Familienstiftung als Holding

Steuern sparen, Vermögen aufbauen und schützen

Die Errichtung einer Holding ist eine häufig umgesetzte Gestaltung zum langfristigen Vermögensaufbau von (Familien-)Vermögen.

Neben einer GmbH-Holding oder auch einer Familienpoolgesellschaft, als Personengesellschaft bietet die Familienstiftung als Holding eine Alternative mit einigen Vorteilen. Eine abschließende Bewertung, ob die Errichtung einer Familienstiftung als Holding im Einzelfall sinnvoll und interessengerecht ist, kann nur nach einer Gesamtabwägung der steuerlichen, rechtlichen und familiären Ziele erfolgen.

Unsere Stiftungsexperten und Fachanwälte für Steuerrecht und Gesellschaftsrecht beraten Sie bundesweit in allen Fragen zur steueroptimierten Strukturierung Ihres Vermögens - insbesondere bei der Gründung von Stiftungen und der Errichtung von Holding-Strukturen.

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Was ist eine Familienstiftung?

Die Familienstiftung verfolgt zuvorderst  das Ziel, die Mitglieder einer bestimmten Familie materiell zu fördern. Es werden also keine oder nur am Rande gemeinnützige Ziele verfolgt.

Nach Ansicht des Bundesfinanzhofs (BFH) liegt eine Familienstiftung dann vor, wenn „diese nach der Satzung und ggf. dem Stiftungsgeschäft ihr Wesen darin besteht, es den Familien zu ermöglichen, das Stiftungsvermögen, soweit es einer Nutzung zu privaten Zwecken zugänglich ist, zu nutzen und die Stiftungserträge an sich zu ziehen. Inwieweit davon tatsächlich Gebrauch gemacht wird, ist nicht entscheidend.“

Vorteile einer Familienstiftung als Holding

Das Konzept der Holding sieht vor, dass auf Ebene der Holding ein langfristiger Vermögensaufbau aus Gewinnausschüttungen einer operativen Tochtergesellschaft erfolgt.

  1. Steuerbelastung auf Gewinnausschüttungen
    Erfolgen Gewinnausschüttungen aus einer Kapitalgesellschaft (GmbH, AG) an eine Familienstiftung als Holding, so werden diese auf Ebene der Familienstiftung nur mit 0,75 % besteuert, solange diese mit 10 % oder mehr beteiligt ist. Im Vergleich zu einer Ausschüttung in das Privatvermögen stehen daher von einer Gewinnausschüttung von 100 € zum Vermögensaufbau 99,25€ statt 73,63 € (ohne Kirchensteuerbelastung gerechnet) zur Verfügung.

    Je länger der Anlagehorizont und je höher die Kapitalrendite wirksamer, hilft dieser Thesaurierungseffekt beim Vermögensaufbau. Durch die geringere Auschüttungsbelastung können etwas mehr als 1/4 der Ausschüttungssumme im Vergleich zur Ausschüttung ins Privatvermögen zum Vermögensaufbau angelegt werden. Gerade für den Aufbau einer Altersvorsorge ist der Thesaurierungseffekt ein effektiver Partner an der Seite des Unternehmers.

  2. Steuerbelastung auf die Unternehmensveräußerung
    Wird eine durch eine Holding-Familienstiftung gehaltene Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft (GmbH, AG) unabhängig von der Beteiligungsquote veräußert, so wird der Veräußerungsgewinn nur mit 0,75 % besteuert. Damit steht praktisch der gesamte Veräußerungsgewinn für eine gewinnbringende Kapitalanlage oder Investition in neue unternehmerische Beteiligungen zur Verfügung

  3. Besteuerung des Vermögensaufbaus auf Ebene der Familienstiftung-Holding
    Gewinne aus Aktienhandel/Aktientrading unterliegen ebenfalls nur einer Steuerbelastung von 0,75 % im Unterschied zur Abgeltungssteuer von 26,375 % (ggf zzgl. Kirchensteuerbelastung).

    Dividendenausschüttungen werden grds. mit 15 % zzgl. Solidaritätszuschlag von 5,5 %, ergibt 15,825 % besteuert. Nur wenn die Beteiligungshöhe in Höhe von 10 % erreicht wird, greift auch für die Dividendenausschüttung die geringere Steuerbelastung von 0,75 %. Alle anderen Kapitaleinkünfte (Zinseinkünfte, Währungsspekulation, Commodities, etc.) werden mit ebenfalls mit 15,825 % besteuert. Sonderregelungen greifen für ETF nach dem Investmentsteuergesetz. Hier werden 80 % der Veräußerungsgewinne eines ETF mit mehr als 51 Aktienquote steuerfrei gestellt.

