Spaltung einer GmbH - Recht und Steuern

Gründe, Ablauf - Aufspaltung, Abspaltung, Ausgliederung bei der GmbH

Mit der Spaltung kann eine GmbH in mehrere rechtlich selbständige Gesellschaften im Wege einer Gesamtrechtsnachfolge aufgeteilt werden. Gute Gründe für eine Spaltung gibt es viele – rechtliche und steuerliche Hürden bei der Gestaltung, egal ob Aufspaltung, die Abspaltung und die Ausgliederung - jedoch auch. Alles Wichtige zu Recht und Steuern der Spaltung einer GmbH lesen Sie nachfolgend.

Inhalt

Unsere Expertise bei Spaltung einer GmbH

Unser hoch qualifiziertes und spezialisiertes Team von Rechtsanwälten, Fachanwälten für Gesellschaftsrecht und Steuerberatern berät Sie umfassend zur Spaltung einer GmbH. Unser Beratungsspektrum umfasst insbesondere:

  • rechtliche und steuerliche Beratung zur Spaltung, inklusive alternativer Modelle
  • komplette Steuerung des Spaltungsvorgangs auf Geschäftsführungs- und Gesellschafterebene
  • Beratung von Gesellschaftern und Betriebsräten zu Spaltungen
  • Gesellschafterauseinandersetzungen vor und nach einer Spaltung
  • Vorbereitung von Unternehmensnachfolgen mittels einer Unternehmensspaltung

Für eine unverbindliche Anfrage kontaktieren Sie bitte direkt telefonisch oder per E-Mail einen unserer Fachexperten oder nutzen Sie das Kontaktformular am Ende dieser Seite.

Gründe und Vorteile der Spaltung einer GmbH

Es gibt eine Reihe von Beweggründen für die Spaltung einer GmbH. Diese können taktische, rechtliche oder steuerliche Gründe sein. Die wichtigsten Gründe und Vorteile der Spaltung einer / auf eine GmbH finden Sie nachfolgend:

#1 Trennung von Gesellschaftern oder Familienstämmen

Die Trennung von Gesellschaftern oder Familienstämmen ist in der Praxis ein häufiger Anwendungsfall für eine Spaltung. Können und wollen Gesellschafter nicht mehr zusammenarbeiten, dann kann mit der Aufteilung von Unternehmensbereichen eine Trennung möglicherweise überhaupt erst ermöglicht werden.

#2 Spaltung zur Vorbereitung der Unternehmensnachfolge

Mit der Aufteilung von Unternehmensbereichen können im Hinblick auf eine Übertragung in die nächste Generation mögliche Konflikte unter den Nachfolgern vermieden oder verringert werden.

#3 Spaltung zur Vorbereitung für die Aufnahme neuer Gesellschafter

Durch die Ausgliederung von Unternehmensbereichen können die Voraussetzungen geschaffen werden, gezielt isoliert für den Unternehmensbereich strategische Partner aufzunehmen. 

#4 Trennung von Geschäftsbereichen durch Spaltung

Mit der Spaltung können kleinere Geschäftsbereiche, die in erkennbar eigener Verantwortung für ihr Ergebnis handeln, geschaffen werden. Große schwerfällige Einheiten können in flexible schlagkräftige kleine Einheiten aufgeteilt werden.

#5 Errichtung einer Holdingstruktur im Wege der Spaltung

Mit der Ausgliederung von Unternehmensbereichen auf selbständige Tochterunternehmen kann eine Holding-Muttergesellschaft geschaffen werden, die dann die Funktion einer Holding übernimmt.

#6 Abspaltung von unternehmerischen Risiken

Durch die Aufspaltung kann das Ziel verfolgt werden, als vorsorgliche Maßnahme der Risikobegrenzung unternehmerische Risiken auf einzelne Gesellschaften zu verlagern. Es ist allerdings zu prüfen, dass keine Haftungsdurchbrechung im Konzern besteht.

