KG-Anteil: Kauf und Verkauf von Kommanditanteilen

Vertragsgestaltung & Steuern

Der Kauf und Verkauf von Kommanditanteilen spielt in der Anwaltspraxis eine große Rolle. Von mittelständischen Unternehmern wird sehr oft nicht die KG, sondern die Sonderform GmbH & Co. KG als Unternehmensträger genutzt. Durch die Verknüpfung der Komplementär-GmbH mit der operativ tätigen KG können alle gesellschaftsrechtlichen und steuerrechtlichen Vorteile genutzt werden. Daher sind sowohl gewerblich tätige als auch vermögensverwaltende GmbH & Co. KGs Gegenstand von Beteiligungsübertragungen.

Käufer und Verkäufer von KG-Anteilen sind immer wieder mit den folgenden Fragestellungen beschäftigt:

  1. Wie werden Kommanditanteile bewertet und wie hoch ist der gerechte Kaufpreis für die KG-Anteile?
  2. Wie läuft ein Verkaufsprozess ab und welche Informationen kann der Käufer vom Verkäufer einfordern?
  3. Gibt es rechtliche Beschränkungen für den Verkäufer von Kommanditanteilen, die einem Verkauf entgegenstehen?
  4. Welche steuerlichen Hintergründe müssen bei einem Transfer von KG-Anteilen beachtet werden?
  5. Wie kann sich der Käufer von Kommanditanteilen vor versteckten Risiken auf Unternehmensebene schützen?

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Bewertung der Kommanditanteile: was sind die KG-Anteile wert?

Die richtige Bewertung der KG-Anteile hat bei einer geplanten Beteiligungsübertragung für den Käufer und Verkäufer eine enorme Bedeutung. Es ist wichtig zu wissen, dass es den einen richtigen Unternehmens- und Beteiligungswert nicht gibt. Der Wert einer Beteiligung ist immer von unterschiedlichen und auch subjektiven Faktoren abhängig. Grundsätzlich hat man keine Bewertungsprobleme, wenn die Beteiligung börslich gehandelt wird oder gerade ein Beteiligungserwerb stattgefunden hat. In diesen Fällen kann auf einen Referenzwert bei der KG-Anteilsübertragung zurückgegriffen werden.

In allen anderen Fällen muss die Kommanditbeteiligung bewertet werden. Klassische Bewertungsverfahren sind das Ertragswertverfahren oder das Discounted-Cashflow-Verfahren (DFC-Verfahren). Das Ertragswertverfahren legt die zukünftigen Erträge der Kommanditgesellschaft für die Bewertung zugrunde. Das DCF-Verfahren stellt beim Beteiligungswert auf die Diskontierung der längerfristig ermittelten zukünftigen Zahlungsüberschüsse (Cashflow) an die Gesellschafter auf einen konkreten Bewertungsstichtag ab. Eingehend zu den beiden gängigen Bewertungsverfahren finden Sie hier Hintergrundinformationen: Unternehmensbewertung, Anteilsbewertung. In atypischen Fällen kann auf die Substanzwertmethode zurückgegriffen, bei der der Marktwert aller Vermögensgegenstände abzüglich der Verbindlichkeiten im Bewertungsfokus steht.

Rahmen für den Beteiligungskauf

Klassischerweise einigen sich Käufer und Verkäufer bei der Übertragung einer wertvollen Unternehmensbeteiligung auf den folgenden Verfahrensrahmen: Der Verkäufer wird der Käuferseite grundsätzlich eine Geheimhaltungsvereinbarung (Non-Disclosure Agreement, NDA) vorlegen, bevor der Käuferseite die komplette Struktur des Unternehmens und Betriebsgeheimnisse offengelegt werden.

Da sie über wenig Informationen betreffend die zu erwerbende KG-Beteiligung verfügt, wird die Käuferseite im Rahmen einer sog. Due Diligence-Analyse alle wertbestimmenden Faktoren und Risiken durch spezialisierte Berater und Rechtsanwälte überprüfen lassen. Die Ergebnisse der Unternehmensanalyse werden in einem Due Diligence-Bericht für den Käufer zusammengefasst. Auf der Grundlage dieser Erkenntnislage wird der Käufer mit dem Verkäufer die Details des Kaufvertrags abstimmen. Grundsätzlich bedarf die Übertragung von KG-Anteilen keiner notariellen Beurkundung. Oftmals wird die Übertragung der Kommanditanteile gleichwohl notariell beurkundet, um den Verkauf rechtlich abzusichern.

Beteiligungskaufvertrag KG-Anteil

Für die beiden Parteien ist der Beteiligungskaufvertrag das zentrale Arbeitsdokument bei der geplanten Beteiligungsübertragung. Der Beteiligungskaufvertrag hat regelmäßig die folgenden Regelungsgegenstände:

  • Garantieklauseln, durch die der Käufer bezüglich spezieller Risiken abgesichert wird
  • Kaufpreishöhe und Zahlungsmodalitäten
  • Vertragliche Bedingungen, wie z.B. kartellrechtliche Anforderungen und Zustimmung von Gesellschaftern und Dritten (z.B. Banken), nach deren Eintritt die Anteile auf den Käufer übergehen.
  • Steuerrechtliche Vorschriften
  • Verjährungsvorschriften
  • Ggf. Wettbewerbsbeschränkungen zu Lasten des Verkäufers
  • Schiedsvereinbarungen

