Auseinandersetzung bzw. Teilung oder Auflösung einer Erbengemeinschaft

Informationen und strategische Tipps für Miterben

Die Auseinandersetzung, Beendigung bzw. Auflösung einer Erbengemeinschaft gehört zu den komplexesten Vorgängen im Erbrecht. Wer hierbei als Miterbe seine Interessen durchsetzen will, sollte die Spielregeln rund um Teilungspläne, Teilungsversteigerungen, Abschichtung und Erbteilsverkauf kennen.

Als Fachanwaltskanzlei für Erbrecht beraten wir Miterben und Testamentsvollstrecker in allen Fragen zur Auseinandersetzung von Erbengemeinschaften.

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Allgemeine Informationen zur Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft

Auch wenn manche Erbengemeinschaften Generationen überstehen, sind sie nicht für die Ewigkeit ausgelegt. Daher kann jeder Miterbe grundsätzlich jederzeit die Auflösung der Erbengemeinschaft verlangen. Diese Auflösung durch Teilung nennt sich im Erbrecht Auseinandersetzung. Sie bezieht sich regelmäßig auf den gesamten Nachlass, eine Auseinandersetzung über einen Teil des Nachlasses ist unzulässig.

Dass jeder Miterbe die Auseinandersetzung jederzeit verlangen kann, ist gesetzlich geregelt, das heißt es existiert eine sogenannte Anspruchsgrundlage, § 2042 BGB. Nur in Ausnahmefällen ist der Anspruch auf Auseinandersetzung ausgeschlossen, so zum Beispiel, wenn noch nicht alle Miterben feststehen, der Erblasser die Auseinandersetzung für eine bestimmte Zeit ausgeschlossen hat oder die Miterben selbst sich dazu vertraglich verpflichtet haben.

Die Teilungsanordnung des Erblassers

Um Streitigkeiten vorzubeugen und die eigenen Wünsche umzusetzen, kann der Erblasser selbst in einer letztwilligen Verfügung anordnen, wie der Nachlass zwischen den Miterben aufzuteilen ist, dies nennt sich Teilungsanordnung. Teilungsanordnungen sind in der Praxis eher selten, die Miterben müssen die Auseinandersetzung meist selbst vollziehen.

Ausführlich zu dieser Art der Auseinandersetzung bzw. Teilung der Erbengemeinschaft: Teilungsanordnung im Testament

Die Einigung der Erben und die gesetzlichen Teilungsregeln

Hat sich der Erblasser, als er das Testament geschrieben hat, zurückgehalten und auf eine Teilungsanordnung verzichtet oder ist die Erbengemeinschaft aufgrund der gesetzlichen Erbfolge entstanden, obliegt es den Erben, die Erbengemeinschaft aufzulösen.

So wie der Anspruch auf Auseiendersetzung gesetzlich geregelt ist, so existieren auch gesetzliche Regeln für die Auseinandersetzung, die von den Miterben beachtet werden sollen. Die Schritte der Auseiendersetzung sind wie folgt:

1. Ermittlung von Aktiva und Passiva

Vor allem zum Schutz möglicher Nachlassgläubiger, aber auch im Interesse einer möglichst gerechten Verteilung des Nachlasses unter den Erben sind zunächst sämtliche Aktiv- und Passivpositionen des Nachlasses im Einzelnen zu erfassen.

2. Begleichung von Nachlassverbindlichkeiten

Nach Ermittlung des Nachlassbestandes haben die Miterben die Nachlassverbindlichkeiten zu begleichen (§ 2046 BGB). Soweit hierzu der Verkauf von Nachlassgegenständen erforderlich ist, um notwendige Barmittel zu erhalten, hat dies, sofern sich die Erben nicht anderweitig einigen, nach den Regeln des Pfandverkaufs zu erfolgen, hierzu gibt es ebenfalls gesetzliche Vorgaben.

Sind Miterben selbst Nachlassgläubiger so haben sie nach einhelliger Meinung dieselben Rechte, die Ansprüche müssen also nicht bis zur Schlussverteilung zurückgestellt werden. Auch der Miterbe als Nachlassschuldner muss  muss Ist der Miterbe Nachlassschuldner, muss auch er grundsätzlich seine Verbindlichkeiten erfüllen.

3. Verkauf der in Natur nicht ohne Wertverlust in wertgleiche Teile teilbaren Gegenstände.

Im Grundsatz ist davon auszugehen, dass vorhandene Nachlassgegenstände in Natur entsprechend den Erbquoten zu teilen sind. So sind beispielsweise Bargeld, Bruchteile und Geschäftsanteile an einer GmbH (bei Mitwirkung der übrigen Gesellschafter) sind grundsätzlich teilbar. Ist eine Teilung ohne Wertverlust nicht möglich, hat ein Pfandverkauf der betreffenden Nachlassgegenstände bzw. bei Grundstücken eine Teilungsversteigerungstattzufinden.

Immobilien in der Erbengemeinschaft sind grundsätzlich nicht in wertmäßig gleiche Anteile teilbar, da die einzelnen Parzellen nach Teilung unterschiedliche Zugänge haben werden. Gleiches gilt für eine Aufteilung eines Hauses in Wohnungseigentum. Auch hier haben die einzelnen Wohnungen nach der Teilung stets eine unterschiedliche Lage. Mehr Informationen finden Sie auf unserer Seite die Immobilie im Nachlass (LINK!).

Die Auseinandersetzung durch den Testamentsvollstrecker

In manchen Fällen hat der Erblasser auch vorgesehen, dass ein Testamentsvollstreckereingesetzt wird. Sein Aufgabenkreis kann sich den Anordnungen des Erblassers entsprechend entweder ausschließlich auf die Verwaltung der Erbauseinandersetzung beschränken oder es ist Dauerverwaltung des Nachlasses angeordnet.

In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, einem Testamentsvollstrecker die Aufgabe der Auseinandersetzung zu übertragen. So, wenn der Nachlass komplex ist und die Verwaltung bzw. Verteilung und Verwertung des Nachlasses oder einzelner Teile desselben besondere Kenntnisse voraussetzt also etwa bei Unternehmen in der Erbengemeinschaft. Oder wenn zu erwarten ist, dass Spannungen zwischen den Miterben auftreten – was meist dann der Fall ist, wenn das Verhältnis der Miterben schon vor dem Erbfall belastet war.

Der Testamentsvollstrecker hat die Auseinandersetzung nach den Regeln der ordnungsgemäßen Verwaltung auszuführen. Er ist den Miterben zur Rechenschaft verpflichtet und für bestimmte Geschäfte – wie zum Beispiel den Verkauf einer Immobilie, die sich im Nachlass befindet, benötigt er die Zustimmung der Erben.

Die Alternativen: Abschichtung und Erbteilsverkauf

Alternativen zur Erbauseinandersetzung sind die Abschichtung oder auch der Erbteilsverkauf.

  • Bei der Abschichtung verzichtet ein einzelner Erbe auf seinen Erbteil und überträgt diesen auf den oder die anderen Erben – meist gegen Zahlung eines Ausgleichs.
  • Beim Erbteilsverkauf veräußert ein Miterbe seinen Erbteil an einen anderen Miterben (Vorkaufsrecht) oder an einen Dritten.

Welches Instrument das richtige für Sie ist, wenn Sie Miterbe sind oder wenn Sie eine letztwillige Verfügung errichten wollen, sollten Sie sorgfältig erwägen. Wir helfen Ihnen mit unserem Wissen und unserer Erfahrung dabei.

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