#7 Vorbereitung des Verkaufes eines Unternehmensbereiches

Bei entsprechend langfristigem Planungshorizont kann mit Blick auf die steuerlichen Sperrfristen die Abspaltung von Unternehmensbereichen den Verkauf vorbereiten und gegebenenfalls eine praktisch steuerfreie Veräußerung ermöglichen.

#8 Partielle Gesamtrechtsnachfolge

Die Spaltung erlaubt eine sogenannte partielle Gesamtrechtsnachfolge. Bei dieser geht die Gesamtheit der im Spaltungsvertrag bzw. im Spaltungsplan genannten Wirtschaftsgüter "in einem Rutsch" auf eine andere Gesellschaft über.

Überblick - Gründe, Vorteile einer Spaltung

  • Trennung von Gesellschaftern oder Familienstämmen
  • Spaltung zur Vorbereitung der Unternehmensnachfolge
  • Spaltung zur Vorbereitung für die Aufnahme neuer Gesellschafter
  • Trennung von Geschäftsbereichen durch Spaltung
  • Errichtung einer Holdingstruktur im Wege der Spaltung
  • Abspaltung von unternehmerischen Risiken
  • Vorbereitung des Verkaufes eines Unternehmensbereiches
  • Partielle Gesamtrechtsnachfolge

Nachteile, Alternativen bei Spaltung einer GmbH

Eine Spaltung kann in bestimmten Fällen auch Nachteile mit sich bringen. Welche das sind und wie diese eventuell vermieden werden können, lesen Sie nachfolgend.

#1 Keine Gesamtrechtsnachfolge erwünscht, Asset Deal

In einzelnen Fällen kann der partielle automatische Übergang sämtlicher Rechtsbeziehungen auf die neue Gesellschaft (partielle Gesamtrechtsnachfolge), wie er vom UmwG vorgesehen ist, unerwünscht sein.  An dieser Stelle kann die Übertragung einzelner Wirtschaftsgüter (asset deal) die bessere Alternative sein: Einzelrechtsnachfolge anstelle (partielle) Gesamtrechtsnachfolge.

#2 Regime der Mitbestimmung der Arbeitnehmer (DrittelbG, MitbestG)

Die Spaltung von Unternehmen führt bei der aufnehmenden Gesellschaft gewöhnlich zu einer Erhöhung der Mitarbeiterzahl. Kommt es hierbei zur Überschreitung bestimmter Mitarbeitergrenzen, kann die Spaltung zu einem anderen Regime der Mitbestimmung der Arbeitnehmer führen. So ist in jeder GmbH mit 500 oder mehr Arbeitnehmern zwingend ein Aufsichtsrat nach dem DrittelbG einzurichten.

#3 Führungskräfte, Geschäftsführer

Die Spaltung eines Unternehmens hat zur Folge, dass Geschäftsführer oder Führungskräfte anderer Ebenen (key employees), die im Unternehmen verbleiben, einen geringeren oder keinen Wirkungskreis mehr haben. Geschäftsführer oder Führungskräfte anderer Ebenen (key employees), die hingegen nicht im Unternehmen verbleiben, sondern in der „neuen“ Gesellschaft tätig sind, fehlen womöglich in der alten GmbH. Beides gilt es zu beachten.

Überblick - Nachteile, Alternativen bei Spaltung

  • Keine Gesamtrechtsnachfolge erwünscht, Asset Deal
  • Regime der Mitbestimmung der Arbeitnehmer (DrittelbG, MitbestG)
  • Führungskräfte, Geschäftsführer

Formen der Spaltung einer GmbH - Aufspaltung, Abspaltung, Ausgliederung

Die Spaltung einer GmbH kann auf drei verschiedene Weisen erfolgen:

  • Aufspaltung
  • Abspaltung
  • Ausgliederung

Die Spaltung einer GmbH kann dabei in jede der genannten Formen auf eine bzw. mehrere bestehende Gesellschaften (Spaltung zur Aufnahme) oder auf eine oder mehrere im Rahmen der Spaltung neu gegründete Gesellschaften (Spaltung zur Neugründung) erfolgen.

