu nutzen.

Allgemeine Informationen finden Sie hier:

Folgende Fragen stellen sich bei der Erbschaftsteuer für Unternehmen:

  1. Welche Personen sind von der Unternehmens-Erbschaftsteuer betroffen?
  2. Welche Vergünstigungen gibt es für Betriebsvermögen?
  3. Welche Freibeträge, Steuerklassen und Steuersätze gibt es?
  4. Wie kann durch Gestaltung der Unternehmensnachfolge Erbschaftsteuer vermieden werden?
  5. Was ist bei der Erbschaftsteuererklärung für Betriebsvermögen und der Unternehmensbewertung zu beachten?

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Betroffene Personen bei der Unternehmens-Erbschaftsteuer

Der Erbschaftsteuer unterliegt nach dem Erbschaftsteuer und Schenkungsteuergesetz (ErbStG) grundsätzlich jeder Erwerb von Todes wegen. Folgende Personen können zum Beispiel von der Erbschaftsteuer für Unternehmen bzw. Betriebsvermögen betroffen sein:

  • Alleinerbende Unternehmensnachfolger
  • Miterben, wenn ein Betrieb zur Erbengemeinschaft gehört
  • Vermächtnisnehmer, wenn das Vermächtnis aus einem Unternehmen oder Gesellschaftsanteil besteht
  • Pflichtteilsberechtigte Angehörige von Unternehmern

Welche Vergünstigungen für Betriebsvermögen gibt es?

Das Erbschaftsteuerrecht kennt nach wie vor umfangreiche Vergünstigungen für Erben von Unternehmen. Im Zuge der letzten Erbschaftsteuerreformen wurden die Voraussetzungen jedoch verschärft und sind deutlich komplexer geworden.

Die Spielregeln für die Steuerbefreiungen von Betriebsvermögen sind insbesondere in den §§ 13a und 13b ErbStG geregelt. Dort findet sich unter anderem:

  • eine Regelverschonung in Höhe von 85 Prozent
  • ein Abzugsbetrag in Höhe von 150.000 Euro
  • die Anforderungen der sogenannten Lohnsummenregelung
  • Regelungen zur Abschmelzung der Verschonung
  • Wertminderungsabschläge für bestimmte Familienunternehmen

§ 28 Absatz 1 ErbStG sieht zudem die Möglichkeit der Stundung der Erbschaftsteuer für begünstigtes Betriebsvermögen bis zu sieben Jahre vor. Hierfür ist ein entsprechender Antrag beim Erbschaftsteuerfinanzamt zu stellen.

Eine Besonderheit stellt die Steuerbegünstigung großer Immobilienvermögen in einer Gesellschaft dar. Hier gelten strenge Kriterien. Mehr dazu: Wohnungsunternehmen & Erbschaftsteuer

Freibeträge, Steuerklassen und Steuersätze

Im Grundsatz gelten für Unternehmen bzw. Betriebsvermögen die gleichen persönlichen Freibeträge, Steuerklassen und Steuersätze wie bei der Erbschaftsteuer auf Immobilien oder andere Vermögenswerte.

Beispiele:

  • Kinder, Enkel und Ehegatten gehören der Steuerklasse I an, für die Steuersätze zwischen 7 und 30 Prozent gelten. Die persönlichen Freibeträge liegen bei 400.000 Euro (Kinder), 200.000 Euro (Enkel) bzw. 500.000 Euro (Ehegatten). Hinzu kommen gegebenenfalls noch Versorgungsfreibeträge für Kinder und Ehegatten.
  • Eltern, Geschwister, Neffen und Nichten gehören der Steuerklasse II an, für die Steuersätze zwischen 15 und 43 Prozent gelten. Der persönliche Freibetrag für diese Personen liegt bei 20.000 Euro
  • Sonstige Personen, also nicht verwandte Bekannte, Geschäftspartner oder Mitarbeiter haben ebenfalls einen Freibetrag von 20.000 Euro. Sie gehören der Steuerklasse III an, deren Steuersätze zwischen 30 und 50 Prozent liegen.

Eine bedeutende Entlastung für Unternehmensnachfolger, die nicht zum engsten Kreis der Angehörigen des Erblassers gehören, stellt die sogenannte Tarifbegrenzung des § 19a ErbStG dar. Durch sie werden Erwerber, die der Steuerklasse II oder III angehören, also zum Beispiel, Geschwister, Neffen, Nichten oder Mitarbeiter bzw. Freunde etc. begünstigt.

Steueroptimierte Gestaltung der Unternehmensnachfolge

Wer als Unternehmer bzw. Gesellschafter der Nachfolgergeneration die Belastung durch eine etwaige Erbschaftsteuer ersparen will, hat zahlreiche Möglichkeiten der Gestaltung. Im Zentrum sollte dabei der Blick auf die Steuerbefreiungen des Erbschaftsteuergesetzes stehen. Rechtzeitig sollte geprüft werden, welche Vergünstigungen in Anspruch genommen werden können und inwieweit überhaupt begünstigtes Betriebsvermögen vorliegt.

Zu den weiteren Gestaltungen mit dem Ziel der Steuervermeidung gehört eine optimale Aufteilung des betrieblichen Vermögens auf potentielle Nachfolger. Das gilt sowohl für den Erbfall als auch bereits zu Lebzeiten durch Schenkungen. Auf diese Weise können Freibeträge, Steuerklassen und Steuersätze bestmöglich ausgenutzt werden.

Unerlässlich ist dabei jedoch eine professionelle gesellschaftsrechtliche Gestaltung bzw. eine Absicherung der Schenkergeneration, zum Beispiel durch sogenannte Familiengesellschaften. Auch im Übrigen sollten steuerliche Erwägungen die anderen „Baustellen“ bei der Planung der Unternehmensnachfolge, zum Beispiel Pflichtteilsthemen, nicht zu sehr verdrängen.

Erbschaftsteuererklärung und Unternehmensbewertung

Ist der Erbfall eingetreten, werden die Erben aufgefordert, eine Erbschaftsteuererklärung abzugeben. Für Betriebsvermögen gibt es hier einige Besonderheiten zu beachten. Hier ist der beratende Fachanwalt für Steuerrecht und Erbrecht gefordert, die Weichen richtig zu stellen.

Das gilt insbesondere auch für die Unternehmensbewertung. Bei der Festsetzung der Erbschaftsteuer für ein Unternehmen steht neben den Steuerbefreiungen schließlich vor allem die Bewertung der GmbH, der Personengesellschaft oder des Einzelunternehmens im Fokus. Gibt es – wie meist – keine Vergleichswerte aus zeitnahen Unternehmens- oder Anteilsverkäufen, kommt zunächst das sogenannte vereinfachte Ertragswertverfahren in Betracht. In vielen Fällen wird dieses standardisierte Verfahren jedoch nicht zum steuerlich besten Ergebnis führen. Dann ist die Wertermittlung durch ein Wertgutachten, insbesondere nach IDW S1, geboten.

Ausführlich dazu: Unternehmensbewertung für die Erbschaft- und Schenkungsteuer

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