Erbschaftssteuer

Gestalten und vermeiden vor und nach dem Erbfall 

Jeder Erwerb von Todes wegen unterliegt grundsätzlich der Erbschaftssteuer. Die verschiedenen Steuerklassen, Freibeträge, Begünstigungen und Bewertungsansätze bieten enormes Steuersparpotential. Gestaltungen zur Reduzierung der Erbschaftssteuer sind sowohl vor dem Erbfall als auch unmittelbar danach sowie bei der Erbschaftssteuererklärung möglich.

Ausführliche Informationen zur Schenkungssteuer bei Zuwendungen unter Lebenden finden Sie hier: Schenkungssteuer

Die erbschaftsteuerliche Beratung durch Rechtsanwälte und Steuerberater

Die Beratung im Bereich der Erbschaftssteuer erfolgt durch spezialisierte Steuerberater und Fachanwälte für Steuerrecht. Beratungsschwerpunkte sind:

  • Steueroptimierte Nachlassplanung, insbesondere durch Testamente und lebzeitige Schenkungen
  • Erarbeitung einer langfristigen Vermögensnachfolge innerhalb der Familie mit dem Ziel der Erbschaftsteuervermeidung
  • Maßnahmen zur Erbschaftssteuerreduzierung nach Eintritt des Erbfalls
  • Anfertigung von Erbschaftssteuererklärungen
  • Vertretung gegenüber den Finanzbehörden, insbesondere beim Einspruch  und  Klage gegen den Erbschaftssteuerbescheid
  • Erbschaftssteuerliche Bewertung von Immobilien
  • Erbschaftssteuerliche Bewertung von Unternehmen

So vielschichtig wie der Erbfall selbst sind auch die Fragestellungen seiner steuerlichen Behandlung. Daher arbeitet der Rechtsanwalt für Steuerrecht im Bereich der Erbschaftsteuer je nach Fallgestaltung mit Rechtanwälten für Erbrecht, Gesellschaftsrecht, Familienrecht und Immobilienrecht zusammen.

Für eine unverbindliche Anfrage kontaktieren Sie bitte direkt telefonisch oder per E-Mail einen unserer Ansprechpartner oder nutzen Sie unser Kontaktformular am Ende dieser Seite.

Erbschaftssteuerpflichtige Vorgänge

Der Erbschaftssteuer unterliegen insbesondere die folgenden Vermögensanfälle:

  • Erbschaften
  • Vermächtnisse
  • Zahlungen auf geltend gemachte Pflichtteilsansprüche
  • Erwerb durch Schenkungen auf den Todesfall

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl weiterer der Erbschaftssteuer unterliegende Vorfälle, die nicht immer gleich als solche ersichtlich sind. Einen Überblick bietet hier § 3 des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes (ErbStG).

Steuersätze und Freibeträge bei der Erbschaftssteuer

Die Steuerlast bei der Erbschaftssteuer hängt ganz wesentlich zwischen dem persönlichen Verhältnis von Schenker und Beschenktem ab. Nachfolgend ein Überblick für wichtige Personenkreise:

  1. Ehegatten und eingetragene Lebenspartner: Steuerklasse I, Steuersatz: 7-30 Prozent, Freibetrag: 500.000 Euro, Versorgungsfreibetrag: 256.000 Euro
  2. Kinder und Stiefkinder: Steuerklasse I, Steuersatz: 7-30 Prozent, Freibetrag: 400.000 Euro, Versorgungsfreibetrag: bis zu 52.000 Euro (je nach Alter)
  3. Enkelkinder: Steuerklasse I, Steuersatz: 7-30 Prozent, Freibetrag: 200.000 Euro
  4. Eltern: Steuerklasse I, Steuersatz: 7-30 Prozent, Freibetrag: 100.000 Euro
  5. Geschwister, Neffen, Nichten: Steuerklasse II, Steuersatz: 15-43 Prozent, Freibetrag: 20.000 Euro
  6. Schwiegerkinder: Steuerklasse II, Steuersatz: Freibetrag: 20.000 Euro
  7. Lebensgefährten, Freunde, Geschäftspartner etc.: Steuerklasse III, Steuersatz: 30-50 Prozent, Freibetrag: 20.000 Euro

Steuerliche Besonderheiten für Immobilien

Zu den wesentlichen werthaltigen Bestandteilen eines Nachlasses gehören meist Immobilien wie Häuser und Wohnungen. Für Grundeigentum gelten einige Besonderheiten bei der Erbschaftssteuer.