3.1. Aufspaltung einer GmbH

Bei der Aufspaltung geht das Vermögen auf eine neu gegründete oder bestehende Gesellschaft über. Die übertragende Gesellschaft (GmbH) geht ohne eine gesonderte Liquidation unter. Sie hört auf zu existieren. Die Gesellschafter der abgebenden Gesellschaft erhalten Anteile an den übernehmenden Rechtsträgern.

3.2. Abspaltung bei einer GmbH

Bei der Abspaltung bleibt die übertragende Gesellschaft bestehen und Vermögensteile gehen auf eine oder mehrere bestehende oder neu gegründete Schwestergesellschaften über.

3.3. Ausgliederung bei GmbH

Im Unterschied zur Aufspaltung entsteht bei der Ausgliederung mit dem Spaltungsvorgang keine Schwestergesellschaft, sondern eine Tochtergesellschaft. Es entsteht eine Mutter-Tochter Struktur. Die Ausgliederung ist einer der Wege zur Gründung einer Holdingstruktur.

Welche Gesellschaften sind für eine Spaltung geeignet?

An einer Spaltung können als übertragende wie auch übernehmende Gesellschaften nur die im Umwandlungsgesetz ausdrücklich genannten Gesellschaftsformen „teilnehmen“; nur diese sind für eine Spaltung geeignet. Dazu gehören die folgenden Gesellschaften:

  • GmbH
  • Aktiengesellschaft
  • Kommanditgesellschaften (KG und GmbH & Co KG)
  • Offene Handelsgesellschaften (OHG)
  • eingetragene Vereine (eV)
  • eingetragene Genossenschaften (eG)

Daneben können noch weitere weniger verbreitete Rechtsformen Beteiligte an einer Spaltung sein, zum Beispiel Einzelunternehmer (als eingetragener Kaufmann e.K.), Stiftungen und Gebietskörperschaften (Kommune, Land).

Typische Spaltungskonstellationen unter Beteiligung einer GmbH sind in der Praxis:

  • Aufspaltung einer GmbH auf zwei GmbHs
  • Abspaltung eines Teilbetriebs (Vertrieb, Standort) von einer GmbH auf eine "Schwester-GmbH"
  • Ausgliederung eines Teilbetriebs auf eine Tochter-GmbH
  • Ausgliederung des operativen Geschäfts auf eine Tochter-GmbH

Rechtliche Aspekte der Spaltung einer GmbH

Die Spaltung von Unternehmen ist im Umwandlungsgesetz geregelt (§§ 123 ff. UmwG), wobei das UmwG in vielen Bereichen eine entsprechende Anwendung der verschmelzungsrechtlichen Regelungen anordnet. Daneben sieht das Umwandlungsgesetz in Abhängigkeit von der Rechtsform der beteiligten Unternehmen besondere rechtsformspezifische Regelungen für die Spaltung vor. Bei einer Spaltung zur Neugründung sind zudem die jeweiligen Vorschriften, die für das neu zu gründende Unternehmen einschlägig sind, zu beachten.

5.1. Dokumentation, Checkliste

Für die Spaltung einer GmbH sind regelmäßig umfangreiche Dokumentationen wie Gesellschaftsbeschlüsse, Verträge und Berichte zu erstellen und Maßnahmen zu ergreifen. Zu diesen gehören überblicksweise folgende (zugleich eine Checkliste für die Praxis):

