Verkauf einer GmbH

Wie läuft der Verkaufsprozess und was hat der Verkäufer einer GmbH beim Verkauf zu beachten?

Wenn die Gesellschafter einer GmbH einen Unternehmensverkauf planen, gibt es viele rechtliche und steuerrechtliche Aspekte, die es zu beachten gilt. Die sorgfältige Vorbereitung des GmbH-Verkaufs erhöht die Chancen auf die Erzielung eines hohen Kaufpreises. Der Käufer der GmbH wird indessen bei der Zahlung eines hohen Kaufpreises einen großen Wert auf die Übernahme von weitreichenden vertraglichen Garantien zulasten des Verkäufers legen. Eine angemessene Planung des Unternehmensverkaufs hilft dem Verkäufer, Risiken besser zu beherrschen.

Wenn Sie sich für Kauf einer GmbH interessieren, finden Sie hier weitere Informationen: Kauf einer GmbH aus der Sicht des Käufer

Informationen zum Verkauf einer GmbH & Co. KG finden Sie hier: Verkauf einer GmbH & Co. KG 

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Anwaltliche Expertise bei M&A-Geschäften und dem Verkauf einer GmbH

Unsere Anwälte und Fachanwälte für Gesellschaftsrecht verfügen über eine langjährige Praxiserfahrung auf dem Feld von M&A-Verfahren und Unternehmensverkäufen. Von unseren Kanzleibüros in Hamburg, Berlin und München beraten wir Unternehmen, Gesellschafter und Investoren bundesweit:

  1. Planung des Verkaufs der GmbH (Asset Deal und Share Deal), Erstellung eines Unternehmensexposés
  2. Vertragliche Absicherung des Verkäufers beim GmbH-Verkauf (Vertraulichkeitsvereinbarungen, Letter of Intent, Garantievereinbarungen)
  3. Anteils- und Unternehmensbewertung
  4. ggf. Vendor Due Diligence
  5. Steuerliche Prüfung und Begleitung des Verkaufsprozesses

Insbesondere im Bereich von M&A-Transaktionen sollten Sie auf die Erfahrung Ihrer Berater setzen. Wir unterstützen Sie bei Veräußerungen von kleinen und großen Unternehmen.

Interessen des Vertragspartners

Der Verkäufer einer GmbH sollte die Position des Käufers richtig einschätzen können, um optimale Verhandlungsergebnisse zu erzielen. Auf der Käuferseite wird es sich in aller Regel um strategische Investoren, nicht selten nahe oder entfernte Konkurrenten der GmbH, oder Finanzinvestoren handeln. Die Interessen der jeweiligen Käuferklassen liegen weit auseinander. Der Finanzinvestor hat oftmals bereits beim Kauf der GmbH-Beteiligung sein Desinvestment, also den Weiterverkauf vor Augen. Er strebt einen hohen, dem Risiko entsprechenden Gewinn bei seinem Exit (Weiterverkauf) an. Dagegen strebt der strategische Investor meist ein längerfristiges Engagement an. Ihm kommt es auf Synergieeffekte und den Erwerb von wertvollen Assets (Patente, Lizenzen, Vertriebswege, etc.) an.

Vorbereitung des GmbH-Verkaufs

Bei einem Unternehmensverkauf handelt es sich sehr oft um eine komplexe Transaktion. Wie jedes vielschichtige Geschäft sollte auch der Verkäufer des eigenen Geschäfts gut vorbereitet sein. In der Anwaltspraxis ist klar zu erkennen, dass gut vorbereitete Transaktionen vor bösen Überraschungen schützen. Die Braut muss nicht nur hübsch gemacht werden. Im Interesse des Verkäufers müssen Risiken im Zielunternehmen identifiziert und im Rahmen des Unternehmenskaufvertrags adäquat eingefangen werden. Im Vorfeld des Verkaufs kann es notwendig werden, frühzeitig angemessene Bilanzmaßnahmen zu ergreifen und die Personalpolitik zu verbessern. Bei einem größeren Gesellschafterkreis der zu verkaufenden GmbH ist sicherzustellen, dass bei Vertragsverhandlungen die Handlungsfähigkeit des Verhandlungsführers auf der Verkäuferseite gewährleistet ist. Ein klares Mandat und entsprechende Vollmachten sind sicherzustellen. Andernfalls können opponierende Gesellschafter den Unternehmensverkauf vereiteln.

Im Vorfeld der Vertragsverhandlungen muss sich der Verkäufer über den Wert der GmbH klarwerden. Es gibt unterschiedliche Bewertungsverfahren, mittels derer ein Unternehmenswert bestimmt werden kann. Im Zusammenhang der Suche nach einem Käufer ist es üblich, ein Unternehmensexposé zu entwickeln, das alle für einen Käufer relevanten Aspekte der GmbH herausstellt. Bei dem Unternehmensexposé handelt es sich aus der Sicht des Verkäufers um ein Werbeprospekt und aus der Sicht des Käufers um eine erste wichtige Informationsquelle.

Due Diligence-Verfahren – Risikoprüfung vor Unternehmensverkauf

Dem Verkauf einer GmbH geht in aller Regel eine Risikoprüfung – die sog. Due Diligence – voraus. Die Überprüfung kann alle Teilbereiche und rechtlichen Ebenen des Zielunternehmens betreffen. Meist wird die Risikoprüfung in rechtlicher, steuerlicher und finanzieller Hinsicht durchgeführt. Vollzogen wird die Prüfung durch spezialisierte Anwälte bzw. Rechtsanwaltskanzleien, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer. Wenn es erforderlich wird, kann die GmbH auch unter technischen oder etwa umweltrechtlichen Gesichtspunkten auf Herz und Nieren untersucht werden.