Bei der Planung der Vermögensnachfolge sowie bei der Abgabe der Erbschaftssteuererklärung sollten daher die Vergünstigungen für Immobilien berücksichtigt werden. Dazu gehört vor allem die Steuerbefreiung für durch den Erben weiter genutzte Wohnimmobilien (§ 13 Abs. 1 Nr. 4b und 4c ErbStG) sowie der 10-prozentige Bewertungsabschlag für vermietete Wohnimmobilien (§ 13c Abs. 1 ErbStG).

Besonders wichtig ist die Nutzung der steuerlichen Möglichkeiten bei der Bewertung der Immobilien.

Ausführliche Informationen zur Erbschaftssteuer bei Immobilien finden Sie hier: Erbschaftsteuer bei Immobilien

Besonders wichtig ist die Nutzung der steuerlichen Möglichkeiten bei der Bewertung der Immobilien: Immobilienbewertung für die Erbschaftsteuer

Begünstigtes Betriebsvermögen

Wird ein Unternehmen oder Unternehmensanteile durch einen Erbfall übergeben, gelten die besonderen Vergünstigungen für Betriebsvermögen. Die aktuelle Regelung im Erbschaftsteuergesetz ist das Ergebnis eines politischen Kompromisses aufgrund der Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts.

Diese komplexen Vorschriften bieten nach wie vor eine weitgehende Verschonung der Unternehmensnachfolge von der Erbschaftsteuer für viele Unternehmen. Dafür ist es jedoch erforderlich, die Voraussetzungen der Begünstigungen zu kennen und die Voraussetzungen für die Steuerbefreiung gegebenenfalls zu schaffen.

Insbesondere bei der Auflösung einer Erbengemeinschaft sind auch die möglichen ertragssteuerlichen Konsequenzen zu berücksichtigen. Das kann zum Beispiel der Fall sein bei einer Betriebsausfspaltung.

Ausführlich zur Erbschaftssteuer bei Unternehmen:                            

Anzeige der Erbschaft, Abgabe der Erbschaftssteuererklärung

Erbschaften, Vermächtnisse, Pflichtteilszahlungen etc. sind dem Finanzamt innerhalb von drei Monaten dem Schenkungssteuerfinanzamt anzuzeigen (§ 30 ErbStG). Da dem Laien meist weder die Anzeigepflicht noch die dazugehörige Frist bekannt ist, sind solche Meldungen in der Praxis aber eher die Ausnahme. Die Finanzämter erfahren natürlich trotzdem vom Erbfall. Schließlich erhalten sie Erbschaftsteuermeldungen der kontoführenden Banken und Versicherungen sowie die Meldungen der Nachlassgerichte bzw. Notare.

Das Wohnsitzfinanzamt des Erblassers wendet sich nach Kenntnis vom Erbfall dann regelmäßig an die bekannten Beteiligten mit der Aufforderung, eine Erbschaftsteuererklärung abzugeben. Wird ein Rechtsanwalt für Steuerrecht beauftragt wird in der Regel großzügig eine Fristverlängerung zur Abgabe der Erbschaftsteuererklärung eingeräumt. Er prüft die steuerlichen Optimierungsmöglichkeiten, so zum Beispiel bei verheirateten Eheleuten prüft der Fachmann für Erbschaftsteuererklärungen ob der konkret berechnete Zugewinnausgleich Erbschaftssteuer verhindern oder verringern kann .

Ausführlich: Erbschaftssteuererklärung

Berliner Testament im Erbfall                                    

Das Berliner Testament dürfte das in Deutschland am häufigsten erstelle Testament sein. Im Berliner Testament setzen sich die Eheleute gegenseitig als Alleinerben ein und ihre Kinder als Schlusserben.