  • Spaltungsplan (bei Aufspaltung, Abspaltung, Ausgliederung zur Neugründung)
  • Spaltungsvertrag bzw. Spaltungs- und Übernahmevertrag (bei Aufspaltung, Abspaltung, Ausgliederung zur Aufnahme)
  • Spaltungsbericht durch Geschäftsleitung
  • Spaltungsprüfung durch externen Prüfer (Ausnahme: Ausgliederung)
  • Informationspflichten gegenüber Betriebsrat, Zuleitung Spaltungsplan, Spaltungsvertrag
  • Bekanntmachung der Spaltung (AG, KGaA, VVaG)
  • Spaltungsbeschluss der Gesellschafter (Zustimmung zu Spaltungsplan, Spaltungsvertrag)
  • Anmeldung der Spaltung beim Handelsregister  

5.2. Spaltung und Betriebsübergang § 613a BGB

Eine Besonderheit ist im Arbeitsrecht zu beachten, hier kann ein Betriebsübergang nach § 613a BGB vorliegen. Entsprechende arbeitsrechtliche Anforderungen müssen im Rahmen der Umwandlungsmaßnahmen beachtet werden.

5.3. Partielle Gesamtrechtsnachfolge

Mit der Spaltung nach den Vorgaben des Umwandlungsgesetzes wird anders als bei einer Veräußerung des abzugebenden Betriebsvermögens eine partielle Gesamtrechtsnachfolge gewährleistet. Damit gehen alle die dem übergebenden Unternehmensbereich zuzuordnenden Vertragsbeziehungen und Rechtspositionen auf die übernehmende Gesellschaft über. Genau aus diesem Grund ist die konkrete Benennung der bei der Spaltung übergehenden Posten des Aktiv- und Passivvermögens wichtig.

Betriebsbübergang § 613a BGB Alles Wichtige zum Übergang von Arbeitsverhältnissen

Ablauf der Spaltung einer GmbH

Wie läuft die Spaltung einer GmbH gewöhnlich ab? Welche Schritte sind zu unternehmen und was ist zu beachten? Nachfolgend finden Sie den typischen Ablauf der Spaltung einer GmbH (Ablaufplan). Unterstellt wird dabei, dass die Entscheidungen über das OB und das WIE der Spaltung bereits getroffen sind.

6.1. Entwurf und Abschluss Spaltungsvertrag bzw. Spaltungsplan

Die Geschäftsführer entwerfen mit Unterstützung von Rechtsanwälten und Steuerberatern den Spaltungsvertrag (der schlussendlich vom Notar zu beurkunden ist). Sofern es sich um eine Spaltung unter Gründung einer neuen Gesellschaft handelt, spricht man von einem Spaltungsplan (da es einen „Vertragspartner“ nicht gibt). Was im Spaltungsvertrag zwingend zu regeln ist, ergibt sich aus § 126 Absatz1 Nr. 1-11 UmwG. Hervorzuheben sind vor allem folgende Punkte:

# Umtauschverhältnis. Der Vertrag muss bei Aufspaltung und Abspaltung das Umtauschverhältnis der Geschäftsanteile benennen. Der Vertrag muss also bestimmen, wie viele Geschäftsanteile der übernehmenden GmbH die Gesellschafter der zu spaltenden GmbH als Gegenleistung erhalten  ("Wie viele Geschäftsanteile der A-GmbH erhält Gesellschafter 1 der B-GmbH, für die Abspaltung des Teilbetriebs Forschung auf die A-GmbH?"). Das Umtauschverhältnis bestimmt sich dabei vorrangig nach dem Verhältnis der Unternehmenswerte bzw. des Wertes des abgespaltenen Teilbetriebs. Hierfür ist häufig eine Unternehmensbewertung erforderlich.

Häufig stehen nicht alle Gesellschafter der Festlegung des Umtauschverhältnisses positiv gegenüber. Dies ist dann Ausgangspunkt für einen Streit, welcher im sogenannten Spruchverfahren beziehungsweise im Rahmen einer Anfechtungsklage von den beteiligten Gesellschaftern zu führen ist.

