Unternehmenskauf, Beteiligungskauf

Unternehmensübernahme - Kaufprozess aus Sicht des Käufers

Als Kanzlei für Wirtschaftsrecht beraten und vertreten wir Sie als Käufer (Buy Side) beim Kauf eines Unternehmens oder einer Unternehmensbeteiligung. Am Anfang der Unternehmensübernahme steht die Planung, welche die Bestimmung der Transaktionsziele und der Transaktionsstruktur umfasst. Bei jedem Unternehmens- und Beteiligungskauf erfolgt eine Risikoprüfung, die von der Verhandlung und Vertragsgestaltung begleitet wird.

Informationen zum Unternehmens- bzw. Beteiligungsverkauf aus Sicht des Verkäufers finden Sie hier: Unternehmensverkauf/Verkäufersicht.

Ausführliche Informationen zum Kauf verschiedener Unternehmensformen sowie zur Besteuerung des Unternehmenskaufs finden Sie hier:

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Unsere Kanzlei-Expertise beim Unternehmenskauf im Überblick

Bei ROSE & PARTNER begleitet Sie ein Team spezialisierter Fachanwälte für Gesellschaftsrecht und Steuerberater in allen Stadien des Kaufs eines Unternehmens bzw. einer Unternehmensbeteiligung. Unsere Beratung erfasst sowohl strategische also auch alle rechtlichen und steuerlichen Fragen.

Informationen und Hintergründe zum Unternehmenskauf

In der Wirtschaftspraxis wird beim Unternehmenserwerb aus Käufersicht grundsätzlich zwischen zwei unterschiedliche Fällen unterschieden: der Erwerb einer Finanzbeteiligung (Akteur: Finanzinvestor) oder einer unternehmerischen Beteiligung (Akteur: strategischer Investor). Häufig spielt die Rechtsform des Zielunternehmens für den Firmenerwerber (GmbH, AG, GbR, KG oder GmbH & Co. KG) im ersten Schritt nur eine untergeordnete Rolle.

1. Interessenlage des Käufers

Ziel von Finanzinvestoren ist grundsätzlich die Realisierung möglichst hoher, risikoadäquate Gewinne bei der späteren Desinvestition. Dazu entwickeln Finanzinvestoren entwickelt eine Exit-Strategie, an dessen Ende ein gewinnträchtiger Börsengang des übernommenen Unternehmens oder eine lukrative Veräußerung, beispielsweise an einen industriellen Partner, steht.

Der strategische Investor will mit seiner unternehmerischen Beteiligung meist Synergieeffekte und Diversifikationen, d.h. eine horizontale oder vertikale Produkterweiterung eines Konzerns, erreichen. Ziele können aber auch die Verringerung von Abhängigkeiten oder der Erwerb neuer Technologien, Patente oder Forschungsergebnisse sein. Beabsichtigt ist in aller Regel der günstige Einkauf von Marken, Spezial-Know-how bzw. technischem Sachverstand. Oft ist auch der Zugang zu unerschlossenen Märkten oder der Erwerb eines hoch qualifizierten Managements beabsichtigt.

Bei allen Erwerbern müssen frühzeitig im Erwerbsprozess die Transaktionsziele definiert werden. Bereits in diesem Stadium müssen Aspekte wie zum Beispiel die Höhe des späteren Kaufpreises, Garantien und Haftung, Weiterbeschäftigung von Geschäftsleitern, Führungskräfte und Personal, Wettbewerbsverbote des Verkäufers etc. beachtet werden. Im Zusammenhang der Entwicklung der Transaktionsziele sind insbesondere auch steuerrechtliche Themen zu beachten. Der Käufer beabsichtigt regelmäßig, nicht nur einen möglichst niedrigen Kaufpreis zu zahlen, sondern den Kaufpreis möglichst schnell auch steuermindernd geltend zu machen.

(Speziell zum Firmenverkauf aus der Sicht des Verkäufers).

