Umwandlung einer GmbH & Co. KG in eine GmbH

Gründe, Gestaltung, Steuern

Abhängig von den individuellen steuerlichen Verhältnissen und der ausgeübten Geschäftstätigkeit kann es geboten sein, eine GmbH & Co. KG in eine GmbH umzuwandeln. Eine solche Entscheidung bedarf jedoch einer konkreten Abwägung der damit einhergehenden Vor- und Nachteile. Lesen Sie nachfolgend alles über eine solche Umwandlung einer Personengesellschaft in eine Kapitalgesellschaft.

Anwaltliche Leistungen im Bereich der Umwandlung in eine GmbH

Unsere erfahrenen Fachanwälte für Gesellschaftsrecht und Steuerrecht begleiten bundesweit Unternehmen bei der Wahl der passenden Gesellschaftsform und bei Umwandlungen:

  1. Auswahl der passenden Gesellschaftsform aus rechtlicher und steuerlicher Sicht
  2. Strategische Vorbereitung von Umwandlungen, insbesondere Auswahl des richtigen Umwandlungswegs
  3. Vertragliche Gestaltung von Umwandlungen in Personen- bzw. Kapitalgesellschaften
  4. Gutachten zu steuerlichen Spezialthemen bei der Umwandlung in eine GmbH

Für eine unverbindliche Anfrage kontaktieren Sie bitte direkt telefonisch oder per E-Mail einen unserer Ansprechpartner oder nutzen Sie das Kontaktformular am Ende dieser Seite.

Gründe für die Umwandlung einer GmbH & Co. KG in eine GmbH

  • Steuerbelastung: Bei Gesellschaftern mit hohen individuellen Steuersatz und einer stetigen Reinvestition der Gewinne in das Unternehmen kann die GmbH steuerlich vorteilhaft oder zumindest nicht Nachteilhaft sein. Über die Höhe der Geschäftsführervergütung oder anderer Leistungsbeziehungen zwischen Gesellschafter und GmbH kann auf persönlicher Ebene der Durchschnittssteuersatz gesenkt werden.
  • Holdingstruktur: Bei einer oder mehreren operativ tätigen GmbHs kann über eine Holdingstruktur eine ausgewogene individuelle Steuerquote auf Ebene des Gesellschafters erreicht werden und gleichzeitig außerhalb des operativen Risiko eine Thesaurierung der Gewinne vorgenommen werden. Neben dem Vorteil der steuerbegünstigten Thesaurierung bleiben bei einer Holdingstruktur  bei der Veräußerung einer GmbH Beteiligung Gewinne zu 95% steuerfrei und können damit auf Ebene der Holding praktisch steuerfrei wieder angelegt werden (z.B. auch für die private Unternehmerrente). Mehr zur Holdingstruktur finden Sie hier.
  • Trennung der Sphären Gesellschaft und Gesellschafter: Anders als bei der GmbH & Co KG – oder Personengesellschaften – allgemein sind bei der Rechtsform der GmbH die rechtlichen Spähren zwischen Gesellschafter einerseits und Gesellschaft anderseits deutlich abgrenzt. Bei einer GmbH tritt die handelnde Person oft  - aber nicht zwingend – weiter in den Hintergrund. Die geschäftliche Vertretungsbefugnis ist ganz klar nach Außen ersichtlich. Die GmbH ist von ihrer Struktur einfacher verständlich als eine GmbH & Co KG.
  • Aufnahme neuer Gesellschafter: Die Aufnahme neuer Gesellschafter kann bei der GmbH unproblematisch durch Veräußerung von Anteilen durch Altgesellschafter oder durch Ausgabe neuer Anteile im Wege einer Kapitalerhöhung erfolgen. In der Regel ist die Veräußerung von GmbH Anteilen für den Veräußerer steuerlich günstiger als die Veräußerung von Mitunternehmeranteilen. Anders als bei der Veräußerung von Mitunternehmeranteilen – wie der GmbH & Co KG -  ist es aber für den Käufer regelmäßig schwerer den Anteilsankauf zu finanzieren, da die Anschaffungskosten steuerlich nicht geltend gemacht werden können.
  • Transparenz der Gesellschafterverhältnisse: Bei der GmbH sind die Gesellschafter nicht bereits aus der Eintragung im Handelsregister ersichtlich, sondern nur aus der Gesellschafterliste.
  • Unternehmensnachfolge: Auch bei der Unternehmensnachfolge kann der Umstand der deutlicheren Trennung zwischen Gesellschaft und Gesellschafter in manchen Konstellationen einen Vorteil für die GmbH darstellen.  Das ist dann der Fall, wenn die nachfolgende Generation im Hintergrund verbleiben will und einen Fremdgeschäftsführer einsetzen will. Anders als bei der Personengesellschaft sind aber mindestens 25% der Anteile übertragen, sonst greifen die erbschaftsteuerlichen Begünstigungen/Steuerfreistellungen nicht.

