Verjährung Pflichtteil

Wann verjährt der Pflichtteilsanspruch?

Nahe Angehörige wie Kinder oder Ehegatten haben im Falle der Enterbung einen Anspruch auf ihren Pflichtteil. Dieser Anspruch verjährt, kann also nur innerhalb einer bestimmten Frist geltend gemacht werden. Nachfolgend informieren wir Sie darüber wann ein Pflichtteil grundsätzlich verjährt und welche Besonderheiten dabei gegebenenfalls zu berücksichtigen sind.

Als bundesweit tätige Fachanwaltskanzlei für Erbrecht beraten wir Sie in allen Fragen des Pflichtteilsrecht. Insbesondere vertreten wir Sie bei der Geltendmachung bzw. Abwehr von Pflichtteilsansprüchen.

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Grundsatz: 3 Jahre – zum Jahresende

Der Pflichtteilsanspruch zielt auf die Zahlung eines Geldbetrages.

Er verjährt in drei Jahren von dem Zeitpunkt an, an dem der Pflichtteilsberechtigte  vom Eintritt des Erbfalls und seiner Enterbung erfahren hat.

Achtung: Obwohl der Pflichtteil unmittelbar mit dem Tod des Erblassers fällig wird, beginnt die dreijährige Verjährungsfrist erst am 1. Januar des auf das Versterben folgenden Jahres. Die Frist endet somit stets an einem 31. Dezember.

Der Pflichtteil verjährt spätestens 30 Jahre nach dem Erbfall – unabhängig davon, ob und wann die enterbte Person vom Erbfall erfahren hat.

Was bedeutet Kenntnis von Erbe und Enterbung?

Die Verjährung beginnt nicht vor Kenntnis des Pflichtteilsberechtigten von:

  1. Erbfall, also dem Versterben des Erblasssers
  2. der Enterbung durch letztwillige Verfügung (Testament oder Erbvertrag)
  3. des bzw. der Erben (Schuldner des Anspruchs)

Achtung: Die Verjährung beginnt auch, wenn der Berechtigte diese Kenntnis zwar nicht hatte, aber hätte haben müssen. Bleibt er grob Fahrlässig unwissend, droht also ebenfalls eine Verjährung.

Verjährung des Pflichtteilsergänzungsanspruchs

Besondere Vorsicht muss man im Rahmen von Pflichtteilsergänzungsansprüchen walten lassen. Diese können entstehen, wenn der Erblasser in den letzten 10 Jahren vor seinem Versterben Vermögenswerte verschenkt. Bei solchen Pflichtteilsergänzungsansprüchen beginnt die Verjährung von Ansprüchen gegen den Beschenkten abweichend von der Grundregel nicht zum Jahresende sondern bereits im Zeitpunkt des Erbfalls, so dass im konkreten Erbfall unterschiedliche Verjährungsfristen vorliegen können.

Mehr Informationen zum Pflichtteilsergänzungsanspruch finden Sie hier: Pflichtteilsergänzungsanspruch

Verjährung droht – was ist zu tun?

Droht ein Pflichtteilsanspruch zu verjähren, muss er durch rechtliche Schritte gehemmt werden. Regelmäßig wird hierfür die Einreichung einer Klage bei Gericht notwendig sein. Ebenfalls ausreichend – aber selten – ist eine verbindliche Erklärung des Erben, dass dieser den Pflichtteilsanspruch anerkennt.

Gerade wenn die Bezifferung der Pflichtteilsansprüche für den Enterbten sehr schwierig ist, zum Beispiel weil ein zum Nachlass gehörendes Unternehmen bewertet werden muss, kommt eine Feststellungsklage in Betracht, um die Verjährung zu hemmen.

Berliner Testament und (minderjährige) Kinder

Der in der Praxis häufigste Fall der Enterbung erfolgt durch ein Ehegattentestament in der Variante des Berliner Testaments. Hier setzen sich die Ehegatten für den ersten Erbfall gegenseitig zu Alleinerben ein. Hierdurch werden die Kinder zunächst enterbt – auch wenn sie letztlich als Schlusserben das elterliche Vermögen erhalten sollen.

Immer wieder kommt es vor, dass Kinder bereits beim Versterben eines Elternteils teilhaben wollen und Pflichtteilsansprüche geltend machen.

Sind die Kinder beim Erbfall minderjährig, kommt es für den Beginn der Verjährung nicht auf ihre eigene Kenntnis, sondern auf die des gesetzlichen Vertreters an. Beim Berliner Testament ist dieser gesetzliche Vertreter jedoch regelmäßig der überlebende Ehegatte des Verstorbenen, also der Erbe, der den Pflichtteil schuldet. In diesen Fällen beginnt die dreijährige Verjährungsfrist frühestens mit Vollendung des 21. Lebensjahres.

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