    Erfolgt der Vermögensaufbau bzw. Vermögenserhalt durch Immobilieninvestitionen, so werden die Überschüsse aus Vermietung und Verpachtung ebenfalls mit 15,825 % versteuert. Die geringe laufende Besteuerung kann zur schnellen Tilgung des Immobilienkredits oder zur zügigen Eigenkapitalbildung für weitere Immobilieninvestitionen genutzt werden. Mehr zur Immobilien-Familiengesellschaft finden Sie hier.

Nähere Informationen zum Steuersparmodell Holding finden Sie hier: Steuersparmodell Holding

Vorteil der Holding-Familienstiftung bei Wegzug aus Deutschland

Das deutsche Steuerrecht sieht für Gesellschafter mit einer Beteiligung von 1 % oder mehr an einer Kapitalgesellschaft die sog. Wegzugsbesteuerung nach dem Außensteuergesetz vor. Dabei unterstellt das Außensteuergesetz eine fiktive Veräußerung der Beteiligung mit der vollen Steuerlast ohne entsprechenden Liquiditätszufluss. War der Wegzug eines Gesellschafters bislang nur bei Wegzug in ein Drittland problematisch, so ist von einer auch für den Wegzug in das europäische Ausland noch in 2021 eine deutliche Verschärfung zu erwarten.

In vielen Fällen ist über eine Familienstiftung als Holding der Wegzug die wirtschaftlich - vielleicht gar nicht stemmbare – fiktive Veräußerungsbesteuerug möglich.

Langfristige Sicherung des Vermögens durch die Familienstiftung als Holding

Die Familienholding als Stiftung eignet sich besonders gut für die Planung der Unternehmensnachfolge und zur langfristigen Absicherung des Familienvermögens vor Gläubigerzugriffen aber auch zum Schutz des Vermögens vor der eigenen Familie für die Familie.

Das Stiftungsvermögen ist vom Grundsatz aus der Vermögenssphäre des Unternehmers bzw. Gesellschafters völlig losgelöstes Vermögen. Mit der Familienstiftung kann das Familienvermögen vor der Verteilung und Auflösung geschützt werden.

Bei entsprechendem Vorlauf kann zusätzlich ein Schutz vor Pflichtteilsansprüchen oder auch Anspruch auf Zugewinnausgleich, welche durchaus ein Unternehmen in der Existenz bedrohen können – und vor Gläubigern des Unternehmers/Gesellschafters erreicht werden.

Erkauft wird dieser Schutz mit der deutlichen Reduzierung der Flexibilität der Vermögensverwendung für private Zwecke. Vermögen der Stiftung ist Vermögen der Stiftung und nicht des Stifters. Die Auflösung einer Familienstiftung ist allerdings bei entsprechend sorgfältiger Satzungsgestaltung möglich.

Keine oder nur rudimentäre Aufsicht durch die Stiftungsbehörde

Familienstiftungen unterliegen nur in einem sehr begrenzten Umfang der Aufsicht durch die Stiftungsbehörden. In Bayern wird sogar auf eine Aufsicht verzichtet. Anders als bei gemeinnützigen Stiftungen wird die Rechtsaufsicht bei Familienstiftungen für entbehrlich gehalten, da das Eigeninteresse der Destinäre die Durchsetzung des Stifterwillens hinreichend absichern soll. 

In den meisten Stiftungsgesetzen findet sich ein Regelung zur Stiftungsaufsicht bei der Familienstiftung mit folgenden Worten: „Für Familienstiftungen „beschränkt sich die Aufsicht auf Maßnahmen nach § 87 BGB (Gefährdung des Gemeinwohl) und die Sicherstellung der Handlungsfähigkeit der Stiftungsorgane…“

Sorgfältige Gesamtabwägung

Die Errichtung einer Familienstiftung als Holding ist sehr sorgfältig abzuwägen. Dabei ist eine Gesamtbetrachtung der familiären Umstände, der Vermögenssituation, der Ziele in Einklang zu bringen mit den steuerlichen, stiftungsrechtlichen, gesellschaftsrechtlichen, erbrechtlichen, familienrechtlichen Belangen.

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