Die Durchführung der Umwandlung in eine GmbH

Mehrere Wege führen in aus der GmbH & Co KG in die GmbH. In der Praxis kann man häufig beobachten, dass im Wege eines sogenannten Asset Deals schlicht die Wirtschaftsgüter in die GmbH veräußert werden. Dieses Vorgehen ist in mehrfacher Hinsicht riskant. Es kann nachträglich zum Beispiel im Rahmen einer Betriebsprüfung  zu Versteuerung des Firmenwerts kommen, der kann aus Sicht der Finanzverwaltung erheblich sein. Diese ermittelt den Firmenwert  zum Beispiel für die Erbschaftssteuer nach dem  vereinfachten Ertragswertverfahren wonach der Gewinn mit einem Faktor von 13,75 multipliziert wird. Auch sind im Rahmen eines Asset Deals sämtliche Vertragsbeziehungen zu übertragen.

Bei einer Umwandlung sollte neben der Steuerneutralität zivilrechtlich immer die Gesamtrechtsnachfolge angestrebt werden sein. Die Gesamtrechtsnachfolge  bedeutet, dass von der GmbH sämtliche Vertragsverhältnisse fortgeführt werden, ohne dass es der Zustimmung  des Vertragspartners bedarf. Bei alternativen Umwandlungsmodellen ohne Gesamtrechtsnachfolge sind andernfalls  sämtliche Vertragsbeziehungen auf die neue Gesellschaft durch Neuabschluss – mit entsprechenden Preisanpassungsmöglichkeiten für die Vertragspartei- zu übertragen.

Die gängigsten Methoden der steuerneutralen Umwandlung sind der Formwechsel und das sogenannte Anwachsungsmodell, welches in zwei Ausprägungen existiert. Beide Wege gewährleisten eine Gesamtrechtsnachfolge.

Während das Anwachsungsmodell im Vergleich zum Formwechsel oder der Verschmelzung in den formalen Erfordernissen deutlich einfacher umsetzbar sind, kann trotzdem – zum Beispiel bei Grundbesitz der Gesellschaft -  insbesondere der Formwechsel die vorzugswürdige Variante sein. Grundsätzlich käme auch eine Verschmelzung der GmbH & Co KG auf eine bestehende GmbH in Betracht.

Steuerneutrale Umwandlung einer GmbH & Co KG in eine GmbH

Auch wenn kein Kaufpreis gezahlt wird kann es wenn die spezifischen steuerlichen Voraussetzungen nicht beachtet werden zu einer Realisierung im Unternehmen ruhenden stillen Reserven – insbesondere auch des Firmenwerts - kommen.

Unabhängig von dem gewählten Weg der Umwandlung ist eine steuerneutrale/buchwerteneutrale Umwandlung einer GmbH & Co KG in eine GmbH möglich.

Eine Umwandlung kann – vereinfachend dargestellt -  buchwertneutral erfolgen, soweit:

  1. sichergestellt ist, dass das Betriebsvermögen bei der übernehmenden GmbH der Besteuerung mit Körperschaftsteuer unterliegt,
  2. die Passivposten ohne Berücksichtigung des Eigenkapitals des eingebrachten Betriebsvermögens die Aktivposten nicht übersteigen,
  3. das Besteuerungsrecht Deutschlands hinsichtlich der Besteuerung des Gewinns aus der Veräußerung des eingebrachten Betriebsvermögens bei der übernehmenden GmbH nicht ausgeschlossen oder beschränkt wird und
  4. der gemeine Wert von sonstigen Gegenleistungen, die neben den neuen Gesellschaftsanteilen gewährt werden, nicht mehr beträgt als 25 % des Buchwerts des eingebrachten Betriebsvermögens oder 500.000 Euro, höchstens jedoch den Buchwert des eingebrachten Betriebsvermögens.

Einzelfragen zur Umwandlung einer GmbH & Co KG in eine GmbH

Kann eine rückwirkende Umwandlung der GmbH in eine GmbH & Co KG erfolgen?

Eine rückwirkende Umwandlung ist möglich. Auf Antrag kann die Umwandlung bis zu einer Zeitpunkt acht Monate vor dem Zeitpunkt der Anmeldung beim Handelsregister erfolgen.

Gibt es Sperrfristen die nach der Umwandlung zu beachten sind?

Der Formwechsel einer GmbH & Co KG in eine GmbH führt zu sogenannten Sperrfristbehafteten – früher einbringsgeborener - Anteilen. Werden die Anteile der GmbH innerhalb von 7 Jahren veräußert oder andere Realisationstatbestände, entsteht ein sogenannter Einbringungsgewinn I der zu versteuern ist. Der Einbringungsgewinn I ist zu berechnen mit dem gemeinen Wert des eingebrachten Betriebsvermögen mit den Werten zum Einbringungszeitpunkt. Allerdings mindert sich der Einbringungsgewinn I für jedes seit der Einbringung vergangene Jahr um 1/7.

Warum sollte das Anwachsmodell vorrangig zum Formwechsel geprüft werden?

Der Formwechsel erfordert vergleichsweise hohe formale Anforderungen. Er erfordert grundsätzlich einen Umwandlungsbericht und Umwandlungsbeschluss, einen Sachgründungsbericht, die Anmeldung zum Handelsregister sowie gegebenenfalls eine Vorab-Benachrichtung des Betriebsrats und ein Abfindungsangebot für ausscheidende Gesellschafter.

Die Umwandlung im Wege einer Anwachsung ist dagegen wesentlich einfacher möglich.

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