2. Typisierung des Unternehmenskaufs

Der Unternehmenskauf erfolgt grundsätzlich auf Grundlage eines ausführlichen Kaufvertrages. Je nach Interessenlage des Unternehmenserwerbers wird der Unternehmenskauf im Wege eines sog. Share Deals (Kauf der Gesellschaftsanteile) oder eins Asset Deals (Erwerb der einzelnen Vermögensgegenstände des Unternehmens) durchgeführt. Ein Asset Deal kommt vor allem dann in Betracht, wenn nur ein Teil bzw. eine Sparte eines Unternehmens erworben werden soll und keine oder nur bestimmte Verbindlichkeiten zu übernehmen sind. Schließlich kann ein Asset Deal vom Käufer auch aus steuerlichen Überlegungen heraus bevorzugt werden, da der Erwerb eines Betriebs im Wege der Übernahme von Einzelwirtschaftsgütern Abschreibevolumen generieren kann.

Zu steuerrechtlichen Hintergründen klicken Sie hier: Die Besteuerung des Unternehmenskaufs

Abhängig von der Frage, ob der Unternehmenskauf im Wege eines Asset Deals oder Share Deals erfolgt, sind die Regelungen des Kaufvertrags unterschiedlich zu gestalten: Aus vertraglicher Sicht ergeben sich beispielsweise Unterschiede bei der Gestaltung der Gewährleistungsklauseln bzw. Garantieregelungen. Bei einem Asset Deal werden im Kaufvertrag für Verbindlichkeiten und Rechtsbeziehungen zu Dritten, die dem Unternehmenskauf und einer Vertragsübernahme durch den Käufer nicht ausdrücklich zustimmen, gesonderte Regelungen getroffen. Unabhängig davon ist es sowohl beim Anteilserwerb als auch beim Erwerb einzelner Vermögensgegenstände notwendig, die einzelnen Vertragsbeziehungen und Vermögensgegenstände des zu übertragenden Unternehmens zu überprüfen.

3. Due Diligence-Prüfung beim Firmenkauf

Bei einem Unternehmensverkauf verfügt in der Regel nur der Verkäufer über wichtige Informationen betreffend den Wert und die zukünftige Ertragslage des Unternehmens. Der Käufer ist in aller Regel ungleich schlechter informiert. Zusätzlich ist der Verkäufer geneigt, nur positive Informationen, die den Kaufpreis erhöhen können, zur Verfügung zu stellen und negative Informationen zu verschweigen. Die Wirtschaftspraxis zeigt, dass Verkäufer nur selten im Nachhinein mit Schadensersatzansprüchen wegen der Weitergabe falscher Informationen konfrontiert werden, da sich Ursache und Schaden oft nur schwer beweisen lassen.

Mit der sogenannten Due-Diligence-Prüfung soll das typischerweise vorliegende Informationsmanko auf Seiten des Käufers beseitigt werden. Im Rahmen eines Due-Diligence-Verfahrens wird dem Käufer eine detaillierte und systematische Analyse der Unternehmensdaten ermöglicht. Dagegen kann der Verkäufer durch die Offenlegung von wertbildenden Faktoren und juristisch relevanten Daten seine Haftungsgefahr reduzieren. Durch die Due- Diligence wird also aus Perspektive des Käufers eine Risiko- und Wertermittlung sowie eine Beweissicherung ermöglicht.

Der Käufer kann sich über den Wert und die Risiken des zu kaufenden Unternehmens nur dann ein geschlossenes Bild machen, wenn er die betriebswirtschaftlichen, marktrelevanten, steuerlichen und juristischen Rahmenbedingungen untersucht und richtig interpretiert. Dabei sind im Rahmen der juristischen Prüfung (Legal-Due-Diligence) oftmals Fragen aus folgenden Bereichen zu beantworten und durch den Kaufvertrag zu regeln:

Ausführlich zur Unternehmensbewertung und Anteilsbewertung

4. Haftungsreduzierung beim Erwerb von GmbH-Beteiligungen

Käufer von GmbH-Geschäftsanteilen gehen in aller Regel davon aus, dass sie erst ab dem Erwerbszeitpunkt rechtliche und wirtschaftliche Risiken der erworbenen Gesellschaft tragen. Allerdings ist in § 16 Abs. 2 GmbHG vorgesehen, dass der Anteilserwerber neben dem Anteilsverkäufer gesamtschuldnerisch gegenüber der GmbH auch für solche Einlageverpflichtungen, die vor dem Anteilserwerb begründet wurden und beim Anteilserwerb noch rückständig sind, haftet. Für diese Haftung ist unerheblich, ob der Erwerber Kenntnis oder keine Kenntnis von dem rückständigen Eigeneinlageverpflichtungen des Verkäufers hatte. Nach der herrschenden Auffassung sind die rückständigen Eigeneinlageverpflichtungen sehr weit zu fassen. Der Anteilskäufer kann z.B. in folgenden Fällen haften:

