Schenkungssteuer

Berechnung, Erklärung, Vermeidung

Schenkungen („Geben mit warmer Hand“) sind ein wichtiges Instrument der Unternehmensnachfolge und auch der privaten Vermögensnachfolge. Zuwendungen ohne Gegenleistung unterliegen grundsätzlich der Schenkungsteuer.. Steuersätze, Freibeträge und Vergünstigungen hängen vom Verhältnis der Beteiligten und der Art des verschenkten Vermögens (Immobilie, Betriebsvermögen, sonstiges) ab. Das eröffnet ein enormes Steuersparpotential durch umsichtige Gestaltung. Bei Schenkung von Betriebsvermögen (z.B. wegen einer Betriebsaufspaltung) ist auch immer die Ertragssteuer zu beachten.

Ausführliche Informationen zur Erbschaftsteuer beim Erwerb von Todes wegen finden Sie hier: Erbschaftssteuer

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Leistungen von Anwälten und Steuerberatern im Bereich der Schenkungssteuer

Fachanwälte für Steuerrecht und spezialisierte Steuerberater betreuen Mandanten umfassend in allen Fragestellungen mit schenkungssteuerlichem Bezug:

Aufgrund zahlreicher Berührungspunkte zu angrenzenden Rechtsgebieten, arbeitet der Rechtsanwalt für Steuerrecht  bei Schenkungen häufig mit Rechtsanwälten für Erbrecht, Gesellschaftsrecht, Familienrecht und Immobilienrecht zusammen.

Welche Zuwendungen unterliegen der Schenkungssteuer?

Das Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz (ErStG) kennt verschiedene steuerpflichtige Schenkungen.. Hier einige wichtige:

  • Die klassische Schenkung im Sinne einer freigebigen Zuwendung ohne Gegenleistung unter Lebenden
  • Die Zahlung einer Abfindung für einen Erbverzicht, Pflichtteilsverzicht oder Vermächtnisverzicht
  • Die Ausstattung einer Stiftung mit Vermögen durch ein Stiftungsgeschäft
  • Die Bereicherung eines Ehegatten aufgrund der Vereinbarung einer Gütergemeinschaft

Daneben kennt das Gesetz noch eine Anzahl weiterer schenkungssteuerpflichtiger Vorgänge, die für den betroffenen Laien nicht stets als solche zu erkennen sind. Das sind z.B. unverzinsliche Darlehen oder das gemeinsame Konto von Ehegatten.

Steuersätze und Freibeträge bei der Schenkungssteuer

Die Steuerlast bei der Schenkungsteuer hängt ganz wesentlich zwischen dem persönlichen Verhältnis von Schenker und Beschenktem ab. Hier eine Übersicht für die einzelnen Beschenkten:

  1. Ehegatten und eingetragene Lebenspartner: Steuerklasse I, Steuersatz: 7-30 Prozent, Freibetrag: 500.000 Euro
  2. Kinder und Stiefkinder: Steuerklasse I, Steuersatz: 7-30 Prozent, Freibetrag: 400.000 Euro
  3. Enkelkinder: Steuerklasse I, Steuersatz: 7-30 Prozent, Freibetrag: 200.000 Euro
  4. Eltern: Steuerklasse II, Steuersatz: 15-43 Prozent, Freibetrag: 20.000 Euro
  5. Geschwister, Neffen, Nichten: Steuerklasse II, Steuersatz: 15-43 Prozent, Freibetrag: 20.000 Euro
  6. Schwiegerkinder: Steuerklasse II, Steuersatz: Freibetrag: 20.000 Euro
  7. Lebensgefährten, Freunde, Geschäftspartner etc.: Steuerklasse III, Steuersatz: 30-50 Prozent, Freibetrag: 20.000 Euro

Die richtige Ausnutzung der Schenkungssteuerfreibeträge

Die Freibeträge der Schenkungssteuer stehen gemäß § 14 ErbStG alle 10 Jahre voll zur Verfügung. Bei Schenkungen zum Beispiel von Eltern auf Kinder, gilt der Freibetrag für jedes Elternteil in Bezug zu jedem Kind. So können Eltern beispielsweise alle 10 Jahre insgesamt 1,6 Mio. Euro steuerfrei auf zwei Kinder übertragen. Dabei ist in vielen Fällen durch Gestaltung zunächst für eine optimale Verteilung des Vermögens zwischen den Ehegatten  zu sorgen.

Ein besonders effektives Instrument zur Optimierung der Erbschaftsteuer ist der sogenannte Familienpool, zum Beispiel als vermögensverwaltende Immobiliengesellschaft. Hier können gezielt für die Schenkungssteuer maßgeschneiderte Gesellschaftsanteile übertragen werden. Ausführliche Informationen zu den zahlreichen Vorteilen einer solchen Familiengesellschaft finden Sie hier: Familienpool.

Die Schenkung von Immobilien - Steuervergünstigung und Bewertungsspielraum

Häuser, Eigentumswohnungen und sonstiger Grundbesitz bilden häufig den Kern des privaten Familienvermögens. Aus schenkungssteuerlicher Sicht gelten hier einige Besonderheiten, die sowohl bei der Gestaltung von Schenkungen als auch bei der Schenkungssteuererklärung genutzt werden können.