Im Rahmen des Due Diligence-Verfahrens stellt die Verkäuferseite in aller Regel einen Datenraum (Dataroom) mit allen notwendigen Informationen zur Verfügung. Bei einem Verkauf einer GmbH wird der Käufer spezifische rechtliche Aspekte durch seine Rechtsanwälte untersuchen lassen. Dabei will er sicherstellen, dass die GmbH ordnungsgemäß gegründet wurde und etwaige Kapitalerhöhungen keine Fehler aufweisen. Im Rahmen von Gründungen und Kapitalmaßnahmen werden in der anwaltlichen Praxis immer wieder verdeckte Sacheinlagen und gesetzlich unzulässige Rückflüsse des Stammkapitals identifiziert. Diese können nach einem Verkauf der GmbH-Geschäftsanteile zu Haftungsrisiken führen. Geprüft wird auch immer, ob die Gesellschafterliste richtig und der Verkäufer tatsächlich auch zivilrechtlicher Gesellschafter der GmbH ist und ob gesellschaftsrechtliche und zivilrechtliche Hindernisse für die Unternehmensübernahme bestehen. Schließlich will der GmbH-Käufer sicherstellen, dass die GmbH sich nicht in der Nähe einer haftungsträchtigen Krise oder gar Insolvenz befindet. Der rechtlichen Due Diligence folgt die steuerliche und wirtschaftliche Überprüfung der GmbH.

Das Due Diligence-Verfahren mündet in dem sogenannten Due Diligence-Report. Dieser Bericht enthält eine Zusammenfassung der Anwälte mit den Prüfungsergebnissen für den Käufer. Dabei hängen die Darstellung und der Umfang des Berichts von der Größe der Transaktion ab (soll eine kleine GmbH oder eine Holding mit einer großen Unternehmensgruppe verkauft werden?).

Unternehmenskaufvertrag – SPA

Anhand der gewonnenen Erkenntnisse wird sich der Käufer schließlich bei den Vertragsverhandlungen positionieren. Der Verkäufer wird auf die einzelnen – angeblich risikobehafteten und wertmindernden – Positionen entsprechend reagieren müssen, um sich nicht über Gebühr von seinen Kaufpreisvorstellungen zu entfernen.

Die typischen Regelungen und Vertragsmechanismen in einem Unternehmenskaufvertrag, auf die sich beide Parteien verständigen müssen, können wie folgt beschrieben werden:

  • Garantievorschriften und Haftungsnormen, durch die der Verkäufer Risiken übernimmt;
  • Haftungsbeschränkungsregelungen zugunsten des Verkäufers
  • Kaufpreiszahlung, Zahlungsmodi und ggf. Kaufpreisanpassung (z.B. Earn-out: ein variabler Teil des Kaufpreises wird in Zukunft bei Erreichen von definierten Ergebnissen gezahlt);
  • Regelung bzgl. des Personals, mit denen der Betriebsübergang abgesichert wird;
  • Steuer- und Betriebsprüfungsklauseln;
  • Kartellrechtliche Regelungen;
  • Verjährungsregelungen;
  • Ev. Wettbewerbsbeschränkungen
  • Schiedsgerichtsvereinbarungen

Besteuerung des Kaufpreises beim Unternehmensverkauf

Bei der Frage der Besteuerung des Kaufpreises auf der Ebene des Verkäufers kommt es darauf an, ob der Unternehmensverkauf als Asset Deal oder Share Deal organisiert wird (Hintergründe zu den Vor- und Nachteilen finden Sie hier: Asset Deal versus Share Deal.

Bei einem Verkauf von GmbH-Geschäftsanteilen (Share Deal) durch Privatpersonen hängt die Besteuerung der Verkäuferseite davon ab, ob die Anteile im Betriebsvermögen oder Privatvermögen gehalten werden. Werden die Anteile im Privatvermögen gehalten und beträgt die Beteiligung weniger als 1 %, fällt auf den Veräußerungsgewinn die Abgeltungssteuer (25 %) an. Gewinne auf Anteile im Privatvermögen mit einer Beteiligung von 1 % oder mehr werden mit dem Teileinkünfteverfahren (40 % sind steuerfrei; 60 % des Veräußerungsgewinns werden mit dem persönlichen Steuersatz versteuert). Das Teileinkünfteverfahren findet auch bei Veräußerungen von Geschäftsanteilen im Betriebsvermögen Anwendung. Im Fall des Asset Deals ist die GmbH selbst Veräußerin. Auf den ihr zufließenden kaufpreisbedingten Gewinn entfällt die laufende Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer. Zur Besteuerung bei Anteilsverkauf im Zusammenhang von verbundenen Unternehmen (Konzernstruktur: Mutter-GmbH verkauft Tochter-GmbH) und weiteren steuerlichen Fragestellungen finden Sie hier Informationen: Besteuerung Verkauf GmbH

Unser Team von Wirtschaftsanwälten und M&A-Steuerberatern

Beim Entwurf und der Verhandlung des Unternehmenskaufvertrags – unabhängig ob ein Asset Deal oder Share Deal – vorliegt, ist der Verkäufer der GmbH auf spezialisierte Wirtschaftsrechtsanwälte und Steuerberater angewiesen. Wenn Sie Fragen zum Verkauf einer GmbH haben, können Sie uns jederzeit unverbindlich an unseren Standorten in Hamburg, Berlin oder München kontaktieren.

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