Erbschein bei Erbengemeinschaft

Gemeinschaftlicher Erbschein bzw. Teilerbschein für Miterben

Mit einem Erbschein können die Erben ihr Erbrecht nachweisen – zum Beispiel gegenüber Grundbuchämtern oder auch Banken. Bei einer Erbengemeinschaft aus mehreren (gesetzlichen oder testamentarischen) Miterben weist der Erbschein grundsätzlich alle Erben mit ihrer jeweiligen Erbquote aus (gemeinschaftlicher Erbschein) oder auch nur einen Erben mit dessen Quote (Teilerbschein).

Informationen zur konkreten Beantragung eines Erbscheins und den Kosten finden Sie hier: Erbschein beantragen

Anwaltliche Leistungen rund um den Erbschein der Erbengemeinschaft

Als Fachanwaltskanzlei für Erbrecht beraten wir bundesweit Erbengemeinschaften bzw. Miterben in allen rechtlichen und steuerlichen Fragen rund um die Abwicklung von Erbschaften, insbesondere:

  1. Prüfung der Notwendigkeit eines Erbscheins
  2. Beantragung von Erbscheinen beim Nachlassgericht
  3. Vertretung im Erbscheinsverfahren bei streitiger Erbfolge

Für eine unverbindliche Mandatsanfrage kontaktieren Sie bitte direkt telefonisch oder per E-Mail einen unserer Ansprechpartner oder nutzen Sie das Kontaktformular am Ende dieser Seite.

Gemeinschaftlicher Erbschein, Teilerbschein, Quotenloser Erbschein

Der gemeinschaftliche Erbschein benennt alle Miterben und ihre jeweiligen Erbquoten. Die gemeinsame Beantragung des Erbscheins ist nicht notwendig. Als Miterbe können sie also im Alleingang einen gemeinschaftlichen Erbschein für alle stellen – auch gegen den Willen Ihrer Miterben.

Allerdings werden Sie dann auch allein hinsichtlich der Kosten für den Erbschein in Anspruch genommen und laufen Gefahr darauf sitzen zu bleiben. Einen Kostenerstattungsanspruch gegen Ihre Miterben haben Sie nur in Ausnahmefällen, wenn der Erbschein zwingend erforderlich war. Preschen Sie also im Zweifel nicht allein vor, sondern vereinbaren Sie zumindest vorab die Kostentragung durch alle Miterben. Einen Kostenrechner für den Erbscheinsantrag finden Sie auf unserer Übersichtsseite zur Beantragung des Erbscheins

Stellen nicht alle Miterben gemeinsam den Erbscheinsantrag, muss dieser die Information enthalten, dass die übrigen Erben die Erbschaft angenommen haben. Diese müssen jedoch möglicherweise selbst eine eidesstattliche Versicherung abgeben (das entscheidet das Nachlassgericht).

Alternativ kann aber auch ein einzelner Erbe  einen Teilerbschein beantragen, der dann nur seinen Erbteil ausweist. Von einem gemeinschaftlichen Teilerbschein spricht man, wenn der Erbschein das Erbrecht mehrerer, aber nicht aller Miterben unter Nennung ihrer Erbquoten ausweist. Auch hier genügt die Antragstellung durch einen oder einige Miterben.

Quotenloser Erbschein: Steht fest, wer zum Kreis der Erben gehört, sind aber die Erbquoten der einzelnen Miterben noch unklar, können Sie einen sogenannten quotenlosen Erbschein beantragen. Gemäß § 352a II FamFG ist die Angabe der Erbteile nicht erforderlich, wenn alle Antragsteller in dem Antrag auf die Aufnahme der Erbteile in den Erbschein verzichten. Dieser quotenlose Erbschein reicht zum Beispiel für die Berichtigung des Grundbuchs bei Immobilien im Nachlass, da die Quoten der Erbengemeinschaft nicht im Grundbuch vermerkt werden.

Brauchen Sie überhaupt einen Erbschein?

Egal ob Einzelerbschein, gemeinschaftlicher Erbschein oder Teilerbschein – prüfen Sie stets, ob die Beantragung des Erbscheins und die damit verbundenen Kosten und der Zeitaufwand überhaupt notwendig sind. In vielen Fällen kann nämlich ein notarielles oder auch handschriftliches Testament oder auch eine Vollmacht den Erbschein ersetzen.

Ausführliche Informationen finden Sie auf unserer Seite „Erbschein beantragen“ sowie im nachfolgenden Video:

Wann ist eine anwaltliche Vertretung im Erbscheinsverfahren sinnvoll?

Einen Erbschein können Sie grundsätzlich ohne Notariat direkt beim Nachlassgericht oder über ein Notariat beantragen. Einen Anwalt sollten Sie aber in den Fällen mit Ihrer Vertretung beauftragen, wenn

  • unklar ist, wer überhaupt (Mit-)Erbe geworden ist und/oder wie hoch die Erbanteile der einzelnen Erben sind,
  • weil die gesetzliche Erbfolge unklar ist oder aber das Testament auslegungsbedürftig ist bzw. seine Wirksamkeit bzw. Anfechtbarkeit infrage steht.

In den folgenden Videos erfahren Sie im Einzelnen, wann Sie im Erbscheinsverfahren keinen Anwalt benötigen und warum er sinnvoll ist, wenn um die Wirksamkeit eines Testaments oder später in der Erbengemeinschaft gestritten wird:

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