# Aufteilung der Geschäftsanteile. Bei Aufspaltung und Abspaltung muss der Vertrag bzw. der Plan auch die Aufteilung der Anteile jeder der beteiligten GmbHs auf die Gesellschafter der übertragenden GmbH sowie den Maßstab für die Aufteilung bestimmen. Zulässig sind hier verhältniswahrende und nicht-verhätlniswahrende Aufteilungen sowie Spaltungen zu Null (einzelne Gesellschafter erhalten keine Anteile an der anderen GmbH).

# Aufteilung des Vermögens (Abgrenzung Teilbetrieb). Ein ganz wesentlicher Teil des Spaltungsvertrages bzw. des Spaltungsplans ist die konkrete Bezeichnung des Vermögens, welches von der GmbH abgespalten werden soll. In der Praxis handelt es sich dabei meist um einen Teilbetrieb, d.h. einen abgrenzbaren eigenständigen Unternehmensbereich. Dies deshalb, weil die oft gewünschte steuerneutrale Aufspaltung und Abspaltung einen Teilbetrieb voraussetzen. Theoretisch kann aber auch jeder einzelne Gegenstand im Rahmen einer Spaltung "übertragen" werden. Auch eine Übertragung des gesamten Vermögens im Rahmen einer Totalausgliederung ist zulässig.

# Spaltungsstichtag. Der Spaltungsvertrag bzw. Spaltungsplan muss zudem den Stichtag benennen, von dem an die Handlungen der sich spaltenden GmbH als für Rechnung der den Teilbetrieb übernehmenden GmbH gelten.

# Folgen für Arbeitnehmer, Arbeitnehmervertreter.  Im Spaltungsvertrag sind auch die Folgen der Spaltung der GmbH für die Arbeitnehmer und Arbeitnehmervertreter zu bezeichnen; einschließlich der vorgesehenen Maßnahmen. Dies betrifft unter anderem folgende Aspekte: Betriebsübergang § 613a BGB, Betriebsvereinbarungen, Mitbestimmungsrechte DrittelbG, Kündigungsschutz, Betriebsrat / Gesamtbetriebsrat, Betriebsschließungen.

Mindestinhalt Spaltungsvertrag, Spaltungsplan (§ 126 UmwG)

Der Spaltungs- und Übernahmevertrag oder sein Entwurf muss mindestens folgende Angaben enthalten:

  • den Namen oder die Firma und den Sitz der an der Spaltung beteiligten Rechtsträger;
  • die Vereinbarung über die Übertragung der Teile des Vermögens des übertragenden Rechtsträgers jeweils als Gesamtheit gegen Gewährung von Anteilen oder Mitgliedschaften an den übernehmenden Rechtsträgern;
  • bei Aufspaltung und Abspaltung das Umtauschverhältnis der Anteile und gegebenenfalls die Höhe der baren Zuzahlung oder Angaben über die Mitgliedschaft bei den übernehmenden Rechtsträgern;
  • bei Aufspaltung und Abspaltung die Einzelheiten für die Übertragung der Anteile der übernehmenden Rechtsträger oder über den Erwerb der Mitgliedschaft bei den übernehmenden Rechtsträgern;
  • den Zeitpunkt, von dem an diese Anteile oder die Mitgliedschaft einen Anspruch auf einen Anteil am Bilanzgewinn gewähren, sowie alle Besonderheiten in bezug auf diesen Anspruch;
  • den Zeitpunkt, von dem an die Handlungen des übertragenden Rechtsträgers als für Rechnung jedes der übernehmenden Rechtsträger vorgenommen gelten (Spaltungsstichtag);
  • die Rechte, welche die übernehmenden Rechtsträger einzelnen Anteilsinhabern sowie den Inhabern besonderer Rechte wie Anteile ohne Stimmrecht, Vorzugsaktien, Mehrstimmrechtsaktien, Schuldverschreibungen und Genussrechte gewähren, oder die für diese Personen vorgesehenen Maßnahmen;
  • jeden besonderen Vorteil, der einem Mitglied eines Vertretungsorgans oder eines Aufsichtsorgans der an der Spaltung beteiligten Rechtsträger, einem geschäftsführenden Gesellschafter, einem Partner, einem Abschlussprüfer oder einem Spaltungsprüfer gewährt wird;
  • die genaue Bezeichnung und Aufteilung der Gegenstände des Aktiv- und Passivvermögens, die an jeden der übernehmenden Rechtsträger übertragen werden, sowie der übergehenden Betriebe und Betriebsteile unter Zuordnung zu den übernehmenden Rechtsträgern;
  • bei Aufspaltung und Abspaltung die Aufteilung der Anteile oder Mitgliedschaften jedes der beteiligten Rechtsträger auf die Anteilsinhaber des übertragenden Rechtsträgers sowie den Maßstab für die Aufteilung;
  • die Folgen der Spaltung für die Arbeitnehmer und ihre Vertretungen sowie die insoweit vorgesehenen Maßnahmen.

