Unternehmensbewertung, Anteilsbewertung

Bewertungsmethoden, Sachverständigengutachten, Kosten etc.

Der Wert eines Unternehmens bzw. eines Anteils daran ist für ganz unterschiedliche Personen von Bedeutung. Dazu gehören zum Beispiel sowohl der Unternehmenskäufer oder der ausscheidende Gesellschafter als auch der pflichtteilsberechtigte Erbe mit Betriebsvermögen im Nachlass oder der Unternehmer im Scheidungsverfahren.

Da Betriebe und Vermögensmassen komplexe Wirtschaftsgüter sind, ist auch die Unternehmens- bzw. Anteilsbewertung für eine GmbH, AG, Personengesellschaft oder ein Einzelunternehmen schwierig. Nur wenn der passende Experte für das konkrete Unternehmen die passende Bewertungsmethode für den jeweiligen Bewertungszweck anwendet, kommt man zu einem brauchbaren Ergebnis.

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Die 5 Fragen bei der Bewertung von Unternehmen bzw. Gesellschaftsanteilen

  1. Was ist der Anlass der Bewertung?
  2. Welche Unternehmensform ist zu bewerten?
  3. Was ist die passende Bewertungsmethode?
  4. Wer kann die Bewertung vornehmen?
  5. Was kostet die Unternehmensbewertung?

Hier kommen Sie direkt zu Ihrer Bewertungssituation:

Der Anlass der Unternehmensbewertung

Im Regelfall ist nicht bloße Neugier, sondern eine geplante Transaktion oder ein Rechtsstreit der Anlass dafür, ein Unternehmen zu bewerten. Manche Bewertungen dienen nur der Orientierung, andere müssen vor Gericht bestehen. In der Beratungspraxis dominieren die folgenden Situationen:

  1. Unternehmenstransaktion, M&A: Beim Kauf oder Verkauf eines Unternehmens, eines Gesellschafts- oder Geschäftsanteils dient die Ermittlung des Unternehmenswerts der Preisfindung für beide Seiten. Die Parteien entscheiden frei, ob Sie im Vorfeld der Transaktion eine Bewertung durch Dritte veranlassen. Eine Unternehmensbewertung ist auch bei Verschmelzungen oder Spaltungen nach dem Umwandlungsgesetz, bei Abschluss von Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträgen sowie oftmals auch bei Kapitalerhöhungen zwingend erforderlich. Mehr dazu: Unternehmenswert & Unternehmenskauf
  2. Abfindung ausscheidender Gesellschafter: Scheidet ein Gesellschafter aus einer GmbH oder Personengesellschaft aufgrund von Kündigungen, Ausschlüssen oder Einziehungen aus, steht ihm in aller Regel ein gesetzlicher oder vertraglicher Abfindungsanspruch zu. Gleiches gilt auch bei aktienrechtlichen Squeeze-out-Verfahren. Gibt der Gesellschaftsvertrag den Unternehmenswert bzw. die Bewertungsmethode vor, ist zu prüfen, ob die Abfindungsklausel rechtlich Bestand hat. Dazu mehr: Unternehmenswert & Gesellschafterabfindung
  3. Berechnung von Pflichtteilsansprüchen: Werden pflichtteilsberechtigte Angehörige enterbt und gehört Betriebsvermögen zum Nachlass, ist für die Ermittlung des Pflichtteilsanspruchs der Unternehmenswert festzustellen. Und auch bei der Gestaltung der Unternehmensnachfolge, zum Beispiel durch Pflichtteilsverzicht, ist eine Bewertung zweckmäßig. Mehr dazu: Unternehmenswert & Pflichtteil
  4. Berechnung des Zugewinnausgleichs: Gehört zum Vermögen eines Ehegatten ein Unternehmen, ist bei der Scheidung für die Ermittlung etwaiger Zugewinnausgleichsansprüche eine Unternehmensbewertung durchzuführen. Mehr dazu: Unternehmenswert & Zugewinn
  5. Ermittlung des Steuerwerts für die Erbschaft- und Schenkungsteuer: Wird ein Unternehmen oder ein Anteil daran vererbt oder verschenkt, muss der steuerliche Wert des Betriebes für die Berechnung der Erbschaftssteuer bzw. Schenkungssteuer ermittelt werden. Mehr dazu Unternehmenswert Erbschaftsteuer & Schenkungsteuer