Steuerlich ist das Berliner Testament im Hinblick auf die Ausnutzung der Freibeträge und der sogenannten Steuerprogression nachteilhaft. Noch vor dem Erbfall sollte daher eine günstigere Ausgestaltung des Testaments bedacht werden - zum Beispiel durch zusätzliche Vermächtnisse im ersten Erbfall.

Nach dem Erbfall: Sofortmaßnahmen zur Steuerreduzierung 

Nur wenige Erbfälle wurden im Vorfeld im Hinblick auf die Erbschaftsteuer optimal gestaltet. Zur Vermeidung einer zu hohen Steuerlast muss dann im Rahmen der Erbschaftssteuererklärung das Mögliche herausgeholt werden. In einigen Konstellationen kann jedoch auch noch rechtlich so in die Verteilung des Nachlasses eingegriffen werden, dass sich ein ganz erheblicher positiver Steuereffekt einstellt.

  • Eine Option ist dabei die Ausschlagung des Erben innerhalb von 6 Wochen. Dadurch kann der Nachlass auf andere Personen verteilt werden, die zum Beispiel in einer günstigeren Steuerklasse sind, und gegebenenfalls mehrere Freibeträge genutzt werden. Wird als Gegenleistung für die Ausschlagung eine Abfindung gezahlt, die als Nachlassverbindlichkeit gilt, ergeben sich noch weitere Möglichkeiten.
  • Eine weitere Möglichkeit ist die Geltendmachung von Pflichtteilsansprüchen. Das gilt vor allem für Fälle des Berliner Testaments, indem sich die Ehegatten zunächst gegenseitig als Alleinerben einsetzen (s.o.). Hier sollte geprüft werden, ob die Kinder durch das (einvernehmliche) Einfordern ihres Pflichtteils ihre persönlichen Erbschaftssteuerfreibeträge nutzen können.
  • Bei Ehegatten im Güterstand der Zugewinngemeinschaft kann der alleinerbende Ehegatte in manchen Fällen auch durch Ausschlagung und gleichzeitiger Geltendmachung des Zugewinnausgleichs sowie des sogenannten kleinen Pflichtteils für eine erbschaftsteuerliche Verbesserung sorgen.

Steuerhinterziehung bei der Erbschaftssteuer

Wie bei anderen Steuerarten führen fehlende oder falsche Angaben schnell in den Straftatbestand der Steuerhinterziehung. Hier sollten keine Risiken eingegangen werden und dem mit dem Erbfall bzw. der Erbschaftsteuererklärung beauftragte Rechtsanwalt alle notwendigen Angaben gemacht werden. Aus steuerstrafrechtlicher Sicht sind vor allem das Instrument der Selbstanzeige sowie die strafrechtlichen und steuerrechtlichen Verjährungsfristen bei der Erbschaftssteuerhinterziehung von praktischer Relevanz.

Ein besonderes Problem für Erben ist verschwiegenes Vermögen im Nachlass. Lesen Sie hierzu ausführlich: Schwarzgeld in der Erbschaft.

Außersteuerliche Gesichtspunkte der Testamentsgestaltung

Auch wenn die Beschäftigung mit dem eigenen Tod nicht immer leicht ist, ohne ein Testament sollte keine Familie und kein Unternehmer sein. Gerade wenn Immobilien, Unternehmen vererbt werden, sollte nicht dem Zufall bzw. der gesetzlichen Erbfolge überlassen werden.

Sind die Erben minderjährig, wird gegebenenfalls ein Ergänzungspfleger vom Gericht bestellt und der trifft dann die Entscheidungen für das Kind.  Kann nach dem Tod das Familienheim nicht mehr finanziert werden und muss ein Verkauf erfolgen so wird zum Beispiel der Ergänzungspfleger fordern, dass der anteilige Kaufpreis auf ein separates Kinderkonto überweisen wird.

 

Anmerkung zur Schreibweise: Das Gesetz spricht von der „Erbschaftsteuer“, also mit einem „s“, Gleichwohl verwenden wir hier die Schreibweise „ss“, da diese weit verbreitet ist. Der Duden kennt beide Varianten.

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