6.2. Erstellung Spaltungsbericht durch Geschäftsleitung

Die Gesellschafter der an der Spaltung beteiligten GmbHs können die Entscheidung über die Spaltung nur treffen, wenn ihnen die entsprechenden Informationen vorliegen. Das UmwG sieht daher vor, dass die Geschäftsführer einen Bericht über die Spaltung erstellen müssen. Ein zentraler Punkt des Berichts ist die Erläuterung des Spaltungsvertrages. Auf die Erstellung des Berichts kann verzichtet werden, wenn alle (!) Gesellschafter aller (!) beteiligten Gesellschaften auf den Bericht verzichten.

6.3. Prüfung der Spaltung durch externen Spaltungsprüfer

Eine Prüfung der Spaltung hat zu erfolgen, wenn (a) das Umwandlungsgesetz eine solche ausdrücklich vorsieht und (b) eine Prüfung ausnahmsweise vom Gesetz als entbehrlich gesehen wird. Für den Fall der Spaltung einer GmbH bedeutet dies, dass eine Prüfung nur stattzufinden hat, wenn ein GmbH-Gesellschafter es fristgemäß verlangt. Der Verschmelzungsprüfer wird auf Antrag vom Gericht bestellt. Die Bestellung des Prüfers und die Erstellung des Prüfungsberichts kostet Zeit - dies sollte bei der Planung der zeitlichen Abläufe berücksichtigt werden. Die Prüfung ist entbehrlich bei einer Ausgliederung, da bei dieser keine Anteile gewährt werden.

6.4. Zuleitung des Spaltungsvertrages bzw. Spaltungsplans an Betriebsrat

Nach § 126 Absatz 3 UmwG ist der Spaltungsvertrag bzw. dessen Entwurf dem Betriebsrat spätestens einen Monat vor Beschlussfassung der Gesellschafterversammlung über die Spaltung zuzuleiten.

6.5. Keine Bekanntmachung des Verschmelzungsvertrages im Handelsregister

Anders als bei der AG, KGaA oder des VVaG muss bei einer GmbH der Spaltungsvertrag bzw. der Spaltungsplan nicht im Handelsregister bekannt gemacht werden.

6.6. Zustimmung der Gesellschafter, Gesellschafterbeschluss, Kapitalerhöhung

Die Gesellschafter der beteiligten GmbHs müssen dem bereits beurkundeten Spaltungsvertrag bzw. dem Entwurf des Spaltungsvertrags bzw. dem Spaltungsplan durch Beschluss zustimmen. Der  Gesellschafterbeschluss bedarf einer Mehrheit von 75% der abgegebenen Stimmen.

Sofern die Spaltung im Wege der Sachkapitalerhöhung erfolgt, hat bei der übernehmenden GmbH, die das Vermögen übernimmt, parallel zur Beschlussfassung über die Zustimmung zur Spaltung eine Beschlussfassung über eine Sachkapitalerhöhung zu erfolgen. Die Kapitalerhöhung "schafft" die Geschäftsanteile, welchen den Gesellschaftern der GmbH, die das Vermögen abgibt, im Rahmen der Anteilsgewährung (Gegenleistung) zu geben sind.