Von Bedeutung sind in der Praxis vor allem die steuerfreie Schenkung des Familienheims sowie der Bewertungsabschlag bei der Schenkung von vermieteten Wohnimmobilien und der abzugsfähige Nießbrauchvorbehalt

Ausführliche Informationen finden Sie hier:                                            

Steuerbefreiungen für Betriebsvermögen – Sparpotential bei der Unternehmens- bzw. Anteilsschenkung

Ganz erhebliche Steuervergünstigungen sieht das Erbschafts- und Schenkungssteuergesetz für die Schenkung von Betriebsvermögen vor. Die großzügigen Steuerbefreiungen für Unternehmensnachfolger waren bereits mehrfach Anlass für eine verfassungsrechtliche Prüfung und sind dadurch zunehmen komplexer geworden.

Betroffene sollten sich davon nicht irritieren lassen und nach wie vor gezielt die Vergünstigungen für Betriebsvermögen nutzen. Das gilt insbesondere auch bei Zuwendungen an entfernte Verwandte oder familienfremde Personen. Hier ist die Schenkung von begünstigtem Betriebsvermögen aufgrund der sonst hohen Steuersätze und niedrigen Freibeträge oft die einzige Möglichkeit zur Reduzierung der Erbschaftsteuer. Seit der Gesetzgeber die sogenannte Cash-GmbH kassiert hat, ist jedoch die willkürliche Umwandlung von Privatvermögen in begünstigtes Betriebsvermögen nicht mehr möglich.

Die optimierte und an den Versorgungsinteressen der übertragenden Generation ausgerichtete Unternehmensnachfolge wirft nicht nur bei der Schenkungssteuer sondern auch bei der Ertragssteuer und der rechtlichen Absicherung des Übergebers  vielfältige komplexe Fragestellungen und Lösungsansätze auf. Unser auf Unternehmensnachfolgen spezialisiertes Team aus Rechtsanwälten, Steuerberatern zeigt Lösungen und Steueroptimierungen auf.

Anzeigepflicht für die Schenkung und Schenkungssteuererklärung

Wie erfährt das Finanzamt von der Schenkung? Bei der Schenkung von Immobilien oder GmbH-Anteilen erfolgt bereits eine Mitteilung durch das mit der Beurkundung der Übertragung betrauten Notariats.

Im Übrigen normiert das Erbschafts- und Schenkungsteuergesetz eine Anzeigepflicht für alle der Schenkungsteuer unterliegenden Erwerbe. Die Pflicht trifft sowohl den Beschenkten als auch den Schenker und ist innerhalb von drei Monaten zu erfüllen. Eine allgemeine Steuererklärungspflicht – wie bei anderen Steuerarten – gibt es bei der Schenkungssteuer jedoch nicht.

Wenn das Finanzamt so Kenntnis von der Schenkung bekommt, kann es eine Schenkungssteuererklärung verlangen. Die Nichtanzeige einer Schenkung ist zwar für sich genommen noch keine Straftat. Wird die Schenkungsteuer aufgrund der fehlenden Anzeige oder falscher bzw. nicht vollständiger Angaben in der Erbschaftsteuer jedoch zu niedrig festgesetzt, ist grundsätzlich der Tatbestand der Steuerhinterziehung erfüllt. Wir beraten regelmäßig zur Selbstanzeige bei Hinterziehung von Schenkungsteuer.

Ausführliche Informationen finden Sie hier:

Weil Steuern nur das halbe Leben sind – Vorsicht Schenkung!

Häufig ist der Wunsch, Steuern zu sparen der Anlass und die Hauptmotivation für eine Schenkung. Wie bei anderen Transaktionen darf jedoch auch bei unentgeltlichen Zuwendungen nicht nur die steuerliche Seite betrachtet werden. Schließlich haben Schenkungen stets auch rechtliche und wirtschaftliche Auswirkungen. Zu den (oft unerwünschten) Nebenfolgen einer Schenkung gehören:

  • Verschlechterung der Versorgungssituation des Schenkers
  • Kontrollverlust im Unternehmen (bei der Zuwendung von Anteilen)
  • Auswirkungen der Schenkung für das Erbrecht und Pflichtteilsrecht von Angehörigen
  • Berücksichtigung der Zuwendung im Falle der Scheidung

Die genannten rechtlichen Risiken müssen s im Vorfeld der Schenkung genau analysiert werdenn und durch flankierende Maßnahmen und Gestaltungen im Schenkungsvertrag ausgeschlossen oder begrenzt werden.
Hierzu gehören insbesondere Widerrufsrechte für den Schenker, die Vereinbarung eines Nießbrauchs oder Wohnrechts oder auch die Anordnung der Anrechnung auf den Pflichtteil.

Schenkungen in Steuerklasse II und III

Gerade bei Schenkungen an Empfänger der Steuerklassen II und III mit niedrigen Steuerfreibetrag und hohen Steuersätzen sollten frühzeitig Überlegungen zur Steueroptimierung getätigt werden. Neben der Übertragung von begünstigtem Betriebsvermögen kommen hier auch "extreme" Gestaltungen wie die Erwachsenenadaption  oder auch Eheschließung Betracht.

Dabei sollte man jedoch stets auch die oben genannten zivilrechtlichen und wirtschaftlichen Nebenfolgen der Schenkung berücksichtigen.

 

Anmerkung zur Schreibweise: Das Gesetz spricht von der „Schenkungsteuer“, also mit einem „s“, Gleichwohl verwenden wir hier die Schreibweise „ss“, da diese weit verbreitet ist. Der Duden kennt beide Varianten.

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