IDW S1-Verfahren

Das Maß der Dinge in der Unternehmensbewertung

Gerichtsfest und allgemein anerkannt ist die Bewertung nach dem IDW Standard Grundsätze zur Durchführung von Unternehmensbewertungen IdF 2008 (IDW S1 Gutachten). Das IDW S1 Gutachten ist ein standardisiertes Bewertungsverfahren welches durch das Institut der Wirtschaftsprüfer entwickelt und fortentwickelt wird und entsprechend den derzeit gültigen IDW-Standard IDW S1 idF 2008 durch Praxishinweise – wie zum Beispiel der IDW

Praxishinwies: Besonderheiten bei der Ermittlung eines objektivierten Unternehmenswerts kleiner und mittelgroßer Unternehmen (IDW Praxishinweis 1/2014) ergänzt. . Mit dem IDW S1 Gutachten soll ein durch Dritte nachvollziehbarer und belegbarer sog. objektivierter Wert des Unternehmens ermittelt werden. Im Bewertungsgutachten muss einen eindeutigen Unternehmenswert bzw. eine Wertspanne ausweisen und begründet werden.

Der Empfänger des Gutachtens soll in die Lage versetzt werden, die getroffenen Annahmen, Grundsatzüberlegungen und Schlussfolgerungen, nachvollziehen und aus seiner Sicht würdigen zu können.

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Bewertungsansätze des IDW

Das IDW erkennt zwei Bewertungsansätze an. Einmal das Discounted Cash Flow-Verfahren. Hier wird der Unternehmenswert durch Diskontierung der Zahlungsüberschüsse gewonnen (sog. Equity Methode).

Als Gleichwertig und wohl überwiegend angewendet wird das sogenannte Ertragswertverfahren. Im Unterschied zu Equity Methode wird hier die Ausschüttung des handelsrechtlichen Gewinns als Ausgangsgröße herangezogen. Ermittelt wird der Unternehmenswert der sich aus dem zukünftig zu erwarteten Ertrag des Unternehmens ergibt.

Der Inhalt eines IDW S1 Gutachtens sollte im Wesentlichen Folgendes umfassen:

  • Darstellung der Bewertungsaufgabe: Auftraggeber und Bewertungsanlass
  • Darstellung der angewandten Bewertungsgrundsätze und –methoden
  • Beschreibung des Bewertungsobjekts: rechtliche Grundlagen, wirtschaftliche Grundlage, steuerliche Gegebenheiten
  • Darstellung von der Bewertung zugrunde liegenden Informationen: Vergangenheitsanalyse, Planungsrechnungen vor dem Hintergrund der zugrunde liegenden Annahmen, Verfügbarkeit und Qualität der Ausgangsdaten, Plausibilitätsbeurteilung der Planungen, Abgrenzung der Verantwortung für übernommene Auskünfte
  • Darstellung der Bewertung des betriebsnotwendigen Vermögens: Ableitung der erwarteten finanziellen Überschüsse, Überschüsse im Detailplanungszeitraum, nachhaltige Überschüsse der ewigen Rente, Ableitung des Kapitalisierungszinssatzes, Basiszinssatz, Risikozuschlag, Wachstumsabschlag, Ermittlung des Barwertes der finanziellen Überschüsse
  • Darstellung der gesonderten Bewertung des nicht betriebsnotwendigen Vermögens
  • Unternehmenswert: gegebenenfalls Plausalitätsbeurteilung des Bewertungsergebnisses
  • Abschließende Feststellungen

Bei Kleinen und mittelleeren Unternehmen (KMU) kann eine verkürzte Berichterstattung vereinbart werden.

Wie wird eine Unternehmensbewertung erstellt?

Der Unternehmenswert wird grundsätzlich aus dem zukünftig zu erwartenden Gewinnen abgeleitet. Dazu wird eine sog. Planungsrechnung erstellt. In der Planungsrechnung wird für einen Zeitraum von 3 bis 5 Jahren eine Ertragsplanung vorgenommen. Diese basiert regelmäßig auf einer Analyse der vergangenen Jahre kombiniert mit Prognoseannahmen. Eine sorgfältige und auch für außenstehende Personen nachvollziehbare Ertragsplanung ist einer der Schwerpunkte einer jeden Unternehmensbewertung.

Bei der Planungsrechnung ist eine Bereinigung der Rechnungslegung durchzuführen, zum Beispiel wegen nicht marktgerechter Vergütungen mit Eigentümern bzw. Nachstehenden (Arbeitsverträge, Mietverträge, Transaktionen), bilanzpolitische Maßnahmen (insbesondere Strategie vor Unternehmensverkäufen), einmalige Sondereinflüsse die sich nie oder nicht regelmäßig widerholen, Z.B. Sanierungskosten oder Gewinne und Verluste aus Anlageabgängen)

Der Kapitalisierungszinssatz ist ein weiterer wichtiger Bestimmungsfaktor des Unternehmenswerts. Er bestimmt den vom Investor erwartbare Verzinsung seiner Investition. Ausgangspunkt ist dabei die Rendite einer risikofreien Alternativanlage, der sog. Basiszinssatz. Auf diesen wird ein Risikozuschlag addiert. Dieser bemisst sich nach der sogenannte Marktrisikoprämie und dem sog. Batafaktor. Der Betafaktor bildet das individuelle Risiko des zu bewertenden Unternehmens ab. Bei einem höheren individuellen Risiko erhöht sich die Marktrisikoprämie, bei einem niedrigeren Wert wird diese entsprechend verringert.

Berücksichtigung Faktoren bei der Unternehmensbewertung

  • i.d.R. Verbleiben des bisherigen Managements
  • keine Berücksichtigung von nur möglichen, aber nicht konkret geplanten Maßnahmen
  • keine Berücksichtigung von Synergieeffekten die von einem bestimmten Erwerber/Inhaber abhängen
  • Abzug eines angemessenen kalkulatorischen Unternehmenslohns - Transaktionen mit nahestehenden zum Fremdvergleichspreis

Substanzwert

Der Substanzwert spielt bei der Bewertung nur insoweit eine Rolle, als aus dem Zustand der Substanz für die Planungsrechnung Höhe und Zeitpunkt von Reinvestitionen abzuleiten sind. Nicht betriebsnotwendiges Vermögen bei einer Bewertung zu ermitteln und gesondert auszuweisen. Unterwert einer Bewertung bildet der Liquidationswert. Das ist der Wert der der bei Liquidierung des Unternehmens zu erzielen wäre.

Unterlagen für die IDW S1-Bewertung

Wir benötigen für eine Bewertung die wesentlichen Unternehmensverträge, Steuerbescheide, Bericht über steuerliche Außenprüfung, schwebende gerichtliche Verfahren, drohende rechtliche Inanspruchnahmen, Auseinandersetzungen auf Gesellschafterebene, Jahresabschlüsse, vorliegende Zwischenabschlüsse bzw. betriebswirtschaftliche Auswertung, Unterlagen über Umsatzplanung,, Finanzplanung und Investitionsplanung, Aufstellung der Kundenforderung und Lieferanten Verbindlichkeiten, Personenbuchführung zur Beurteilung der Abschund Anlagebuchführung zur Beurteilung der Abschreibungspolitik.

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