6.7. Beurkundung Spaltungsvertrag, Spaltungsplan

Sofern noch nicht geschehen, ist zu diesem Zeitpunkt der Spaltungsvertrag bzw. Spaltungsplan beim Notar zur beurkunden.

6.8. Anmeldung und Eintragung der Spaltung beim Handelsregister

Die Spaltung ist nach Vorliegen sämtlicher Dokumente, Berichte und Zustimmungsbeschlüsse  beim Handelsregister anzumelden. Die Spaltung wird erst mit deren Eintragung im Handelsregister wirksam.

Steuerneutralität - steuerneutrale Gestaltung der Spaltung

7.1. Keine Aufdeckung stiller Reserven, Buchwertfortführung

Die Steuerneutralität der Spaltung ist keine Selbstverständlichkeit. Die Voraussetzungen sind sorgfältig zu ermitteln und gegebenenfalls zu schaffen. Aus Sicht des Steuerrechts ist die Hebung aller stillen Reserven der Regelfall, während die steuerneutrale/buchwertneutrale Spaltung nur bei strenger Einhaltung der (Ausnahme-)Regelungen zur Spaltung gewährleistet ist.

Wird eine Spaltung nicht buchwertneutral durchgeführt, sind alle Wirtschaftsgüter - insbesondere auch der Firmenwert - zu den Verkehrswerten zu bewerten und wie bei einer Veräußerung zu versteuern. Anders als bei der Unternehmensveräußerung fehlt es aber in der Regel an der Liquidität für die entstehende Steuerschuld.

Für eine steuerneutrale Spaltung ist die größte steuerrechtliche Hürde, dass der auszugliedernde und auch der verbleibende Unternehmensbereich steuerlich einen Teilbetrieb darstellen muss.

7.2. Teilbetrieb und Spaltung

Die hohen Anforderungen an das Vorliegen eines Teilbetriebs führen regelmäßig dazu, dass gerade die Spaltung von GmbHs zwar zivilrechtlich unter Wahrung der partiellen Gesamtrechtsnachfolge möglich sind, aber die Spaltung nicht steuerneutral durchgeführt werden kann oder erst mit entsprechendem zeitlichen Vorlauf ein Teilbetrieb ausgestaltet werden muss. Bei der Spaltung von Personengesellschaften ist die Steuerneutralität gegebenenfalls auch dann gegeben, wenn keine übertragbaren Teilbetriebe gegeben sind.

Alle weiteren Anforderungen an eine steuerneutrale Spaltung sind in der Regel, solange inländische Gesellschaften beteiligt sind, durch entsprechende Vertragsgestaltung zu erfüllen. So müssen beispielsweise neue Anteile als Gegenleistung für die empfangenen Wirtschaftsgüter durch die aufnehmende Gesellschaft ausgegeben werden. Vertragstechnisch ist dies unproblematisch. Wir haben in der Praxis allerdings schon Fälle gesehen, wo dies – aus für uns unerklärlichen Gründen – unterblieben ist.

7.3. Immobilien und Grunderwerbsteuer

Ist die zu spaltende Gesellschaft Eigentümer von Grundstücken, so ist bei der Spaltung sorgfältig zu prüfen, ob insoweit Grunderwerbsteuer vermieden werden kann.

Rückwirkende Spaltung?

Die Spaltung kann auf einen rückwirkenden Stichtag erfolgen. Diese gesetzlich legitimierte Rückwirkung ist in der Umwandlungspraxis überragend wichtig. Dabei darf der gewählte Übertragungsstichtag bis zu 8 Monate vor dem Tag der Anmeldung der Spaltung zum Handelsregister liegen.

Es kann damit bei einer Anmeldung der Spaltung bis zum 31.08. des Jahres noch zum 31.12. des Vorjahres eine Spaltung vollzogen werden.