  • ausstehende, nicht geleistete Stammeinlagen;
  • Bestehen von Differenzhaftungsansprüche gegen den Verkäufer nach § 9 GmbHG;
  • Bestehen einer Unterbilanzhaftung des Verkäufers, die sich aus Nachschussregelungen gemäß §§ 26 ff. GmbHG ergibt (Einzahlungspflichten und Nebenleistungspflichten);
  • Ausfallhaftung nach §§ 22, 24, 28 und 31 Abs. 3 GmbHG;
  • Haftung für die Verletzung von Kapitalaufbringungs- und Kapitalerhaltungsvorschriften, z.B. infolge verbotener Rückzahlungen entgegen §§ 30, 31 Abs. 1 GmbHG.

Einen absoluten Schutz vor diesen durch den Käufer zu übernehmenden Risiken gibt es nicht. Eine Legal-Due-Diligence ermöglicht es aber, die Risiken näher zu analysieren und mögliche Probleme und Haftungsrisiken im Detail zu untersuchen. Um das eigene Vermögen des Käufers zu schützen, kann es opportun sein, die GmbH-Beteiligung einschließlich der möglicherweise bestehenden Haftungsrisiken nur mittelbar über eine zwischengeschaltete Beteiligungsgesellschaft mit Haftungsbegrenzung zu erwerben. Sollte ein Haftungsverdacht mit hohen finanziellen Risiken bestehen, bieten sich Präventivmaßnahmen durch vertragliche, tatsächliche und wirtschaftliche Sicherungsinstrumente an.

5. Beratung des Käufers beim Erwerb eines Unternehmens bzw. einer Unternehmensbeteiligung

Ein Unternehmenskauf bedarf einer sorgfältigen Vorbereitung. Erst nach Zurverfügungstellung der notwendigen Informationen kann ein Käufer überhaupt in die Vertragsverhandlungen einsteigen.

Rechtsanwälte unterstützen den Käufer eines Unternehmen, indem sie seine Interessen bei der Vorbereitung der Unternehmenstransaktion, zum Beispiel der Prüfung des vom Käufer übergebenen Unternehmensexposés, bei der Prüfung des Letter of Intent oder bei der Vornahme der Due-Diligence in deutscher und englischer Sprache wahrnehmen.

Eine professionelle Beratung durch Anwälte und Steuerberater schon in der Vorbereitungsphase erspart dem Käufer eines Unternehmens oftmals hohe Kosten. Bereits in der Vorbereitungsphase gilt es, die Haftungsrisiken des Käufers (zum Beispiel bei der Gestaltung der Vertraulichkeitsvereinbarungen oder durch einen Abbruch der Vertragsverhandlungen) zu reduzieren sowie die Informationsgewinnung in professioneller Weise zu forcieren.

Selbstverständlich gehört auch die Ausarbeitung und Verhandlung des Kaufvertrages in die Hände einer spezialisierten Wirtschaftskanzlei. Dabei ist die Justierung der vielfältigen juristischen Stellschrauben genauso wichtig wie der vom Fachanwalt für Steuerrecht bzw. Steuerberater zu entwickelnde steueroptimierte Erwerbsvorgang.

Transaktionsbegleitende Kanzleien sollten darüber hinaus auch die Interessen des Käufers in der nachvertraglichen Phase wahrnehmen (M&A Litigation), zum Beispiel wenn sich vertragliche Garantien und Zusicherungen im Nachgang der Transaktion als falsch erweisen und auf dieser Grundlage Ansprüche gegenüber dem Verkäufer durchzusetzen sind. Schließlich kann auch der Abschluss einer M&A-Versicherung als Absicherung des Beteiligungskaufs ein Thema der Beratung sein. Ausführlich dazu hier: M&A-Versicherung

Wenn Sie einen Kauf eines Unternehmens beabsichtigen und Fragen zum Kaufprozess haben, stehen Ihnen unsere Rechtsanwälte in unseren Büros in Hamburg, Berlin und München jederzeit zur Verfügung.

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