Risiken, Garantien, Verkäuferhaftung

Grundsätzlich lässt sich den Jahresabschlüssen der letzten Jahre die wirtschaftliche Lage des Unternehmens, dessen Anteile gekauft werden sollen, entnehmen. Die Bilanzen und Gewinn-und-Verlustrechnungen sollen ein möglichst realitätsnahes Bild wiedergeben. Daher wird jeder Käufer darauf bestehen, dass der Verkäufer der KG-Anteile die Richtigkeit der KG-Jahresabschlüsse garantiert und zwar in Form einer selbständigen Garantie im Sinne von § 311 Abs. 1 BGB (diese wirkt verschuldensunabhängig). Stellt sich nach der Übernahme der Kommanditanteile heraus, dass etwa das Eigenkapital in den Jahresabschlüssen falsch dargestellt war, haftet der Verkäufer dem Käufer für den entsprechenden finanziellen Schaden. Solche selbständigen Vertragsgarantien wird der Käufer im Rahmen des Kaufvertrags auch für andere Aspekte fordern. Oft werden die Anwälte des Käufers im Rahmen der Due Diligence Risiken im Unternehmen identifizieren. Wenn diese Risiken nicht sofort eingepreist werden (z.B. weil der Risikoeintritt unwahrscheinlich ist), wird Käufer Sicherheiten, meist über die Garantieregelungen, fordern.

Verdeckte Risiken können insbesondere bei einem Unternehmen in der Form der GmbH & Co. KG entstehen, wenn es hohe Überentnahmen durch den Verkäufer gegeben hat. Nach der Rechtsprechung des BGH schlägt der strenge Kapitalschutz der Komplementär-GmbH (§§ 30, 31 GmbH) auf die operative KG-Ebene durch, sodass es durch die überzogenen Entnahmen in der Vergangenheit zu einer Kommanditistenhaftung kommen kann, die auch den Käufer nach dem Anteilskauf betreffen kann. Seine Risiken kann der Käufer durch entsprechende Kaufvertragsregelungen reduzieren.

Steuerliche Wirkungen auf der Käuferseite

Neben den im Kaufvertrag dokumentierten übernommenen Risiken und Haftungen auf der Käufer- und Verkäuferseite interessiert beide Vertragsparteien auch immer die steuerliche Ebene. Beim Käufer wirkt sich der Kauf der Kommanditanteile insoweit aus, als er Abschreibungsvolumen erwirbt. Die mit der KG-Beteiligung erworbenen Wirtschaftsgüter werden in der Bilanz des Käufers aktiviert und über die Zeit abgeschrieben. Der Käufer kann also bei dem Erwerb der KG-Anteile seinen Kaufpreis steuerlich gewinnmindernd über die Zeit abschreiben.

Steuerliche Wirkungen auf der Verkäuferseite

Wenn eine Privatperson KG-Anteile verkauft, fällt auf den Veräußerungsgewinn Einkommensteuer an. Grundsätzlich werden die stillen Reserven beim Verkauf aufgedeckt und versteuert. Die steuerliche Belastung richtet sich nach dem individuellen Einkommensteuersatz, also bis 42 % bzw. 45 % im Falle der Reichensteuer. Auf den Veräußerungsgewinn fällt dann keine Gewerbesteuer an, wenn der Verkäufer seinen gesamten Mitunternehmeranteil verkauft hat. In bestimmten Konstellationen kann der Verkäufer steuerliche Begünstigungen in Kauf nehmen. Die zwei wichtigsten sind in den §§ 34 Abs. 3, 16 Abs. 4 EStG normiert. Denkbar ist, dass der Verkäufer eine Ermäßigung von 56 % des durchschnittlichen Einkommensteuersatzes für den Veräußerungsgewinn bis EUR 5,0 Mio. in Anspruch nehmen kann (dabei liegt der Mindeststeuersatz bei 14 %). Denkbar ist auch die Inanspruchnahme eines Freibetrags von maximal EUR 45.000,00. Nähere Details zur Besteuerung des Verkäufers finden Sie hier: Besteuerung: Verkauf/Kauf einer GmbH & Co. KG

Die Geschäftsanteile der Komplementär-GmbH stellen grundsätzlich Sonderbetriebsvermögen bei einem Beteiligungserwerb im Zusammenhang mit der GmbH & Co. KG dar. Für die Beanspruchung der steuerlichen Privilegien sollten daher auch die GmbH-Anteile mit veräußert werden.

Unsere Expertise beim Kauf und Verkauf von KG-Anteilen

Das ROSE & PARTNER-Team von spezialisierten Rechtsanwälten, Fachanwälten und Steuerberatern entwirft alle erforderlichen Verträge und begleitet sie bei den Vertragsverhandlungen. Wir decken alle rechtlichen und steuerrechtlichen Felder bei der Begleitung der Unternehmens- und Beteiligungsübernahme ab. Insbesondere umfasst unsere Beratungsleistung beim Kauf und Verkauf von Kommanditanteilen den folgenden Rahmen:

  • Strukturierung des Beteiligungsverkaufs, Entwurf einer Angebotsunterlage betreffend die Kommanditbeteiligung
  • Vorbereitung des Verkaufs des KG-Anteils, insbesondere Due Diligence-Dokumentation
  • Bewertung der KG und Kommanditbeteiligung
  • Begleitung der Vertragsverhandlung
  • Gestaltung des Beteiligungskaufvertrags
  • Steuerliche Begleitung des Erwerbs der GmbH & Co. KG-Beteiligung

Wenn Sie weiterführende Informationen zum Kauf oder Verkauf von Kommanditbeteiligungen benötigen, kontaktieren Sie uns gerne. Ihnen stehen unsere Rechtsanwälte und Fachanwälte für Gesellschaftsrecht jederzeit mit Rat und Tat in unseren Büros in Hamburg, Berlin und München zur Verfügung.

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