Spaltung eines Einzelunternehmens durch Ausgliederung auf eine GmbH

Eine besonders praxisrelevante Variante der Spaltung ist die Ausgliederung von Einzelunternehmen in eine GmbH. Um eine Ausgliederung handelt es sich deswegen, weil aus dem Gesamtvermögen des Einzelunternehmers das Unternehmen ausgegliedert wird; übrig bleibt beim Einzelunternehmer sein Privatvermögen und seine Beteiligung an der GmbH.

Wichtig für die Praxis ist, dass der Einzelunternehmer vorab zur Umwandlung einer GmbH sich als eingetragener Kaufmann e.K. in das Handelsregister eintragen lassen muss. Nur dann ist eine Umwandlung nach dem Umwandlungsgesetz zulässig.

Umwandlung Einzelunternehmen in GmbH Aus Wichtige zu Recht und Steuern der Ausgliederung eines Einzelunternehmens auf eine GmbH

FAQ - Spaltung einer GmbH

Mit einem Klick finden Sie Antworten auf weitere Fragen zur Spaltung unter Beteiligung einer GmbH.

Was versteht man unter der Spaltung einer GmbH?

Unter der Spaltung einer GmbH versteht man die Aufteilung des Vermögens einer GmbH auf mindestens zwei Gesellschaften. Die Aufteilung kann im Wege des Verkaufs einzelner Wirtschaftsgüter (asset deal) oder im Wege der partiellen Gesamtrechtsnachfolge (UmwG) erfolgen.

Welche Arten der Spaltung einer GmbH gibt es?

Die Spaltung einer GmbH kann durch Aufspaltung, Abspaltung oder Ausgliederung erfolgen.

Kann man eine GmbH splitten?

Ja, eine GmbH kann entweder durch den Verkauf einzelner Wirtschaftsgüter (asset deal) oder durch eine Übertragung von Sachgesamtheiten im Wege einer formalen Spaltung nach dem Umwandlungsgesetz "gesplittet" werden.

Was heißt Aufspaltung einer GmbH?

Bei der Aufspaltung einer GmbH wird das Vermögen der GmbH auf zwei oder mehrere andere Gesellschaften aufgeteilt, wobei die ursprüngliche Gesellschaft untergeht bzw. aufgelöst wird. 

Was ist eine Abspaltung?

Die Abspaltung ist eine besondere Form der Spaltung nach dem Umwandlungsgesetz. Dabei wird Vermögen von einer Gesellschaft auf eine andere Gesellschaft im Wege der partiellen Gesamtrechtsnachfolge übertragen.

Was ist der Unterschied zwischen Aufspaltung und Abspaltung?

Bei der Aufspaltung und Abspaltung werden Sachgesamtheiten von einer Gesellschaft auf eine oder mehrere andere Gesellschaften übertragen. Bei der Aufspaltung geht die ursprüngliche GmbH unter, bei der Abspaltung bleibt diese neben den anderen Gesellschaften bestehen.

Was ist der Unterschied zwischen Abspaltung und Ausgliederung?

Der Unterschied zwischen Abspaltung und Ausgliederung besteht darin, dass bei der Ausgliederung die Anteile an dem aufnehmenden Unternehmen nicht den Gesellschaftern der sich spaltenden GmbH gehören, sondern der sich spaltenden Gesellschaft. Bei der Abspaltung wird mithin keine Tochtergesellschaft, sondern eine Schwestergesellschaft "geschaffen".

Kontaktformular für unverbindliche Mandatsanfragen

Schildern Sie uns Ihr Anliegen und/oder lassen Sie sich zurückrufen.

Hiermit willige ich in die Verarbeitung meiner Daten gemäß der Datenschutzerklärung (Ziffer VIII.) ein. Die Daten werden zur Bearbeitung meiner Kontaktanfrage benötigt und nicht an Dritte weitergegeben. Diese Einwilligung kann ich jederzeit mit Wirkung für die Zukunft durch Erklärung gegenüber ROSE & PARTNER widerrufen.