Die Unternehmensrechtsform

Bei der Unternehmensbewertung bzw. Anteilsbewertung werden einige Weichen bereits aufgrund der Rechtsform des Unternehmens gestellt. Für einen mittelständischen Produktionsbetrieb in der Form der GmbH gelten andere Bewertungskriterien als für eine Freiberuflerpraxis ein Einzelunternehmen oder eine vermögensverwaltende Immobiliengesellschaft. Die einzig unproblematische Rechtsform für die Unternehmensbewertung ist übrigens die börsennotierte Aktiengesellschaft. Deren Verkehrswert wird an den Finanzmärkten laufend ermittelt.

Mehr zur Bewertung verschiedener Rechtsformen finden Sie demnächst auf folgenden entstehenden Unterseiten:

  • Aktiengesellschaft
  • GmbH
  • Personengesellschaften
  • Freiberuflerpraxen
  • Vermögensverwaltende Gesellschaften

Die Bewertungsmethode

Für jeden Anlass und jede Unternehmensform muss zunächst die passende Bewertungsmethode ermittelt werden. Einige Bewertungsansätze wie zum Beispiel der Buchwert oder das Stuttgarter verfahren, gelten heute als ungeeignet, um den tatsächlichen Unternehmenswert zu ermitteln. Gleichwohl tauchen sie nach wie vor insbesondere in Gesellschaftsverträgen auf. Nachfolgend finden Sie einen kurzen Überblick.

Auf den weiterführenden Seiten erfahren Sie, welche Methode in welchen Konstellationen geboten ist:

Grundsätzlich ist dabei zwischen Gesamtbewertungsverfahren (das zu bewertende Unternehmen wird als Bewertungseinheit verstanden) und Einzelbewertungsverfahren wie die Substanzwertmethode, die auf den Marktwert aller materiellen und immateriellen einzelnen Vermögensgegenstände abzüglich der Verbindlichkeiten abstellt) zu unterscheiden. Auch Mischverfahren werden in der Unternehmens- und Anteilsbewertung durchaus angewendet.

In der Praxis werden insbesondere bei kleineren Einheiten oft Überschlagsrechnungen (marktpreisorientierte Verfahren) vorgenommen.

Der sachverständige Unternehmensbewerter

In der Praxis befassen sich verschiedene Akteure mit der Bewertung von Unternehmen und Unternehmensanteilen. Wirtschaftsprüfer, Steuerberater oder Steueranwälte sind hier ebenso aktiv wie Unternehmensberatungen oder Banken. Gerade wenn der Anlass der Bewertung ein Rechtsstreit ist oder die Bewertung beim Finanzamt eingereicht werden soll, ist selbstverständlich ein qualifizierter, erfahrener Sachverständiger gefragt. Dieser muss jedoch in der Regel weder öffentlich bestellt noch vereidigt sein. Wichtig ist seine Erfahrung und Expertise bei Unternehmensbewertungen.

Neben dem betriebswirtschaftlichen Know How muss der Unternehmensbewerter auch die höchstgerichtliche Rechtsprechung zu bewertungsrelevanten Rechtsfragen kennen. Die Unternehmensbewerung stellt also eine Schnittstelle zwischen der Betriebswirtschaftslehre und Jurisprudenz dar.

Die Kosten der Unternehmensbewertung

Für die Unternehmensbewertung gibt es ebenso wenig einen festen Preis wie für das Unternehmen selbst. Anders als zum Beispiel bei der Immobilienbewertung haben sich bei der Bewertung von Einzelunternehmen, GmbHs oder Personengesellschaften in der Praxis auch keine Tabellen etabliert, nach denen sich die Kosten für die Unternehmensbewertung anhand des ermittelten Wertes bemessen.

Üblich ist vielmehr, dass der Auftraggeber des Gutachtens mit dem Sachverständigen eine Vergütung auf der Basis des zeitlichen Aufwands vereinbart. Die Stundensätze hängen dabei von der Qualifikation und Erfahrung des Sachverständigen sowie der Komplexität und Bedeutung der Bewertung selbst ab.

In Einzelfällen wird sich auch ein Pauschalpreis vereinbaren lassen.

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